Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Höchststrafe für Theodore McCarrick: Papst entlässt Ex-Kardinal aus Klerikerstand

Kardinal Theodore E. McCarrick © Bob Roller (KNA)
Der ehemalige Kardinal Theodore McCarrick ist des Missbrauchs für schuldig befunden worden. Der Papst hat ihn deswegen aus dem Klerikerstand entlassen. Das ist die höchste Strafe, die das Kirchenrecht für einen Kleriker vorsieht.

DOMRADIO.DE

Wenige Tage vor dem Vatikan-Gipfel zu Missbrauch hat Papst Franziskus den früheren Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick aus dem Klerikerstand entlassen. Für Geistliche ist das die im Kirchenrecht vorgesehene Höchststrafe. Die Entscheidung gab der Vatikan am Samstagmorgen bekannt.

McCarrick wurde demnach des sexuellen Fehlverhaltens mit Minderjährigen und Erwachsenen in Verbindung mit Machtmissbrauch für schuldig befunden, außerdem des Missbrauchs des Beichtsakraments.

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Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert?

Der Gaskanister im Bett. Screenshot
Für die USA waren die Bilder der Weißhelme Beweis genug zur Bombardierung, ein investigativer US-Journalist hat sich bemüht, den Nebel des Krieges und der Propaganda vorurteilslos zu durchdringen.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Passend zur Münchener Sicherheitskonferenz, wo die Veranstalter wie jedes Jahr einen drohenden Zusammenbruch, dieses Mal der „liberalen Weltordnung“, beschwören, ist auf Intercept der Bericht von James Harkin, Direktor des Centre for Investigative Journalism und Mitglied des Shorenstein Center der Harvard University, erschienen, der sich noch einmal den angeblichen Giftgasangriff auf das syrische Duma (Douma) im April 2018 vorgenommen hat (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Er war bereits Anfang Juli 2018 nach Duma gereist, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Seine Reportage ist Pflichtlektüre, auch wenn man letztlich zu anderen Schlüssen kommen mag. Klar ist auf jeden Fall, dass viele Menschen umkamen, letztlich ist es egal, ob sie Opfer einer chemischen Waffe oder einer normalen Bombe wurden.

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Von echten und falschen Penicillin-Allergien

Eine altbewährte Substanz im Kampf gegen Infektionskrankheiten: Penicillin. (Bild: pd)
Wenige Medikamente werden so oft mit einer Allergie in Verbindung gebracht wie Penicillin. Neuere Studien zeigen nun, dass dies grösstenteils zu Unrecht geschieht. Und dass der Verzicht auf das altbewährte Antibiotikum ernsthafte Folgen hat.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Penicillin ist zwar nicht das älteste Antibiotikum, wohl aber das bedeutendste. 1928 vom schottischen Arzt Alexander Fleming in Schimmelpilzen entdeckt, kam es in den frühen 1940er Jahren auf den Markt. Seinen Siegeszug verdankte es nicht zuletzt der Tatsache, dass es viele Kriegsverletzte vor den tödlichen Folgen des Wundbrands rettete. Auch heute noch gehören Penicillin und seine Abkömmlinge, die Beta-Laktam-Antibiotika, zu den wirksamsten Waffen gegen viele bakterielle Erkrankungen.

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Neue Studie: Glyphosat erhöht Krebsrisiko

Bild: F. R.
Der Unkrautvernichter könnte sich noch als giftige Erbschaft für den Agrochemie-Riesen Bayer erweisen

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Nicht gerade beruhigende Neuigkeiten zum Thema Glyphosat: Eine in Mutation Research veröffentlichte Studie sieht einen „zwingenden Zusammenhang“ zwischen der Nutzung des Pestizids und der Erkrankung an Lymphgewebekrebs. Die Autoren der Untersuchung (Exposure to Glyphosate-Based Herbicides and Risk for Non-Hodgkin Lymphoma: A Meta-Analysis and Supporting Evidence) sprechen von einem um 41 Prozent erhöhten Risiko bei Menschen, jedenfalls bei denen, die größeren Konzentrationen ausgesetzt sind, am sogenannten Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken.

