Ausstellung im NS-Dok: Luther und die Nazis – „Die Deutschen Christen sind die SA Jesu Christi“


Luthers antijüdische Hetzschriften bereiteten schon vor 1933 den Boden für den Antisemitismus und wurden nach 1933 erst recht aufgegriffen.
Langfristig sollte im Nationalsozialismus das Christentum und dessen „jüdische Mitleidsmoral“ verschwinden. Doch zunächst war es ein nützlicher Helfer, Führerkult und Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung zu verankern.

report-K Internetzeitung Köln

Besonders hilfreich dabei die evangelische Kirche. Die Ausstellung „Überall Luthers Worte“ im NS-Dokumentationszentrum beleuchtet deren Verstrickung mit der NS-Diktatur.

Mit fast 200 Fotos, Schrift- und Tondokumenten sowie erklärenden Texttafeln ist es keine im Vorübergehen zu konsumierende Ausstellung. Um so erschreckender dürfte für viele spätgeborene Besucher die freiwillige Gleichschaltung protestantischer Christen mit dem NS-System sein.

Die Feiern zu Martin Luthers 450. Geburtstag im November 1933 waren willkommener Anlass für die Kirchenführung, den Schulterschluss mit den NS-Machthabern zu suchen. Schon zuvor hatte sich die „Glaubensbewegung Deutsche Christen“ als inner-evangelische Kirchenpartei gegründet. Sie überhöhte Luther als „urdeutschen Charakter“, was der NS-Ideologie passgenau entgegenkam. Mit der Einsetzungs eines „Reichsbischofs“ wurde die Gleichschaltung vorangetrieben.

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