Wer ist wir?


Der französische Philosoph Tristan Garcia fragt nach den Grundlagen eines politischen Subjekts. (Bild: Basso Cannarsa / Opale / Bridgeman)
Philosophie «Wir» ist die politische Kategorie schlechthin. Tristan Garcia geht ihm auf den Grund.

Von Nina Fargahi | NZZamSonntag

Wir sprechen stets im Namen eines «Wir». Egal, worüber wir sprechen – über Rassismus, Sexismus, Feminismus, über Tierrechte oder über «den» Islam. Dieses «Wir» ist die politische Kategorie schlechthin. Doch wer ist «wir»? Was passiert, wenn wir «wir» sagen? Und wie hat sich diese Identitätsbildung in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelt?

Um diese Fragen zu beantworten, lässt der französische Philosoph Tristan Garcia in seinem neuen Buch «Wir» keinen Stein auf dem anderen. Wie könne es sein, dass «wir Feministinnen», die zeitlebens für die Wahlfreiheit, gegen das Patriarchat und für das Recht, Hosen zu tragen, nun beschuldigt werden, unfreiheitlich zu handeln, weil wir muslimischen Frauen nicht das Recht zugestehen würden, ihr Gesicht zu verschleiern?, fragt er.

weiterlesen