Surprise! Earth’s Atmosphere Extends Far Beyond the Moon

A cloud of hydrogen atoms called the geocorona exists where Earth’s atmosphere bleeds into outer space. New research suggests that this cloud extends far beyond the orbit of the moon, reaching up to 390,000 miles (630,000 kilometers) above Earth’s surface. (Image: © ESA)
Tiny wisps of Earth air stretch way out into deep space, far beyond the moon’s orbit, a new study suggests.

By Mike Wall | SPACE.com

Earth’s „geocorona“ — a tenuous cloud of hydrogen atoms — extends up to 390,000 miles (630,000 kilometers) into space, according to the new research. For perspective: The moon orbits Earth at an average distance of 239,000 miles (384,600 km).

„The moon flies through Earth’s atmosphere,“ study lead author Igor Baliukin, of Russia’s Space Research Institute, said in a statement. „We were not aware of it until we dusted off observations made over two decades ago by the SOHO spacecraft.“ [Earth Quiz: Do You Really Know Your Planet?]

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Fall Amri: Behörden könnten Mittäter geschützt haben

Bilel Ben Ammar (links) und Anis Amri (2. von rechts) Foto: bm
Im Fall des Breitscheidplatz-Attentäters Anis Amri gehen die Mitglieder der Untersuchungsausschüsse im Bund und Berlin einem schweren Verdacht nach: Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ soll der Tunesier bei der Anschlagsdurchführung von einem Landsmann unterstützt worden sein.

Ulrich Kraetzer | Berliner Morgenpost

Deutsche Behörden sollen über die angebliche Mittäterschaft informiert gewesen sein. Wie bereits bekannt, wurde der Islamist dennoch wenige Wochen nach dem Anschlag in sein Heimatland Tunesien abgeschoben. Damit steht ein ungeheuerlicher Vorwurf im Raum: Deutsche Behörden könnten einen mutmaßlichen Terroristen außer Landes geschafft haben, um ihn als Agent eines Drittstaates vor weiterer Strafverfolgung zu schützen.

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CDU-Politiker fordert Ausschluss der Ditib von Islamkonferenz: Abhängigkeit fördert Desintegration

Zu abhängig von der Türkei sei der Moscheeverband Ditib, findet CDU-Innenpolitiker de Vries. Deshalb forder er eine Suspendierung des Verbands aus der Islamkonferenz sowie weitere Maßnahmen.

DOMRADIO.DE

Der CDU-Innenpolitiker Christoph de Vries fordert einen Ausschluss des deutsch-türkischen Moschee-Verbands Ditib von der Deutschen Islamkonferenz. Dessen „umfassende Abhängigkeit“ vom türkischen Staat befördere die Desintegration türkischstämmiger Muslime in Deutschland, sagte er dem „Spiegel“.

„Ditib sollte so lange aus der Deutschen Islamkonferenz suspendiert werden, bis der Verband sich satzungsrechtlich und personell unabhängig gemacht hat von der Türkei“, sagte de Vries. Zudem solle die Einreise von Ditib-Imamen aus der Türkei, die bisher in einem vereinfachten Verfahren nach Deutschland zum Predigen kommen können, unterbunden werden, so der CDU-Politiker. Andere Islamverbände seien bereits seit Längerem in der Lage, ihre Imame in Deutschland auszubilden und selbst zu finanzieren.

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Vatikan-Konferenz: „Kirche in existenzieller Krise“

Bischöfe im Vatikan, Rom (imago/Ulmer/Lingria)
Die katholische Kirche steckt nach Ansicht der Theologin Marianne Heimbach-Steins in einer existenziellen Krise.

Dlf24

Die Loyalität der Gläubigen werde auf eine harte Probe gestellt, sagte Heimbach-Steins im Deutschlandfunk. Viele Verantwortungsträger würden über Fragen nachdenken, über die man vor ein paar Jahren kaum habe sprechen dürfen – wie etwa der Zölibat. Das sei ein Signal, dass die Tragweite des Problems allmählich erkannt werde. Es handele sich nicht nur um Missbrauch. Vielmehr gebe es strukturell begünstigende Faktoren in diesem sehr hierachischen, sehr klerikalen System der katholischen Kirche.

„Riesendefizit“ bei kirchlicher Rechtskultur

Die kirchliche Rechtskultur weise ein Riesendefizit auf, das sich nicht mit einer Konferenz aufarbeiten lasse, sagte die Theologin der Universität Münster mit Blick auf den Anti-Missbrauchs-Gipfel der Bischöfe im Vatikan.

