Iran: Wie islamisch ist die Islamische Republik?


Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Chomeini nach der Landung in Teheran am 1. Februar 1979. Bild: al-vefagh.com / CC-BY-SA-4.0
Am 11. Februar feiert die Islamische Republik Iran ihr 40-jähriges Bestehen. Die Regierung steht von innen und außen unter Druck.

Geritt Wustmann | TELEPOLIS

Als die Islamische Revolution im Februar 1979 das Schah-Regime hinwegfegte, glaubte niemand so wirklich daran, dass das neue System sich über viele Jahrzehnte würde halten können. Jahr für Jahr wird ihm von Beobachtern im Ausland ein baldiges Ende vorausgesagt. Sei es der Iran-Irak-Krieg in den 1980ern, sei es die Reformphase unter Präsident Mohammad Chatami ab Ende der 1990er, seien es die Massenproteste vom Sommer 2009 oder die Demos zum Jahreswechsel 2017/2018: Allen Unkenrufen zum Trotz scheint die Regierung in Teheran fest im Sattel zu sitzen.

Die Feierlichkeiten zum vierzigsten Jubiläum, die am 11. Februar landesweit stattfinden werden, stehen abermals unter keinem guten Stern: Die Regierungsfraktionen sind zerstritten, im ganzen Land prägten 2018 Proteste die Stimmung, und die Zukunft des mühsam ausgehandelten Atomdeals ist seit dem einseitigen Ausstieg der USA und der Drohung massiver Sanktionen höchst ungewiss. Einmal mehr heißt es, das von Ayatollah Ruhollah Chomeini (oft auch: Khomeini) entwickelte System der „Herrschaft der Rechtgeleiteten“ sei mehr oder weniger am Ende.

Und im Kern ist diese Interpretation gar nicht mal falsch – dass es zu einem fundamentalen Wandel kommen wird, ist aber dennoch bislang eher unwahrscheinlich. Wenn auch zahlreiche Faktoren die nahe Zukunft des Landes unberechenbar machen.

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