Der britische Guardian kommentierte, die Ergebnisse der fünf US-Wissenschaftler widersprächen den Zusicherungen der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) über die Sicherheit des Unkrautvernichters.

Im Fokus: Das „Non-Hodgkin-Lymphom“

Unter der Sammelbezeichnung Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) werden bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems zusammengefasst, die kein Morbus Hodgkin sind. Strahlenexposition, eine Autoimmunerkrankung oder eine HIV-Infektion zählen zu den bekannten Risiken und möglichen Krankheitsauslösern. Im fortgeschrittenen Stadium können Organe wie Lunge, Leber, Knochenmark und Milz befallen sein.

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Skurril: Seeschlange sieht mit dem Schwanz: Lichtsensoren im Paddelschwanz helfen ihn vor Bissen und Schäden zu schützen

Die Seeschlage (Aipysurus laevis) kann mit ihrer Schwanzhaut Licht wahrnehmen -das hilft ihr, den Paddelschwanz zu schützen. © Chris Mal
Ungewöhnliches Patent der Natur: Eine australische Seeschlange kann mit ihrem Schwanz sehen. Denn in der Haut ihres abgeflachten Paddelschwanzes sitzen lichtempfindliche Pigmente, wie nun Forscher entdeckt haben. Fällt Licht auf den Schwanz, zieht ihn die Schlange ein – und schützt ihn so vor Schäden oder Angriffen von Fressfeinden. Wie genau dieser Sensor funktioniert und ob er auch bei anderen Seeschlangen vorkommt, haben die Wissenschaftler nun erstmals untersucht.

scinexx

Schlangen sind eine extrem anpassungsfähige Tiergruppe: Sie kommen von heißen Wüstengebieten über dichte Urwälder bis in die gemäßigten Breiten unserer Region vor. Sogar das Fliegen haben einige baumbewohnende Schlangen perfektioniert. Besonders ungewöhnlich aber ist der Lebensraum der vieler Seeschlangen: Sie verbringen nahezu ihr gesamtes Leben im Meer – oft in Korallenriffen oder Seegraswiesen.

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Wie sich die genetische Entwicklung ganzer Arten manipulieren lässt

Etwa 40 Stechmückenarten können Malaria übertragen. foto: ap/felipe dana
Eine neue Technologie namens Gene-Drive stellt die Vererbungslehre auf den Kopf. Sie birgt große Chancen, aber auch unabschätzbare Risiken.

David Rennert | DERSTANDARD.at

Fast eine halbe Million Menschen stirbt jährlich an Malaria – zum größten Teil Kinder. Seit Jahrzehnten wird intensiv an der Entwicklung von Impfstoffen geforscht, der große Durchbruch ist bisher allerdings ausgeblieben. Wissenschafter verfolgen daher auch ganz andere Strategien im Kampf gegen die tückische, von Moskitos übertragene Infektionskrankheit.

Eine davon hat in den vergangenen Jahren gehörigen Auftrieb bekommen, gleichzeitig aber auch heftige Kontroversen ausgelöst. Kein Wunder, geht es dabei doch um nicht weniger als einen beispiellosen Eingriff in die Natur: Mithilfe neuer molekularbiologischer Werkzeuge wird versuchsweise daran gearbeitet, den surrenden Malaria-Überträgern den Garaus zu machen – und zwar endgültig. Manipulationen mit sogenannten Gene-Drives (auf Deutsch Genantriebe) könnten es ermöglich, einzelne Moskitoarten stark zu dezimieren oder sogar vollständig auszurotten. Das könnte auch bei Überträgern anderer gefährlicher Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Zika-Fieber funktionieren.