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Relativistische Jets statt Kokon

Beabudai Design
Vor 130 Millionen Jahren stießen in der Galaxie NGC 4993 zwei Neutronensterne zusammen und verschmolzen miteinander. Auf der Erde registrierten Astronomen die Kollision am 17. August 2017 als Gammastrahlungsausbruch, als Gravitationswellensignal und auch als Aufleuchten im optischen, Radio- und Röntgenbereich.

Rainer Kayser | Welt der Physik

Beobachtungen eines Forscherteams mit dem Very Long Baseline Interferometer VLBI – einem Zusammenschluss großer Radioteleskope – zeigen jetzt, dass die verschmelzenden Neutronensterne einen Jet produzierten. Dieser eng gebündelte Materiestrahl schießt mit nahezu Lichtgeschwindigkeit ins All hinaus und widerspricht damit bisherigen Modellen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“.

Neutronensterne sind extrem dichte Überreste massereicher Sterne: Haben diese Sterne ihren nuklearen Brennstoffvorrat verbraucht, so kollabieren sie zu einem Objekt, in dem die Materie so dicht gepackt ist wie in den Kernen von Atomen. Der gewaltige Druck presst die Elektronen in die Protonen und verwandelt diese in Neutronen. In Doppelsternsystemen können zwei Neutronensterne entstehen, die sich langsam einander annähern und schließlich miteinander kollidieren. Aus dem Helligkeitsverlauf des Nachglühens der Explosion in der Galaxie NGC 4993 hatten Astronomen im Jahr 2017 zunächst gefolgert, dass sich um die kollidierenden Neutronensterne ein Kokon – also eine dichte Materiehülle – gebildet habe. Dieser Kokon sollte die Energie eines entstehenden Jets aufgenommen und seine weitere Ausbreitung verhindert haben.

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Laizistisches Bündnis fordert Beendigung von Staatsleistungen

Bild: tilly
2019 ist ein Jahr der Erinnerungen: an die Weimarer Verfassung bzw. Reichsverfassung (WRV), die am 14. August 1919 in Kraft trat und die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland von 1919 bis 1933 begründete. Die sogenannten Religionsartikel der WRV (136,137,138, 139,141) wurden 1948 in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland inkorporiert, das am 23. Mai 1949 feierlich in Bonn nach der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rates verkündet wurde. In Art 138 (1) steht der Satz: „Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst.

Dr. Reinhard Hempelmann | EZW

Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.“ Staatsleistungen – Entschädigungszahlungen für die Enteignung kirchlicher Güter zu Beginn des 19. Jahrhunderts – haben demnach eine klare Rechtsgrundlage. Richtig ist jedoch auch, dass es einen Verfassungsauftrag zu ihrer Ablösung gibt. Er wurde nach 100 Jahren WRV und nach 70 Jahren GG noch nicht umgesetzt.

Nicht die Ablösung, sondern eine sofortige Beendigung der Staatsleistungen wird gegenwärtig von einem laizistischen Bündnis vehement gefordert. Dem Bündnis gehören verschiedene Organisationen an: die Bürgerrechtsbewegung Humanistische Union, das 2017 gegründete und der Giordano-Bruno-Stiftung nahestehende Institut für Weltanschauungsrecht (ifw), der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IKBA), in dem sich nichtreligiöse Menschen zusammengeschlossen haben, um eine „konsequente Trennung von Staat und Kirche“ durchzusetzen, die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), die das Leitbild eines evolutionären Humanismus und die Vision einer religionsfreien Gesellschaft vertritt, der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO), dem eine ganze Reihe religions- und kirchenkritischer Organisationen angehört und der in seinen politischen Forderungen einen säkularistischen Staat fordert. Die Humanistische Union stellt als Bürgerrechtsbewegung in der Aufzählung eher die Ausnahme dar, da sie sich einem laizistischen Verständnis der Zuordnung von Religion und Politik verpflichtet sieht, jedoch nicht den Anspruch erhebt, eine atheistisch-humanistische Weltanschauung zu vertreten.

