Bikini-Blick: Kranke Frauen werden nicht ernst genommen


(Illustration: Alexia Papadopoulos)
Die Forschung konzentriert sich bei Frauen auf Brust und Fortpflanzungsorgane. Bei unerklärbaren Krankheiten diagnostiziert man oftmals fälschlich hormonelle oder psychische Ursachen. Das Ergebnis: jahrelanges Leiden und früher Tod.

Von Regula Freuler, Theres Lüthi | Neue Zürcher Zeitung

Der Kopf sagt: Steh auf! Aber die Muskeln gehorchen nicht. Jede Bewegung verursacht rasende Schmerzen. Die Sicht ist verschwommen. Die Worte stolpern nur noch als Geblabber aus dem Mund. Das Gehirn brennt. Doch die Tests im klinischen Labor ergeben – nichts. Als Nächstes kommt die Aufforderung: Gehen Sie zum Psychiater.

So ergeht es Millionen von Menschen weltweit. Sie leiden unter chronischen Schmerzen, lähmender Erschöpfung bis zur Arbeitsunfähigkeit und müssen sich aus ihrem sozialen Netz verabschieden. Ein weiteres Merkmal: Es handelt sich mehrheitlich um Frauen.

Krankheiten wie Fibromyalgie, myalgische Enzephalomyelitis, Hashimoto-Thyreoiditis oder interstitielle Zystitis treffen zu 70 bis 90 Prozent das weibliche Geschlecht.

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