Mazyek sieht Staatskirchenrecht am Scheideweg: Braucht der Staat die Religion?

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat vor einem Bedeutungsverlust der Religionen durch die Debatte über das Staatskirchenrecht gewarnt. Das Staatskirchenrecht stehe am Scheideweg, sagte Mazyek in Paderborn.

DOMRADIO.DE

Die muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland sind dabei zu einer Projektionsfläche geworden.“ Er sprach sich dafür aus, den Religionsgemeinschaften, die seit der Gründung der Bundesrepublik hinzugekommen sind, ebenfalls alle Rechte und Pflichten zuzubilligen. „Wenn es eine Novelle geben sollte, muss sie für alle gelten“, betonte Mazyek.

Braucht der Staat die Religion?

Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan forderte die Politik auf Bundes- und EU-Ebene auf, sich ernsthaft mit Religion zu beschäftigen. Viel zu oft werde in Europa aktuell „Politik am Rande des religiösen Analphabetentums gemacht“, beklagte Schavan, die von 2014 bis 2018 deutsche Botschafterin im Vatikan war.

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England: Darwin-Schulaufführung wegen religiöser Bedenken abgesagt

Eine britische Volksschule hat ihre Aufführung des Stücks „Darwin Rocks“ abgesagt. Religiöse Eltern hatten sich beschwert.

kurier.at

Im englischen Cheshire hat eine staatliche Volksschule eine Musical-Aufführung über den Evolutionsbiologen Charles Darwin abgesagt. Eine Gruppe christlicher Eltern hatte sich über die Inhalte des Stücks „Darwin Rocks“ beschwert, heißt es in einem Bericht des Independent.

Die Eltern störten sich an Referenzen an die Existenz von Sex und hielten darüber hinaus vor allem auch Teile davon für beleidigend gegenüber dem anglikanischen Bischof Samuel Wilberforce, berichtet die britische Zeitung. Wilberforce war ein Bischof von Oxford, der sich gegen Darwins Evolutionstheorie stellte, dass der Mensch vom Affen abstammt.

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Gentechnik-Gegner: Schlecht informiert und meinungsstark

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Der Bioladen um die Ecke, der mit „genfreiem“ Gemüse warb, hat längst dichtgemacht. Heute befriedigen die großen Supermärkte und Discounter die enorme Nachfrage nach Produkten ohne Gentechnik. Als „Frankenfood“ verschrien, haben genetisch veränderte Lebensmittel einen schlechten Ruf, obgleich Wissenschaftler den Verzehr als sicher einstufen.

Inge Hüsgen | hpd.de

Ob Information und Aufklärung helfen, die irrationale Angst zu vermindern? Eine aktuelle Studie versetzt dieser Hoffnung einen gehörigen Dämpfer. Ein Team von nordamerikanischen Psychologen befragte dafür mehr als 2.000 Personen in Frankreich, Deutschland und den USA zu ihrer Einstellung gegenüber Gentechnik und präsentierte ihnen eine Liste von 15 Aussagen über Genetik und Wissenschaft, die sie jeweils als wahr oder falsch bewerten sollten. Eine weitere Aufgabe bestand darin, in einer Selbsteinschätzung den eignen Wissensstand auf den Gebieten Genetik und Naturwissenschaften zu beurteilen. Dabei zeigte sich, dass diejenigen mit den größten Vorbehalten gegen genetisch veränderte Lebensmittel am wenigsten darüber wussten.

„Je weniger jemand über Gentechnik weiß, desto stärker widerspricht er dem wissenschaftlichen Konsens“, resümieren die Forscher. Dabei hielten sich gerade Personen mit geringem Sachwissen für bestens informiert.

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Staatsleistungen: Eine halbe Milliarde für die Kirchen – vom Steuerzahler

Kuppelkreuz auf dem Berliner Dom: Seit über 100 Jahren werden die Staatsleistungen an die beiden großen Kirchen gezahlt. Quelle: picture-alliance/ ZB
Seit einem Jahrhundert sollen die Staatsleistungen beendet werden, zuletzt waren es mehr als 500 Millionen Euro. Passiert ist bislang nichts. Nun dringen die Oppositionsfraktionen im Bundestag auf eine Beendigung der Zahlungen.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Vielleicht wird der Verfassungsauftrag ja im Jahr 101 umgesetzt. Einige Bundestagsfraktionen wollen es versuchen – nachdem 100 Jahre lang gezahlt wurde. So lange schon lassen deutsche Länder aus Steuermitteln den beiden großen Kirchen Staatsleistungen zukommen, deren Höhe sich derzeit auf insgesamt mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr beläuft. Und das, obwohl die Weimarer Reichsverfassung, deren 100. Jubiläum derzeit begangen wird, und genauso das Grundgesetz den Abschied von dieser Praxis vorsehen.

