Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert


Bild: tagesschau.de
Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert. Die Begründung: Armutsbekämpfung. Bis heute warten sie auf Entschädigung.

Von Matthias Ebert | tagesschau.de

Die Krankenschwestern kamen in Begleitung von Polizisten und schlugen die Tür von Rute Zuñigas Lehmhütte auf. Kurz darauf saß die Quechua-Frau aus einem Andental bei Cusco im örtlichen Gesundheitszentrum. Im Behandlungszimmer erklärten ihr die Ärzte, dass Zuñiga jetzt zwangssterilisiert werde – während ringsherum miserable hygienische Bedingungen herrschten.

Hände und Beine festgebunden

Als sich die damals 28-Jährige wehrte, band man ihr Hände und Beine fest, bevor die Operation losging. Weil die Betäubung offenbar nicht stark genug war, spürte Zuñiga, wie am Ende ihre Wunde zusammengenäht wurde.

All das passierte am 10. Februar 1999 – ein Datum, welches Zuñiga nie mehr vergessen wird. Die Bäuerin hatte bereits vier Kinder und ihr Mann gibt ehrlich zu, dass er heute froh ist, dass die arme Familie durch den Zwangseingriff nicht noch kinderreicher wurde. Doch für Zuñiga ist das Leben seitdem nicht mehr dasselbe.

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