Aus dem Parteienspektrum des Bundestages gehören dem Bündnis die Jungen Liberalen, die Linksjugend (’solid), die Bundesarbeitsgemeinschaft der säkularen Grünen und die Säkularen Sozis an. Weitere regionale Gruppen haben sich dem Bündnis angeschlossen: u. a. die Säkularen Humanisten – GBS Rhein-Neckar e.V., der Bund für Geistesfreiheit, München, die Giordano-Bruno-Stiftung, Regionalgruppe München, das Säkulare Forum Hamburg, die LAG Laizismus – DIE LINKE, Hessen, die Gruppe Religionsfrei im Revier (RiR) und das Säkulare Netzwerk NRW. Eine Unterstützung durch weitere Organisationen wird ausdrücklich gewünscht. Die genannten Organisationen haben sehr geringe Mitgliedszahlen, spielen in öffentlichen Diskursen jedoch eine bedeutsame Rolle. Ihre inhaltlichen Forderungen lauten: Der Deutsche Bundestag soll ein Ablösegesetz verabschieden (1.), ebenso ein Ablösegrundsätzegesetz (2.). Die Länder sollen die Staatsleistungen ohne Zahlung weiterer Entschädigungssummen einstellen (3.). Die evangelische und katholische Kirche sollen auf weitere Staatsleistungen verzichten (4.).

Von kirchlichen Repräsentantinnen und Repräsentanten wird eine Ablösung der Staatsleistungen keineswegs abgelehnt. Ein Bundesgesetz müsste den Ablösefaktor vorgeben. Bezogen auf die jährlich gezahlten Staatsleistungen (ca. 500 Millionen Euro) ist von einem Faktor zwischen ca. fünf und ca. fünfzehn die Rede. Die Forderung, Art. 138 umzusetzen, hat Plausibilität. Das laizistische Bündnis will aber keineswegs nur dies. Es will einen laizistischen Staat. Das religionsfreundliche Modell der WRV und des GG soll gerade nicht fortgesetzt werden. Die Erinnerung an den Verfassungsauftrag dient einem religionspolitischen Systemwechsel. Die in der Weimarer Verfassung geforderte Ablösung wird als längst erfolgt betrachtet. Das religionsfreundliche Modell des Verfassungsrechts in Deutschland wird grundsätzlich infrage gestellt: kein Körperschaftsstatus für religiöse Gemeinschaften, kein Einzug der Kirchensteuer durch Finanzämter, kein Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, keine theologischen Fakultäten an Universitäten, keine Lehrstühle für islamische Theologie …

Im Jahr der Erinnerung an die WRV und das GG sollte nicht nur über Staatsleistungen nachgedacht werden. Zentrale religionspolitische Zukunftsfragen sind zu beantworten. Warum und inwiefern ist die grundgesetzlich eröffnete Möglichkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Staat und Religion auch in Zeiten weltanschaulicher Pluralisierungsprozesse zukunftsfähig? Im Unterschied zu Ländern mit laizistischer Ordnung gewährt und fördert der deutsche Staat die Eigenständigkeit und zivilgesellschaftliche Rolle von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften nach dem „Prinzip der respektvollen Nicht-Identifikation“ (Heiner Bielefeldt).

Die in WRV ausgesprochen Orientierungen zum Staat-Kirche-Verhältnis und ihre Rezeption im GG können auch angesichts unverkennbarer Prozesse eines zunehmenden religiös- weltanschaulichen Pluralismus eine ausgleichende und dem öffentlichen Frieden dienende Wirkung entfalten. Die grundlegenden Perspektiven der WRV und des GG sind m. E. pluralismusfähig. Es war ein Akt der Weisheit, dass im Verfassungstext kein Staat-Kirche-Verhältnis formuliert und festgelegt wurde, sondern ein Verhältnis des Staates zu den Religionsgesellschaften. Die grundgesetzlich eröffnete Möglichkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Staat und Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gilt für alle. Denn der säkulare Rechtsstaat identifiziert sich nicht mit einer bestimmten Religion, sondern ist Heimstatt für alle und gibt den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften „den gleichen weltlichen Boden der freien Entfaltung“. (Martin Heckel)

BA§TA Bündnis altrechtliche Staatsleistungen abschaffen

Politischer Islam: Was gehört zu Deutschland?

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann hat zusammen mit Winfried Bausback (CSU) ein Buch zum politischen Islam in Deutschland herausgegeben (pa/dpa/Kappeler)
Der politische Islam will die Gesellschaft nach religiösen Vorstellungen umgestalten. Nicht das Volk soll Souverän sein, sondern Gott. Dazu erscheint ein Buch mit Essays namhafter Experten, herausgegeben vom CDU-Politiker Carsten Linnemann. Fazit: Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland.

