Die Rolle der Großmütter

Welche Rolle spielten Großmütter früher für das Überleben ihrer Enkel? (Bild: Universität Turku)
Die Großmutter ist für viele Kinder eine wichtige Bezugsperson. Doch welche Rolle spielt sie aus evolutionsbiologischer Sicht? Der sogenannten Großmutter-Hypothese zufolge können sich Omas positiv auf das Überleben ihrer Enkel auswirken. Was an dieser Behauptung dran ist, haben nun gleich zwei Forscherteams untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen: Tatsächlich scheint es zumindest in der früheren Zeit einen positiven Großmutter-Effekt gegeben zu haben. Dabei kam es jedoch entscheidend auf das Alter und den Wohnort der Oma an.

Wissenschaft.de

Irgendwann steht es jeder Frau bevor: Sie kommt in die Menopause. Damit endet zwar ihre Fortpflanzungsfähigkeit – ihr Leben aber noch lange nicht. Was uns völlig normal erscheint, stellt im Tierreich eine echte Seltenheit dar. Eine ähnlich lange postreproduktive Lebensphase wie beim Menschen ist unter Säugetieren sonst nur noch von Schwert- und Grindelwalen bekannt. Tatsächlich scheint dieses Phänomen aus evolutionärer Sicht nicht besonders sinnvoll zu sein. Schließlich strebt jedes Individuum danach, die eigenen Gene möglichst effizient weiterzugeben – eigene Kinder zu bekommen, ist dafür bekanntlich der beste Weg. Und ist diese Aufgabe erledigt, „lohnt“ sich – aus biologischer Sicht – das Weiterleben nur noch bedingt. Warum also leben Menschenfrauen nach ihren Wechseljahren trotzdem noch so lange weiter?

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In Bayern wird das erste Landesregiment für den „Heimatschutz“ aufgestellt

Fallschirmjäger. Bild: Bundeswehr/CC BY-ND-2.0
Die angeblich veränderte Sicherheitslage erfordere den Heimatschutz durch Reservistenregimenter, die eine Art Nationalgarde werden könnten.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Reservistenverband der Bundeswehr würde gerne wieder die allgemeine Wehrpflicht einführen. Ihm gehen nämlich auch Reservisten aus, die die Bundeswehr etwa für Übungen oder bei Einsätzen, auch im Ausland auch im Sanitätsdienst, benötigt. Deswegen wurde letztes Jahr schon einmal damit begonnen, „Ungediente“ zu Reservisten auf die Schnelle am Wochenende auszubilden. „Wir wollen ein lebenslagengerechtes Angebot machen“, sagte Oswin Veith, CDU-Bundestagsabgeordneter und Bundesvorsitzender des Reservistenverbandes. Die Reservistenanwärter lernen dann Marschieren und militärisches Grüßen, Erste Hilfe, Innere Führung und trainieren auch das Schießen, beschränkt allerdings auf das Sturmgewehr.

Weil auch bei der Bundeswehr der Personalaufwuchs nicht so gelingen will, ist nun ein „Wehrdienst zur temporären Verbesserung der personellen Einsatzbereitschaft“ geplant. Reservisten sollen auch für längere Zeit Soldatinnen und Soldaten ersetzen, die aufgrund von Elternzeit, Ausbildung oder Auslandseinsätzen länger nicht verfügbar sind. Das klingt schon nach einer Parallelstruktur.

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Bundeswehr suspendiert Offizier wegen Reichsbürger-Verdachts

KSK-Soldaten bei einer Veranstaltung in Stuttgart im Jahr 2014. (Foto: REUTERS)
  • Die Bundeswehr hat Daniel K., einen Oberstleutnant der Spezialeinheit „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) suspendiert. Das berichten Spiegel und Bild.
  • Gegen ihn werde wegen möglicher rechtsextremistischer Bestrebungen ermittelt.
  • Ein Sprecher des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) bestätigte der Süddeutschen Zeitung, dass K. dem MAD bekannt sei.

