Gefängnis in Nordsyrien: Ein deutscher IS-Scherge berichtet


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Zahlreiche deutsche IS-Anhänger ergeben sich in Nordsyrien. Mehr als 60 Deutsche und ihre Kinder sitzen in Gefängnissen kurdischer Streitkräfte. Fared Saal ist einer von ihnen. Im Interview mit NDR und SWR gibt er sich reuig.

Von Janina Findeisen, Volkmar Kabisch, Amir Musawy | tagesschau.de

Nun sitzt er vor Reportern von NDR und SWR und redet. Die Haare sind inzwischen kurz geschoren, der auffällige Bart einem Flaum gewichen. Fared Saal ist aus Bonn. 2014 schloss sich der heute 29-Jährige der IS-Terrormiliz an und wurde bald zu einem der bekanntesten und meistgesuchten Deutschen in den Rängen der Islamisten.

In Deutschland wurde er durch ein Propagandavideo bekannt: Eine Minute und 51 Sekunden pure Menschenverachtung. Saal hockt an einem staubigen Hügel und blickt in die Kamera. Vor ihm liegen Leichen – einige offenbar Soldaten in Uniformen, aber auch Opfer in bunten T-Shirts. Der junge Mann in brauner Tarnkleidung, mit zerzausten Haaren und auffälligem Bart hebt den rechten Zeigefinger zum Himmel und schreit: „Allah hat uns diesen Sieg gewährt.“ Aus seiner Stimme klingt große Freude über die Toten zu seinen Füßen: „Wie ihr sehen könnt, bei Gott, diese Schweine und Tiere haben wir geschlachtet.“

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