Von Marie Wildermann | Deutschlandfunk

Dass Wirtschaftspolitiker sich mit dem Islam beschäftigen, ist eher ungewöhnlich. Carsten Linnemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU und zuständig für Wirtschaftspolitik, wurde schon als Student mit dem politischen Islam konfrontiert.

„Ich hab eine Zeit in Riad gelebt, hab dort zu meinem Promotionsprojekt gearbeitet und geforscht, aber natürlich durch das Leben in Riad hab ich mitbekommen, wie es zwei Schlangen gab bei MacDonalds, die eine Schlange für Frauen, die andere für Männer, wie Zeitschriften, Zeitungen aus Deutschland geschwärzt wurden, nur, weil eine Frau ein T-Shirt anhatte. Wo ich gemerkt habe, hier gibt es ein anderes Verständnis von einem Staat. Es ist eben nicht der freiheitliche Staat, den wir kennen, mit Meinungsfreiheit, mit Gleichberechtigung von Frau und Mann, Pressefreiheit. Und dadurch bin ich sensibilisiert worden. Und in den letzten Jahren verstärkt von Unternehmern, die sich auch Sorgen machen um den Zusammenhalt dieses Landes.“

Wenn er Unternehmen besuche, werde er fast immer auf Probleme mit der Integration angesprochen.

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»Wir brauchen Militärrabbiner«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden
Josef Schuster über jüdische Seelsorge und die Aufgaben von Rabbinern in der Bundeswehr

Von Hans-Ulrich Dillmann | Jüdische Allgemeine

Herr Schuster, Juden in der Bundeswehr gibt es seit vielen Jahren. Jetzt möchte der Zentralrat auch jüdische Seelsorger?
Es gibt seit Jahrzehnten jüdische Soldatinnen und Soldaten. Dafür ist auch eine entsprechende Seelsorge notwendig, so wie sie die katholische und evangelische Kirche bereits leistet. Es gibt auch einen zweiten, ebenso wichtigen Grund: der Lebenskundliche Unterricht, der sich mit der Berufsethik der Soldaten in der Bundeswehr befasst. Es ist ausgesprochen wichtig, gerade heute das Thema Judentum authentisch im Rahmen dieses Lebenskundlichen Unterrichts zu vermitteln.

Wollen Sie auch in die Bundeswehr wirken?
Mir geht es neben der wichtigen direkten Betreuung jüdischer Soldatinnen und Soldaten natürlich auch um das Wirken der jüdischen Militärseelsorger innerhalb der Bundeswehr. Militärrabbiner können sehr wohl auch Anlaufstelle für nichtjüdische Soldatinnen und Soldaten sein.

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‚River of Stars‘ Streaming Through the Milky Way Was Hiding in Plain Sight for 1 Billion Years

In this stereographic projection, the Milky Way curves around the entire image in an arc, with the newly discovered river of stars displayed in red and covering almost the entire southern Galactic hemisphere
One billion years ago, a cluster of stars formed in our galaxy. Since then, that cluster has whipped four long circles around the edge of the Milky Way. In that time, the Milky Way’s gravity has stretched that cluster out from a blob into a long stellar stream. Right now, the stars are passing relatively close to Earth, just about 330 light-years away. And scientists say that river of stars could help determine the mass of the entire Milky Way..

By Rafi Letzter | SPACE.com

Astronomers have seen these stars before, mixed in with lots of stars all around them. But until now, they didn’t realize the stars were part of a group. The river, which is 1,300 light-years long and 160 light-years wide, winds through the Milky Way’s vast, dense star field. But 3D-mapping data from Gaia, a European Space Agency spacecraft, showed that the stars in the stream moved together at roughly the same speed and in the same direction.

„Identifying nearby disk streams is like looking for the proverbial needle in a haystack. Astronomers have been looking at, and through, this new stream for a long time, as it covers most of the night sky, but only now realize it is there, and it is huge, and shockingly close to the sun,“ João Alves, an astronomer at the University of Vienna and second author of the paper, said in a statement. [Large Numbers That Define Our Universe]

Though space is full of these stellar streams, they’re often difficult to study because they’re well-camouflaged amidst surrounding stars. Typically, these stellar streams are also much farther away.