Süddeutsche Zeitung

Bei der Bundeswehr wird erneut gegen einen Soldaten wegen möglicher rechtsextremistischer Bestrebungen ermittelt. Der Soldat der Spezialeinheit „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) stehe im Verdacht entsprechende Inhalte in sozialen Medien verbreitet zu haben, sagte eine Sprecherin des Heeres. Die Ermittlungen führt der Bundeswehrgeheimdienst MAD. Gegen den Mann wurde ein Dienst- und Uniformverbot ausgesprochen. Ein Sprecher des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) bestätigte der Süddeutschen Zeitung, dass Daniel K. dem MAD bekannt sei. Als militärischer Geheimdienst ist der MAD auch für Extremismusabwehr innerhalb der Truppe zuständig.

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Leben ist Evolution

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB
Drei Evolutionsforscher im Gespräch über Charles Darwin, die Evolution auf anderen Planeten und das Artensterben auf der Erde

Max-Planck-Gesellschaft

Mit dem am 12. Februar begangenen Darwin-Tag wird jedes Jahr dem Geburtstag des großen Naturforschers gedacht. Der britische Wissenschaftler hat im 19. Jahrhundert wesentliche Erkenntnisse über die Evolution gewonnen und damit das traditionelle Verständnis vom Leben auf der Erde und der Stellung des Menschen auf den Kopf gestellt. Für Diethard Tautz und Paul Rainey vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön sowie Ralf Sommer vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen hat Darwin das Fundament für die Erforschung der Evolution gelegt – ein Forschungsgebiet das nicht mehr nur in die Vergangenheit blickt, sondern auch immer mehr in die Zukunft.

Diethard Tautz: „Darwin war ein Revolutionär!“

Was war Ihrer Meinung nach die zentrale Erkenntnis Darwins?

Darwins große Leistung besteht darin, dass er die natürliche Selektion als treibende Kraft hinter der Evolution erkannt hat. Er hat die unglaubliche Vielfalt des Lebens auf der Erde dadurch erklärt, dass Individuen, die sich fortpflanzen und ihre Eigenschaften an Nachkommen weitergeben können, um knappe Ressourcen kämpfen. Dadurch passen sich die Individuen laufend an neue Umweltbedingungen an und bringen so die unterschiedlichsten Formen und Überlebensstrategien hervor. Ein verblüffend einfaches Prinzip für ein so ungeheuer vielfältiges Phänomen wie das Leben!

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Betrug im Studium: Wird schon keiner merken

In einer Studie gab ein Großteil der befragten Studierenden zu, kürzlich an der Uni in irgendeiner Form betrogen zu haben. (Foto: Steven Houston/Unsplash)
Akademischer Betrug ist an deutschen Unis alltäglich, Lehrende oft dagegen machtlos. Dabei könnten Hochschulen Plagiaten und Co. vorbeugen.

Von Matthias Kohlmaier | Süddeutsche Zeitung

Wieder hat es einen Politiker erwischt. Die Freie Universität Berlin hat beschlossen, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel den Doktorgrad zu entziehen. Der Politiker hat in seiner Dissertation zwar zu diversen Passagen Quellen angegeben, aber diese Angaben seien nicht ausreichend. Nach eingehender Prüfung findet die Hochschule, es sei nicht ersichtlich, „dass er wörtlich oder fast wörtlich Texte anderer Autoren in seine Dissertation eingefügt hat und in welchem Umfang“.

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Mücken haben „Superohren“ – Blutsauger nehmen noch Geräusche aus zehn Metern Entfernung wahr

Die Stechmücke Aedes aegypti hat ein überraschend gutes Gehör. © CDC/ gemeinfrei
Überraschend gutes Gehör: Mücken können weitaus besser hören als bislang gedacht. Obwohl sie keine Ohren im herkömmlichen Sinne besitzen, reagieren Blutsauger der Art Aedes aegypti sogar noch auf Geräusche aus zehn Metern Entfernung. Damit können sie nicht nur die Flügelschläge potenzieller Partner aus der Ferne wahrnehmen. Ihr Hörspektrum liegt auch im Bereich menschlicher Sprechfrequenzen, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Im Liebesleben der Gelbfiebermücke Aedes aegypti hängt alles von einem guten Gehör ab: Nimmt ein Männchen den summenden Flügelschlag einer Mückendame wahr, beginnt das Paarungsritual. „Es ist schon lange bekannt, dass männliche Moskitos vom Klang der schlagenden Flügel der Weibchen angezogen werden“, sagt Ron Hoy von der Cornell University in Ithaca. Dabei verlassen sich die Mücken auf feine Härchen an ihren Antennen, die Vibrationen der Luft und damit auch Schall wahrnehmen können.