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Berlinale-Film „Grâce à Dieu“: Katholischer Priester will Start eines Missbrauchsfilms verhindern

„Grâce à Dieu“ von François Ozon arbeitet einen Missbrauchsfall auf. Foto: Jean-Claude Moireau
Der Anwalt eines Priesters versucht, François Ozons „Grâce à Dieu“ in Frankreich zu stoppen. An diesem Freitag feiert der Film Weltpremiere bei der Berlinale.

Eberhard Spreng | DER TAGESSPIEGEL

Seit einigen Tagen versucht der französische Anwalt Frédéric Doyez, den für den 20. Februar geplanten Filmstart von François Ozons „Grâce à Dieu“ in Frankreich mit einer einstweiligen Verfügung zu untersagen. Es sei nicht hinzunehmen, dass ein Film zur Vorverurteilung seines Angeklagten führe, der sich demnächst für pädophile Übergriffe in der Vergangenheit zu rechtfertigen hat.

Doyer verteidigt den Lyoneser Priester Bernard Preynat, der sich in der Gemeinde Sainte-Foy-lèsLyon von 1986 bis 1991 in mehr als 70 Fällen sexuelle Übergriffe an von ihm betreuten Pfadfindern schuldig gemacht hat.

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Forum für Digitalisierung beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz als Gabe Gottes

Photograph: Solent News/Rex
Um die Möglichkeiten einer humanen Digitalisierung ging es beim 3. Forum für Digitalisierung der württembergischen Landeskirche in Stuttgart.

evangelisch.de

Die Leiterin des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart, Petra Grimm, hat sich für eine humane Digitalisierung ausgesprochen. Diese Art der Digitalisierung sollte nach dem Sinn, den Werten und den Folgen der Digitalisierung fragen, sagte die Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft auf dem 3. Forum Digitalisierung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vor etwa 200 Zuhörern. Bereits die Entwicklung Künstlicher Intelligenz müsse wertebasiert und datenschutzgesichert sein, nur so könne das Problem an der Wurzel gepackt werden.

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Im Kampf um die geplante Grenzmauer zu Mexiko – Bistum muss Trump-Regierung Zugang zu kirchlichem Land gewähren

Bild: © sherryvsmith/Fotolia.com
Die US-Regierung schreckt nicht davor zurück, die katholische Kirche zu verklagen: Jetzt hat ein Gericht in Texas entschieden, dass die Kirche Zugang zu kirchlichem Land an der Grenze gewähren muss. Es geht um die geplante Grenzmauer zu Mexiko.

katholisch.de

Im Kampf um die von ihm geforderte Grenzmauer zu Mexiko kann US-Präsident Donald Trump einen kleinen Sieg verbuchen – und das ausgerechnet gegen die katholische Kirche. Ein Richter im US-Bundesstaat Texas entschied am Mittwoch (Ortszeit), dass das an der Grenze zu Mexiko liegende Bistum Brownsville der Trump-Regierung erlauben muss, auf kirchlichem Land Untersuchungen für den geplanten Mauerbau vorzunehmen. Allerdings gestattete der Richter dem Bistum gleichzeitig, der Regierung Auflagen für die Untersuchungen zu erteilen.

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„Keinen Cent mehr für die Kirche“: Bürgermeister ist sauer auf Erzdiözese

Bild: tilly
Der Odelzhausener Bürgermeister Trinkl wirft der Erzdiözese vor, ihn bei jedem Projekt im Stich gelassen zu haben.

Von Horst Kramer |Süddeutsche Zeitung

Bürgermeister Markus Trinkl (parteilos) ist der Kragen geplatzt: So zornig haben die Odelzhausener Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ihren 35-jährigen Bürgermeister noch nie erlebt, zumindest nicht in einer öffentlichen Sitzung. Ärger gehört für einen Rathauschef schon fast zum Alltag. Ungewöhnlich war indes der Adressat seines Wutausbruchs: die Katholische Kirche. „Das Verhalten des Ordinariats ist indiskutabel“, rief Markus Trinkl in die Runde. „Ich bin von der katholischen Kirche maßlos enttäuscht. Deswegen sollte die Kirche keinen weiteren Cent Unterstützung erhalten.“

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Ewiggestrige Religiotie: Programmbeschwerde an ARD nach Anne Will-Talkshow zu Abtreibung

„In der gesamten Sendung wird unterschlagen, dass Abtreibung einen einzigartigen ungeborenen Menschen tötet, und daß Abtreibung in Deutschland keinesfalls einfach ein ‚Frauenrecht‘ ist, sondern geduldete Straftat bleibt.“

Von Christiane Lambrecht | kath.net

kath.net dokumentiert die Programmbeschwerde der Vorsitzenden der Christdemokraten für das Leben/Bayern an die ARD nach der Talkshow von Anne Will über Abtreibung in voller Länge:

Sehr geehrte Frau Will,
sehr geehrte Intendanten der ARD,

meine heutige E-Mail an Sie ist eine offizielle Programmbeschwerde, denn in der o.g. Sendung „Anne Will“ haben Sie eindeutig gegen Ihren Auftrag als öffentlich-rechtlicher Rundfunk verstoßen.