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„Gott ist darüber erhaben, beleidigt zu werden“

Mouhanad Khorchide setzt sich für einen, wie er sagt, aufgeklärten Islam ein. Denn er ist überzeugt: Islam und Moderne müssen keine Gegensätze sein.
Vor dreißig Jahren, am 14. Februar 1989, verurteilte das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Khomeini den Schriftsteller Salman Rushdie mit einer Fatwa zum Tode. Rushdies Buch „Die satanischen Verse“ sei „gegen den Islam, den Propheten und den Koran“ gerichtet, hieß es. Die Fatwa gilt auch heute noch. Sie ist ein Beispiel für den Umgang mit Blasphemie in islamisch geprägten Ländern. Doch was sagen islamische Gelehrte und die heiligen Schriften des Islam dazu?

Von Mouhanad Khorchide | NDR.de

Wer Gott oder den Propheten beschimpft oder verhöhnt, der begeht eine blasphemische Handlung – darüber herrscht unter den islamischen Gelehrten Einigkeit. Diese Schmähung gilt als eine der größten Sünden, die ein Mensch begehen kann. Man ist sich dabei einig, dass wer diese Sünde begeht, von der jeweiligen Behörde eines islamischen Landes zur Reue gerufen werden soll. Wenn die betroffene Person dennoch keine Einsicht und Reue zeigt, gelte sie als vom Islam abgefallen, sie wird zum Ungläubigen erklärt.

In der Sure 9, 65-66 heißt es über die Gotteslästerer: „Wenn du, Mohammed, sie fragst, so sagen sie bestimmt: ‚Wir haben nur dahergeredet und uns lustig gemacht.‘ Sprich: ‚Habt ihr euch etwa lustig gemacht über Gott und seine Zeichen und seinen Gesandten? Entschuldigt euch nicht! Ungläubig wurdet ihr, nachdem ihr gläubig wart!'“

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Studie über Konservatismus: Ohne Inhalte regiert es sich besser

Neun Jahre nach der „Wende“: die Outsiderin Angela Merkel, damals Bundesfrauenministerin, und der föderale Insider Helmut Kohl 1991 auf dem CDU-Parteitag. Bild: dpa
Defizite, die vielleicht ja doch ein Vorteil sind: Thomas Biebricher sorgt sich um den Zustand des deutschen Konservatismus und wirft einen Blick auf die Ära Kohl. Eine wunderbar lesbare Studie.

Von Philip Manow | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was macht eigentlich …? Wer so fragt, liefert mit der Frage auch immer schon eine „Lange nichts mehr gehört von“-Diagnose mit. Konservative sollten sich also sorgen, wenn man sich so um sie sorgt wie Thomas Biebricher in „Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“. Und richtig, was sich schon im Titel ankündigt, formt sich dann nach gut dreihundert Seiten einerseits Debattenrekonstruktion, andererseits nacherzählter politischer Ereignisgeschichte seit 1982, dem Geburtsjahr ebenjener titelgebenden geistig-moralischen Wende, auch in den Schlussfolgerungen zu einem insgesamt eher ernüchternden Bild: „bedenklicher Zustand“, „mit Händen zu greifende Verflachung“, „weitgehende Austrocknung der substantiellen Sinnreservoire“, „Entsubstanzialisierung“. Und so weiter.

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Gravitationswellen lösen altes kosmisches Rätsel

Deep Space. Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Die Ausdehnung des Alls beschleunigt sich, um welchen Wert, ist allerdings unklar. Eine neue Messmethode dürfte das Mysterium klären

Thomas Bergmayr | DERSTANDARD

Der Kosmos besteht überwiegend aus Elementen, die sich bisher jeglicher Beobachtung entzogen haben. All das, was wir selbst mit modernsten Beobachtungsinstrumenten wahrnehmen können, stellt offensichtlich nur einen winzigen Bruchteil dessen dar, was das Universum tatsächlich ausmacht. So lässt sich beispielsweise aufgrund der Masse der sichtbaren Sterne nicht erklären, warum Galaxien nicht einfach auseinanderdriften. Aktuelle Theorien postulieren daher eine unsichtbare Masse, die Dunkle Materie, deren Gravitationskraft dafür sorgt, dass die Sterneninseln ihre Form behalten.

