Islamische Militärseelsorge: „Wenn der erste muslimische Kamerad fällt, ist es zu spät“


Rekruten stellen sich am Freitag (20.07.2012) im Bendlerblock in Berlin für das feierliche Gelöbnis auf. (pa/dpa/Nietfeld)
1600 muslimische Soldatinnen und Soldaten gibt es in der Bundeswehr. Anders als in vielen Nachbarländern haben sie keine eigenen Seelsorger. Nun verleiht der neue Bericht des Wehrbeauftragten der Forderung Nachdruck – aus Gründen der Extremismusprävention.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Nariman Hammouti Reinke ist Offizierin der Bundeswehr – und Muslimin. Sie wurde 1979 als Tochter marokkanischer Eltern in Deutschland geboren. Sie ist derzeit stationiert bei den Marinefliegern auf dem Stützpunkt Nordholz bei Bremen. Zweimal war sie in Afghanistan im Einsatz:

„Man kann den Einsatz sehen, wie man möchte, trotzdem haben Soldaten Anspruch auf Militärseelsorger. Aber bei muslimischen Soldaten wird das nicht gemacht. Uns wird ein Psychologe zur Seite gestellt, aber der gibt mir nicht den geistlichen Beistand, den ich brauche“, sagt Hammouti Reinke.

Bei ihrem letzten Afghanistan-Einsatz ging es ihrem Vater sehr schlecht. Doch Nariman Hammouti Reinke saß wegen eines Sandsturmes fest, konnte nicht zu ihrem Vater:

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