Warum das Schaf vor dem Wolf flieht


Die Philosophie fragt: Warum flieht das Schaf vor dem Wolf? (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Vorreiter der Tierethik: die Philosophen des mittelalterlichen Islam.

Von Peter Adamson |Süddeutsche Zeitung

Die zunehmende Sorge um nicht-menschliche Tiere ist einer der der bemerkenswertesten Aspekte moderner Moralvorstellungen. Immer mehr Menschen werden Veganer oder Vegetarier, lehnen es ab, Leder und Pelz zu tragen, oder setzen sich für eine bessere Behandlung von Tieren im Zirkus und Zoo ein. Sofern es sich dabei um ein Folge des wissenschaftlichen Fortschritts oder der philosophischen Reflexion handelt, scheinen die zentralen Entwicklungen in jüngerer Zeit stattgefunden zu haben. Der Darwinismus legt nahe, dass wir mit unseren tierischen Verwandten einiges gemeinsam haben, und bestärkt uns darin, sie als Teil unseres moralischen Universums zu betrachten. Daher erklärt sich die Auffassung von Philosophen wie Peter Singer, der ab den Siebzigerjahren dafür argumentierte, dass auch Tiere Interessen haben, die in unseren moralischen Erwägungen eine Rolle spielen sollten.

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