How Your Brain Decides Without You

Illustration by Tim O’Brien
In a world full of ambiguity, we see what we want to see.

By Tom Vanderbilt | NAUTILUS

Princeton’s Palmer Field, 1951. An autumn classic matching the unbeaten Tigers, with star tailback Dick Kazmaier—a gifted passer, runner, and punter who would capture a record number of votes to win the Heisman Trophy—against rival Dartmouth. Princeton prevailed over Big Green in the penalty-plagued game, but not without cost: Nearly a dozen players were injured, and Kazmaier himself sustained a broken nose and a concussion (yet still played a “token part”). It was a “rough game,” The New York Times described, somewhat mildly, “that led to some recrimination from both camps.” Each said the other played dirty.

The game not only made the sports pages, it made the Journal of Abnormal and Social Psychology. Shortly after the game, the psychologists Albert Hastorf and Hadley Cantril interviewed students and showed them film of the game. They wanted to know things like: “Which team do you feel started the rough play?” Responses were so biased in favor of each team that the researchers came to a rather startling conclusion: “The data here indicate there is no such ‘thing’ as a ‘game’ existing ‘out there’ in its own right which people merely ‘observe.’ ” Everyone was seeing the game they wanted to see. But how were they doing this? They were, perhaps, an example of what Leon Festinger, the father of “cognitive dissonance,” meant when he observed “that people cognize and interpret information to fit what they already believe.”

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Die Welt wird unsicherer – die Ära der Rüstungskontrolle geht zu Ende

Der Vizepräsident der USA, Mike Pence, nahm ebenfalls an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. (Bild: Imago)
Das dichte Netz der atomaren Abrüstungsverträge zerfällt gerade. Den USA, Russland und China ist das ziemlich egal. Nur die Europäer machen sich Sorgen, aber sie sind machtlos, wie die Münchner Sicherheitskonferenz zeigt.

Eric Gujer | Neue Zürcher Zeitung

Jedes Jahr beugt sich die Münchner Sicherheitskonferenz sorgenvoll über einen Patienten, der der diplomatischen Therapie bedarf. In der Vergangenheit waren dies Ägypten nach dem Arabischen Frühling, die Ukraine oder Amerika in den Zeiten eines unberechenbaren Oberbefehlshabers. Diesmal war der Patient Europa selbst – als Sicherheitsraum oder besser: als Unsicherheitsraum. Denn Russland ist bald in einer Position, in der es den alten Kontinent nuklear erpressen kann.

Ein Szenario illustriert die mögliche Bedrohung. Russland besetzt die drei baltischen Staaten mit der Begründung, dass diese früher einmal zur Sowjetunion gehörten. Die Nato muss dies hinnehmen wie 2014 die Annexion der ebenfalls einst sowjetischen Krim. Denn Moskau richtet seine Atomraketen auf Westeuropa, ohne dass die Europäer dem etwas entgegensetzen könnten. Das Beispiel ist zum Glück nicht sehr wahrscheinlich, aber es enthält einen höchst aktuellen und durchaus realen Kern.

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Priester-Ausbildung: „Aus Machtgefälle ergibt sich Missbrauch“

Bild: tagesschau.de
Immer weniger Männer in Deutschland wollen Priester werden. In ihrer Ausbildung reden sie auch über die Missbrauchsskandale in ihrer Kirche und stellen fest, dass sich das Machtbild der Kirche ändern muss.

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Christian Jager hat Postkarten in seinem Zimmer im Priesterseminar aufgestellt. Auf einer ist zu lesen: „Steh‘ zu den Dingen, an die Du glaubst. Auch, wenn Du alleine dort stehst.“ Auf einer anderen: „Halt’s Maul. Ich bin voll nett!“ Das sind nicht bloß Postkartensprüche, sondern auch Antworten. Der 22-Jährige will Priester werden und wird außerhalb der Mauern des Priesterseminars oft gefragt: „Was willst Du denn in diesem Verein?“

Wer etwas über den Zustand der katholischen Kirche wissen möchte, dem helfen zwei Zahlen. Neun Bistümer zusammen schicken derzeit gerade einmal 25 junge Männer ins Priesterseminar am Rande von Frankfurt am Main. Hier versammeln sich vor allem junge Männer aus dem Norden der Republik. Im Süden, wo es mehr Katholiken gibt, sehen die Zahlen für die katholische Kirche besser aus. Doch auch das ändert nichts am Trend.

