Ecuador: Heikle Nähe


Meerechsen sind, wie auch Seehunde, ein beliebtes Fotomotiv auf den Galapagosinseln. Allerdings sollte man den Mindestabstand von zwei Metern zwischen Mensch und Tier einhalten. (Foto: Christian Heeb/laif)
60 Jahre nach Gründung des Nationalparks auf den Galapagosinseln zeigt sich, wie schwierig es ist, die Balance zwischen Tourismus und Naturschutz zu halten.

Von Ingrid Brunner | Süddeutsche Zeitung

Mathias Espinosa blickt aufs azurblaue Wasser im Hafen von Puerto Ayora, der mit 12 000 Einwohnern größten Stadt der Galapagosinseln. Gemächlich schaukeln Ausflugsboote auf den Wellen. Der 55 Jahre alte Deutsch-Ecuadorianer Espinosa, geboren in Kirchheim unter Teck, kam 1987 hierher. Er ging schon mit Bill Clinton tauchen. Als Tauchlehrer zeigt er seinen Kunden die fabelhafte Unterwasserwelt der Galapagosinseln, Hammerhaie, Seelöwen, tropische Fische und Pinguine. Und als Naturführer begleitet er Gäste in den Nationalpark. Die Entwicklung des Tourismus auf den Inseln hat er miterlebt. Als junger Mann hat er auf der Tip Top II bei Rolf Wittmer angeheuert, einem der Pioniere des Tourismus auf Galapagos. Wittmer stammte aus einer Kölner Familie, die 1932 nach Galapagos ausgewandert war. Vater Heinz war Privatsekretär von Konrad Adenauer in dessen Zeit als Oberbürgermeister von Köln. Wittmer junior brachte Espinosa bei, wie man wilde Ziegen jagt, Zackenbarsche fischt und Langusten fängt. „So hatten die Touristen immer frisches Essen“, erzählt er.

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