Hartz IV für Anfänger: Politiker, die nackten Menschen in die Taschen greifen


Grafik: TP
CDU und CSU fordern mehr Eigenverantwortung von Hartz IV-Empfängern. Die kostet aber so viel, dass sie für einen Großteil der Bevölkerung nicht bezahlbar ist

Oliver Eberhardt | TELEPOLIS

Es scheint eine einfache Forderung zu sein: Mehr Eigeninitiative, mehr Eigenverantwortung müssten die Menschen in diesem Lande an den Tag legen, heißt es von Politikern der CDU und CSU. Oft konzentriert sich die Debatte dabei auf das Arbeitslosengeld II (ALG II), das unter dem Namen Hartz IV – je nachdem, wo man politisch und finanziell steht – entweder zum Synonym für diejenigen geworden ist, die sich „im sozialen Netz ausruhen“, oder zum Inbegriff der staatlichen Gängelung von Armen, die in der Fachsprache „Hilfebedürftige“ genannt werden.

Die Rechnung scheint im Grunde ganz einfach: Man muss diese Hilfebedürftigen fördern und fordern, dann werden sie sich schon qualifizieren, auf Jobsuche begeben und am Ende mit Brieftaschen voller Geld das System verlassen.

Wer die Grundsicherung bekommt

An dieser Stelle bietet sich ein Blick in die „Analyse der Grundsicherung für Arbeitssuchende“ an, die die Agentur für Arbeit monatlich veröffentlicht veröffentlicht; die Zahlen werden nun möglichst knapp zusammengefasst: Im September 2018 bezogen 5,96 Millionen Menschen Hartz IV.

Weiterlesen