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Als das Kreuz verschwand, verließ er seine Pfarrstelle

Bild: Leipziger Blatt.
Inmitten der Hamburger Innenstadt, in der Rathauspassage, liegt ein Ort der Seelsorge, des christlichen Miteinanders, der Andachten. Das passte nicht allen. Nun hat der Pastor das Handtuch geworfen.

DIE WELT

Pastor Nils Petersen hat die Hamburger Rathauspassage nach viereinhalb Jahren verlassen. Er habe das kirchliche Profil der diakonischen Einrichtung stärken wollen, sagte er der „Evangelischen Zeitung“ (Ausgabe: 17. Februar).

Sein Arbeitsmotto „Hier ist Kirche“ sei aber nicht von allen geteilt worden. So habe er ein Kreuz in der Einrichtung angebracht, das von den Mitarbeitern abgenommen und versteckt worden sei. Petersen: „Das hat mir richtig wehgetan.“

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Plasma Waves Are Cooking Electrons in Earth’s Magnetic Shield

A colorful illustration shows the spacecraft of the Magnetospheric Multiscale Mission passing through the plasma of space. (Image: © NASA)
Space is warm — or, at least, warmer than it should be. All across the universe, including in our own solar system, astronomers have found that the nearly empty places between the stars and galaxies and other matter contain more heat than existing knowledge can fully explain.

By Rafi Letzter | SPACE.com

So what’s cooking the void?

A new study conducted in space might offer an answer: plasma waves banging into electrons. [The 18 Biggest Unsolved Mysteries in Physics]

Those nearly empty places in our solar system do have some stuff in them. There’s solar wind, which consists of thin streams of charged particles, like electrons, moving at superhigh velocities away from the sun. And there’s loose plasma, a form of matter that’s widely distributed throughout the universe and that often exists in a chaotic, „turbulent“ state.

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Nach Notstandserklärung: US-Bischöfe kritisieren Trump

Bild: Trump/Facebook
Donald Trump macht ernst: Um an zusätzliches Geld für den Bau einer Mauer zu Mexiko zu kommen, hat der US-Präsident den nationalen Notstand ausgerufen. Die Bischöfe zeigen sich über dieses Vorgehen besorgt – und berufen sich auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Die US-amerikanischen Bischöfe haben den jüngsten Schritt von Präsident Donald Trump zum Bau einer Mauer an der Südgrenze des Landes verurteilt. In einer Erklärung äußerten sich die Bischöfe tief besorgt über die Tatsache, dass Trump am Freitag dazu den nationalen Notstand ausgerufen hatte. Dies laufe der klaren Absicht des Kongresses zuwider, die Mittel für den Ausbau der Grenzanlagen zwischen Mexiko und den USA zu beschränken.

„Die Mauer ist in erster Linie ein Symbol für Spaltung und Feindseligkeit zwischen zwei befreundeten Ländern“, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. Sie verweisen dabei auf Papst Franziskus, der betont habe, dass es in der Welt Brücken anstatt Mauern brauche.

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Gelbwesten: Kreisel ohne Ausgang?

Archivbild vom 29. Dezember 2018: Versammlung vor dem Ratshaus in Belfort. Foto: Thomas Bresson / CC BY 4.0
Beim gestrigen Acte XIV bestätigen sich Grenzen der Mobilisierung für die Demonstrationen. Ein antisemitischer Zwischenfall wirft ein hässliches Licht auf Teilnehmer der Proteste

Thomas Pany | TELEPOLIS

Vor genau drei Monaten, am 17.November 2018, kam es zum ersten Protest der Gilets jaunes (Gelbwesten). Niemand hatte damals vorausgesehen, welche Dimension die „Kreiselverkehr-Blockaden“ annehmen würden. Mittlerweile ist „La France périphérique“ ein politisches Schlüsselwort geworden, das für einen neuen Blick auf die Schichten steht, die als Verlierer der Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte gelten.

Eindruck der Stagnation

Welche neue politische Form sich aus den Gelben Westen entwickeln würde, war ziemlich bald die Frage, als sich zeigte, welche politische Wucht die Gilets jaunes in der französischen Öffentlichkeit erhielten. Unter den Organisatoren der Bewegung wurde sehr darauf geachtet, Distanz zu bekannten, etablierten politischen Akteuren, Parteien und Gewerkschaften, wahren. Die Dauerfrage, wohin sich die Protestbewegung bewegt, stellt sich nach dem gestrigen Acte XIV weiterhin – mit einem deutlich stärkeren Eindruck der Stagnation.