Rätselhafte Dunkle Energie

Eine weitere bisher unerklärliche Kraft bewirkt, dass das Universum sich immer schneller ausdehnt. Für dieses beschleunigte Aufblähen des Weltalls wird im Rahmen des aktuell gültigen kosmologischen Standardmodells die Dunkle Energie verantwortlich gemacht. Die Quelle dieser Energie ist weitgehend unbekannt, immerhin zeigen bisherige Berechnungen, dass diese Dunkle Energie rund 70 Prozent des Energiegehalts des Universums ausmacht.

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Sie wollen kein Gotteshaus betreten und keine Dienste tun – „Maria 2.0“: Katholische Frauen treten in den Kirchenstreik

Bild: © Jarek Witkowski – stock.adobe.com
Gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kirche wendet sich eine ungewöhnliche Aktion von Katholikinnen in Münster: Sie rufen Frauen in ganz Deutschland dazu auf, eine Woche lang in Kirchenstreik zu treten und ihre Dienste ruhen zu lassen. Das Motto: „Maria 2.0“.

Von Agathe Lukassek | katholisch.de

In einem Lesekreis katholischer Frauen der Münsteraner Heilig-Kreuz-Gemeinde kippte Anfang Januar die Stimmung: Den sieben Frauen, die sich einmal im Monat trafen, um „Evangelii Gaudium“ („Die Freude des Evangeliums“) zu lesen, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2013, war gar nicht nach Freude zumute. Die Missbrauchsfälle in der Kirche und die andauernde Ausgrenzung von Frauen setzten ihnen zu, berichtet Lisa Kötter. „Aus dem ewigen ‚Man müsste mal‘ machten wir dann ein ‚wir machen es nun'“. Die Frauen rufen zu einem einwöchigen Kirchenstreik katholischer Frauen auf – nicht nur in ihrer Gemeinde. Eine eigens angelegte Facebook-Seite soll anregen, dass sich auch andere Pfarreien in ganz Deutschland der Aktion anschließen. „Wir hatten kein Vorbild dazu; wir machen etwas, das es noch nicht gab“, sagt sie.

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Im Erdmantel gibt es Gebirge: Bis zu drei Kilometer hohe Berge an der Grenze zwischen oberem und unterem Mantel

Die Grenze zwischen oberem und unterem Erdmantel ist nicht eben, sondern von Bergen und Tälern durchzogen. © Naeblys/ iStock
Verborgene Topografie: Unser Planet hat tief im Inneren ähnliche Berge und Täler wie an seiner Oberfläche. Denn die Grenze zwischen oberem und unterem Erdmantel ist überraschend uneben, wie seismische Analysen enthüllen. Die Übergangszone in 660 Kilometer Tiefe bildet demnach kleinräumige Rippel von einem bis drei Kilometer Größe, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Der Erdmantel wird oft als eher einförmige, rötliche Masse dargestellt. Doch diese Grafiken täuschen. Denn in Wirklichkeit gibt es innerhalb des Mantels mindestens zwei klar abgegrenzte Übergangszonen. In rund 410 Kilometern Tiefe wird das vorherrschende Mineral Olivin zu Wadsleyit und dem wasserhaltigen Ringwoodit. In 660 Kilometern Tiefe folgt die Grenze zwischen oberem und unterem Erdmantel – sie ist mit einer erneuten Umwandlung der Mineralstrukturen verknüpft.

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Kirchenaustritte 2018 in Bayern: Sprunghafter Anstieg – die selbsternannten Apostel wollen das nicht kommentieren

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Bayerischer Rundfunk: Austritte steigen um 25 Prozent – Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm möchte dies nicht kommentieren

kath.net

Schlechte Nachrichten für den Münchner Kardinal Rainhard Marx und den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Im vergangenen Jahr haben in Bayern durchschnittlich gut ein Viertel mehr Katholiken und Protestanten ihre Kirche verlassen als 2017. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk (BR), dem die Zahlen aus 57 bayerischen Städten mit je mindestens 20.000 Einwohnern vorliegen.

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