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Integration: „Großteil der Zugewanderten hat an unseren Angeboten kein Interesse“

Für den Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes, Uwe Brandl, ist das Thema Integration „sehr zwiespältig“. Eine Maßnahme müsse für alle Migranten ab Tag eins gelten. Der CSU-Politiker warnt auch davor, abgehängte Regionen nur im Osten zu sehen.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

Uwe Brandl ist seit mehr als 25 Jahren Bürgermeister der niederbayerischen Kleinstadt Abensberg. Seit 2018 ist der 59-jährige CSU-Politiker Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Der kommunale Spitzenverband vertritt die Interessen von 11.000 Kommunen.

WELT: Herr Brandl, als Sie kürzlich in einem Interview nach den größten Herausforderungen für die Kommunen gefragt wurden, erwähnten Sie die Integration von Migranten gar nicht. Ist die Eingliederung von Flüchtlingen und anderen Zuwanderern also in Merkels Sinne „geschafft“?

Uwe Brandl: Geschafft ist sie natürlich nicht. Das ist und bleibt eine Daueraufgabe. Wir haben aber zügig funktionstüchtige Strukturen entwickelt, um die Personen, die als Gäste zu uns kamen, zu versorgen und zu betreuen. Aber ich sage auch ganz ehrlich: Das Thema Integration ist für mich sehr zwiespältig. Denn funktionierende Integration setzt auch das Wollen voraus, aktiv mitzumachen.

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Nahles: Christlicher Glaube ist kein Schutz für Politiker – Wirres von der Parteivorsitzenden

Andrea Nahles.bearb.: bb
Gläubige Christen haben es nach Überzeugung der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles besonders schwer, sich in der Politik zu behaupten. Der christliche Glaube stehe „auf Kriegsfuß“ mit jeder Form von Macht, sagte die praktizierende Katholikin bei einem Besuch in der Evangelischen Studierendengemeinde in Mainz.

evangelisch.de

„Christus gibt an keiner Stelle auch nur irgendeine Hilfestellung für uns Politiker“, so Nahles. Wer aus einer christlichen Haltung heraus versuche, anderen Menschen gegenüber immer Gesprächskanäle offenzuhalten, mache sich damit auch verletzlicher. „Christsein ist nichts, was einen vor der Wucht der Kritik schützt, im Gegenteil“, sagte die Politikerin vor rund 100 Zuhörern. Besonders in Berlin seien viele Berufspolitiker über die Jahre deshalb zu Zynikern geworden. Auf die Frage, was ihre Partei von den Kirchen lernen könnte, nannte sie den achtsamen zwischenmenschlichen Umgang miteinander. Die Parteien wiederum könnten den Kirchen als Vorbild darin dienen, Veränderungen durchzusetzen und dafür Kompromisse auszuhandeln.

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Wahlkampf in der Türkei: AKP im Abwärtstrend

Grafik: TP
Kommunalwahlen: Umfragen prognostizieren einen Anstieg der HDP

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Partei des türkischen Präsidenten, AKP, ist im Abwärtstrend. Jüngste Umfragen des Instituts Rawest prognostizieren einen deutlichen Anstieg der HDP in den drei größten Städten mit kurdischer Mehrheitsbevölkerung im Osten der Türkei, trotz der Wahlkampfbehinderungen.

Demnach könnte die HDP in Van auf 57,3% kommen (im Vergleich 2014: 53,1%). Die AKP verliert hingegen laut der Umfrage und sackt 38,5% ab (im Vergleich 2014: 41,2%). In Mardin könnte sich der HDP-Anteil von 52,2% auf 58,2% steigern, während die AKP von 37,4% im Jahr 2014 auf 35,4% abfällt. In Diyarbakir könnte die HDP laut der Umfrage von 55,1% im Jahr 2014 auf 62,3% kommen, die AKP aber fällt von 35% auf 32,8%.

