Islamische Theologie: Moscheen wollen kaum studierte Imame


Studierte Imame. Es liegt nicht nur an den fehlenden Finanzen, dass das Interesse der Moscheen bislang gering ist. Foto: Paul Zinken/picture alliance/dpa
Warum bislang kaum ein Absolvent der neuen Islam-Theologie in den Dienst einer Moschee gekommen ist.

Von Andreas Kaiser | DER TAGESSPIEGEL

Als 2011 die ersten Studiengänge für islamische Theologie in Deutschland ins Leben gerufen wurden, waren die Erwartungen der Bundesregierung und beim Wissenschaftsrat groß. Die hier ausgebildeten muslimischen Theologen sollten als Lehrkräfte, Imame, Seelsorger, Wissenschaftler sowie Sozialarbeiter helfen, die Integration von Muslimen in Staat und Gesellschaft zu verbessern. Zudem wollte man mit der Ausbildung im Inland den Einfluss ausländischer Akteure zurückdrängen. Inzwischen haben seit 2016 die ersten der aktuell rund 2000 eingeschriebenen Studenten die Unis verlassen. Die Rede ist von ein paar hundert Absolventen, von denen es aber kaum mehr eine Handvoll geschafft habe, eine Anstellung in ihrem Wunschberuf als Iman zu finden. Es wurde „versäumt, die Studiengänge auf den Arbeitsmarkt abzustimmen“, heißt es dazu in einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung (KAS). Konkrete Zahlen werden nicht genannt. Das Papier beruht im Wesentlichen auf den Eindrücken der Dozenten an den Hochschulen.

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