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Austria: Kirche zahlte 27 Millionen an Missbrauchs-Opfer

APA/BARBARA GINDL
2010 wurde die Klasnic-Kommission von Kardinal Schönborn eingesetzt. Seitdem wurden knapp 2000 Opfern – zwei Drittel davon Männer – finanzielle oder therapeutische Hilfsleistungen zuerkannt. Eine Opfer-Plattform fordert indes eine Gedenkstätte.

Die Presse

Die von Kardinal Christoph Schönborn beauftragte „unabhängige Opferanwaltschaft“ hat seit ihrer Gründung 2010 in 1.974 Fällen positiv entschieden. In weiterer Folge wurden durch die römisch-katholische Kirche Hilfsleistungen – finanziell oder therapeutisch – in der Höhe von 27,3 Mio. Euro zuerkannt. 66,4 Prozent der Betroffenen, die sich gemeldet haben, waren Männer.

Die direkten finanziellen Entschädigungen an die Opfer betrugen seit Bestehen der Klasnic-Kommission 21,7 Mio. Euro. Zusätzlich wurden rund 60. 000 Therapiestunden umgesetzt, deren Kosten sich auf 5,5 Mio. Euro belaufen.

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«Die liberale Demokratie hat mehr zum menschlichen Glück beigetragen, als Buddha es je getan hat»

An die Stelle der alten Metaphysik und der reinen Sprachanalyse setzte Richard Rorty eine Art philosophische Gelassenheit. (Bild: Steve Pyke)
Er entzauberte die grossen Metaphysiker und war ein Meister der feinen Ironie: der amerikanische Philosoph Richard Rorty (1931–2007). Die Demokratie verteidigte er ebenso wie den Kapitalismus – weil alle anderen Ordnungen noch schlechter seien. Wir publizieren eines seiner letzten Gespräche erstmals auf Deutsch.

Robert P. Harrison | Neue Zürcher Zeitung

Herr Rorty, was ist das, die analytische Philosophie?

Die analytische Philosophie startete als Reaktion gegen den Versuch, die wahre Natur der Wirklichkeit zu benennen. Das wurde als Metaphysik verurteilt, als unerwünschtes und unmögliches Unternehmen. Die Idee bestand darin, der Metaphysik über die Analyse von Sprache ein Ende zu setzen und der ganzen Philosophie ein Ende zu bereiten. Das passierte zwar nicht, aber diese Idee war es, die der Bewegung ihren Glanz verlieh.

Was geschah stattdessen?

Die Metaphysik erlebte gewissermassen eine Wiedergeburt innerhalb der analytischen Philosophie. Nachdem die Leute über Jahrzehnte Probleme «aufgelöst» und die «Begriffsverwirrung» offengelegt hatten, wurden sie dieses Verfahrens überdrüssig. Sie sagten dann: Nein, eigentlich möchten wir die Natur der Wirklichkeit ergründen, aber die Wissenschaft sagt uns das zum Glück ja schon – es sind Atome und das Leere. Alles besteht aus physikalischen Elementarteilchen. Leute wie ich sagen dagegen: Es gibt keine wahre «Natur der Welt», die Wissenschaft zeigt sie uns nicht, auch nichts anderes zeigt sie uns.

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Religion sei ohne Glaubwürdigkeit „am Ende“ – Kirchenhistoriker: Missbrauchsskandal größere Krise als Reformation

Bild: ©KNA
Der sexuelle Missbrauch sei Teil einer Systemkrise in der katholischen Kirche, sagt der Kirchenhistoriker Hubert Wolf. Nun müssten die Bischöfe mit grundlegenden Änderungen beginnen. Dabei gehe es nicht nur um den Zölibat.

katholisch.de

Der katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf sieht den sexuellen Missbrauch als Teil einer Systemkrise in der katholischen Kirche. Wenn die Bischöfe es mit ihrer Ankündigung, dass Thema Missbrauch aufarbeiten zu wollen und auf der Seite der Opfer zu stehen, ernst meinten, müssten sie mit grundlegenden Änderungen beginnen, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk.

„Ich halte diese Krise, wenn ich sie historisch anschauen, für größer als das, was in der Reformation passiert ist“, fügte der Geistliche hinzu. Die Kirche lebe vom Glauben und von ihrer Glaubwürdigkeit. „Eine Religion, die keine Glaubwürdigkeit hat, ist am Ende.“

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