Umfragen in der Türkei sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da die Unabhängigkeit der Institute nicht überprüfbar ist.

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Die Kirche kann gar nicht anders, als sich in die Politik einzumischen

Themenbild. Bild: bb
Wer religiösen Institutionen Abstimmungsparolen verbieten will, verkennt deren Wesenskern. Das heisst aber nicht, dass alle staatlichen Privilegien für die Kirchen noch angebracht sind.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sie soll sich raushalten! Das ist die Botschaft, die konservative Politiker an die Kirche senden. Mehrere katholische SVP-Nationalräte, unter ihnen Natalie Rickli und Claudio Zanetti, haben der Zürcher Kantonalkirche den Rücken gekehrt und überweisen ihren Obolus seit einiger Zeit direkt an Bischof Huonder, ihren Bruder im Geiste. CVP-Präsident Gerhard Pfister gründet mit Gleichgesinnten einen Think-Tank, der den Klerikern erklären soll, wann sie reden dürfen und wann sie zu schweigen haben. Was die Kritiker eint: Sie halten es nicht für opportun, dass Kirchenvertreter in der Tagespolitik mitmischen und Abstimmungsempfehlungen abgeben.

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Giftige Munition in der Ostsee: Versenkte Kampfstoffe geben toxische und krebserregende Chemikalien ab

Munition aus dem Zweiten Weltkrieg am Grund der Ostsee – von ihr geht auch heute noch Gefahr aus. © CAU Kiel
Toxisches Erbe: Am Grund der Ostsee liegen tausenden Tonnen alter Munition – und diese gibt bis heute giftige Substanzen ab, wie ein EU-Projekt enthüllt. Muscheln und Fische im Umfeld der versenkten Munition reichern demnach arsenhaltige Chemikalien und krebserregende Abbauprodukte des Sprengstoffs TNT an. Ein neues Modell soll nun dabei helfen zu entscheiden, ob ein Munitionsfund geborgen werden kann und soll oder nicht.

scinexx

Auf dem Grund der Ostsee liegen große Mengen versenkter Munition als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkriegs – teilweise nicht weit entfernt von der Küste. Die Menge an konventioneller Munition und chemischer Kampfstoffe wird allein in deutschen Gewässern auf 300.000 Tonnen geschätzt. Ein Großteil davon wurde nach Kriegsende absichtlich im Meer „entsorgt“. Bei Kiel liegt beispielsweise das Munitionsversenkungsgebiet Kolberger Heide, in dem rund 35.000 Tonnen Seeminen und Torpedos in maximal zwölf Meter Wassertiefe und in Sichtweite zum Strand liegen.

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Wie die Kirche den Umgang mit Missbrauch rechtlich regelt: Vom Anfangsverdacht zur Entlassung aus dem Klerikerstand

Codex Iuris Canonici © Harald Oppitz (KNA)
Beim Bischofstreffen ab 21. Februar zum Kinderschutz in der Kirche soll am Ende jeder Bischof die nötigen Verfahren kennen. Dies sei eines der Ziele, so der Papst. Dazu ein Überblick zu den kirchenrechtlichen Grundlagen.

DOMRADIO.DE

Wichtigste Grundlage ist der Codex kirchlichen Rechts (CIC) von 1983, insbesondere der Strafrechtskanon 1365, Paragraf 2, der Sexualdelikte von Klerikern an Minderjährigen unter Strafe stellt. Nachdem bereits in den 1990er Jahren vereinzelt über Missbrauch und Misshandlungen berichtet wurde, war eine der ersten Rechtsreformen der Erlass „Sacramentorum sanctitatis tutela“ (Der Schutz der Heiligkeit der Sakramente), kurz „SST“ genannt, von Johannes Paul II. im April 2001.

Der Erlass ersetzte Vorschriften von 1922 zu sexuellen Übergriffen in der Beichte. „Die Überzeugung, dass eine umfassende gesetzliche Regelung bezüglich des sexuellen Verhaltens von Personen mit Erziehungsverantwortung notwendig ist, ist sehr jung“, heißt es in einer Erläuterung der Glaubenskongregation von 2010.

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