Dazu zitiere ich das einschlägige Urteil des Bundesverfassungsgerichts, BVErfGE 88, 203 ff., Nr. 185: „Der Schutzauftrag verpflichtet den Staat schließlich auch, den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewußtsein zu erhalten und zu beleben. Deshalb müssen die Organe des Staates in Bund und Ländern erkennbar für den Schutz des Lebens eintreten. […] Öffentlich-rechtlicher wie privater Rundfunk sind bei Ausübung ihrer Rundfunkfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) der Würde des Menschen verpflichtet[…]; ihr Programm hat daher auch teil an der Schutzaufgabe gegenüber dem ungeborenen Leben.“

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Londoner Restaurant bietet Eichhörnchen-Lasagne an

Graue Eichhörnchen gelten als Plage in Großbritannien – (c) Getty Images (Matt Cardy)
Ein Restaurant in London bietet Speisen mit Eichhörnchenfleisch an. Dem Restaurant-Besitzer nach, „schmeckt es fast wie Kaninchen“.

Die Presse

Niedlich und wohlschmeckend? In einem Restaurant im Londoner Viertel Borough Market steht seit einiger Zeit immer wieder Eichhörnchenfleisch auf der Speisekarte. Das Restaurant „Native“ servierte seinen Kunden dort kürzlich neben anderen lokalen Speisen auch Lasagne mit Eichhörnchen-Ragout.

Verspeist werden ausschließlich Grauhörnchen. Die Tiere wurden Ende des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika importiert und werden in Großbritannien als Plage wahrgenommen, weil sie die Population der roten Eichhörnchen gefährden. Grauhörnchenfleisch gilt als besonders nachhaltig, weil sie ohnehin gejagt und getötet werden.

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Jesuit warnt vor Überhöhung von Seelsorgern – Mertes: Priester sind nicht die „Stimme Gottes“

Bild: © dpa/Marc Tirl
Wenn sich Priester selbst als „Stimme Gottes“ verstünden und in Glaubensfragen blinden Gehorsam forderten, sei das nichts weiter als geistlicher Missbrauch: Der Jesuit Klaus Mertes fordert ein Ende der Überhöhung von Seelsorgern.

katholisch.de

Der Jesuit Klaus Mertes hat sich gegen eine Überhöhung von Priestern und Seelsorgern gewandt. Es sei „geistlicher Missbrauch“, wenn sich Seelsorger selbst als „Stimme Gottes“ verstünden und in Glaubensfragen blinden Gehorsam einforderten, sagte Mertes am Mittwochabend in der Universität Freiburg. „Wer nach Gott fragt, ringt mit existenziellen Fragen. Und wenn diese Suche missbraucht wird, kann das für die Betroffenen schlimmste Folgen haben.“ Amtsträger in der katholischen Kirche müssten sich zuerst als „Hörende“ verstehen und nicht als Autoritäten.

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Weitere brisante Details im Eichstätter Finanzskandal

Bild: ©HFR

Gestern wurde der unabhängige Prüfbericht zum Finanzskandal im Bistum Eichstätt vorgestellt. Mit der Veröffentlichung des vollständigen Textes werden brisante Details bekannt. Der ehemalige Bischof Mixa kommt dabei nicht gut weg.
BR24

Im Eichstätter Finanzskandal tun sich weitere Abgründe auf: Wie die vom Bistum eingeschalteten Münchener Anwälte in ihrem seit Dienstagmittag vollständig auf der Website des Bistums veröffentlichten Prüfbericht festhalten, sind aus der ungewöhnlich langen bischofslosen Zeit vor der Weihe des heutigen Bischofs Gregor Maria Hanke keinerlei Akten mehr vorhanden.
Akten seien „bei einem Umzug verloren gegangen“

Als Hanke darin habe Einsicht nehmen wollen, sei sein Wunsch von der obersten Bistumsverwaltung, dem Ordinariat, „erst zurückhaltend bearbeitet“ worden, heißt es in dem Bericht. Dann habe man ihm geantwortet, das sei nicht mehr möglich, da die Akten „bei einem Umzug verloren gegangen seien“.

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Schöpfungsbullshistic oder wie alt ist der Dinosaurierzahn

Image: FB/CW Brown/Godless Utopia
Ein Gespräch über Wissenschaft und Evolution im Jüdischen Museum

Von Konstantin Schuchardt |Jüdische Allgemeine

Obgleich im 21. Jahrhundert kein ernsthafter Wissenschaftler mehr die Evolutionstheorie bezweifelt, wird in manchen Kreisen innerhalb aller abrahamitischen Religionen die Schöpfungsgeschichte weiterhin als Tatsachenbericht interpretiert und die Evolutionstheorie als Häresie zurückgewiesen.

Natan Slifkin, orthodoxer Rabbiner und Direktor des Biblischen Museums für Naturgeschichte in Beit Schemesch (Israel), und Fatimah Jackson, Biologin und Anthropologin an der Howard University in Washington, D.C., waren am vergangenen Donnerstag im Jüdischen Museum Berlin zu Gast.

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