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https://www.space.com/river-of-stars.html?utm_source=sdc-newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=20190221-sdc&jwsource=cl

Staat und Kirche – diese Ehe muss dringend geschieden werden

Ulrich Koch (3.v.r), Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt, eröffnet die Verhandlung zum Sonderstatus der katholischen Kirche als Arbeitgeber in Deutschland. Es ging um den Chefarzt eines katholischen Krankenhauses in Düsseldorf, dem gekündigt wurde, weil er als geschiedener Mann zum zweiten Mal geheiratet hat. Der Fall beschäftigt seit Jahren die Gerichte ©Michael Reichel DPA
Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes gegen die katholische Kirche und für einen Arzt in zweiter Ehe ist es höchste Zeit, Staat und Kirche vollständig zu trennen. Es wäre ein Segen für beide Seiten.

Frank Ochmann | stern.de

Das an diesem Mittwoch vom 2. Senat des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt gefällte Urteil ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Verhältnis zwischen Staat und Kirche(n) in diesem Land: Demnach darf einem Arzt aus Düsseldorf, der in zweiter Ehe lebt, von seinem katholischen Arbeitgeber nicht gekündigt werden, obwohl der Mediziner durch seine Lebensführung gegen die moralischen Grundsätze der katholischen Kirche verstoßen hat. Schon deshalb ist das so, weil an seiner beruflichen Qualität bis heute kein Zweifel besteht und, wie das Gericht feststellt, das katholische Eheverständnis für die Güte seines ärztlichen Handelns offenbar keine Voraussetzung ist.

Dass der Fall viele Jahre verhandelt werden musste und durch alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof und wieder zurück ging, ist schon deshalb bemerkenswert, weil die katholische Kirche in Deutschland inzwischen ihr eigenes Arbeitsrecht geändert hat.

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„Besser Frauen in Not helfen“: Spahns Abtreibungsstudie weckt Misstrauen

Der Gesundheitsminister will es nochmal wissen: Wie belastend ist eine Abtreibung für Frauen? picture alliance/dpa
Gesundheitsminister Spahn will untersuchen, ob Schwangerschaftsabbrüche Frauen seelisch belasten. Fünf Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden. Die Fachwelt ist irritiert, weil die Frage schon erforscht ist. Plant das Ministerium eine politische Studie?

ntv

Eigentlich sollte es für Forscher ein Grund zur Freude sein, wenn die Politik eine Studie in Auftrag gibt. Doch das Misstrauen ist enorm: Das Projekt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die gesundheitlichen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen für Frauen untersuchen zu lassen, stößt in der Fachwelt auf große Skepsis – aus wissenschaftlichen und vor allem aus gesellschaftlichen Gründen: „Es gibt eine alte Tradition, eine Drohkulisse aufzubauen für Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen lassen“, sagt Cornelia Helfferich von der Evangelischen Hochschule Freiburg. „Wenn die Studie in diesem Kontext steht, dann haben wir ein Problem.

Claudia Schumann, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG), vermutet „eine politisch motivierte Studie“. „Da soll eine bestimmte Klientel bedient werden“, sagt die Frauenärztin und Psychotherapeutin aus Northeim.

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Weshalb man in Luxemburg nicht über Religion sprechen kann, ohne die Kirche heraufzubeschwören

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Dass man in Luxemburg anscheinend noch immer nicht über Religion sprechen kann, ohne sogleich das Schreckgespenst der katholischen Kirche heraufzubeschwören, zeigt das Interview, das Laurent Schley, Vorsitzender von AHA, kürzlich dem Tageblatt gab.

Von Norbert Campagna* | Tageblatt Lëtzebuerg

Auf die Frage, ob die Religiosität in Luxemburg sinke, antwortete Schley bejahend mit der Feststellung, dass immer mehr Menschen aus der katholischen Kirche austreten. Auch wenn Schley mit seiner Feststellung richtig liegt, ist diese Feststellung noch kein Beweis für einen Rückgang der Religiosität. Denn es gibt schließlich andere Formen der Religiosität als der Katholizismus oder die Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche. Doch davon einmal abgesehen könnte Schley dennoch, in einem bestimmten Sinn, mit seiner Feststellung richtig liegen. Ob man sich allerdings über diesen Rückgang freuen sollte, ist eine andere Frage.

Um sie zu beantworten, muss zuerst kurz ein Wort zur Religion bzw. zum Begriff der Religion oder Religiosität gesagt werden. Aus den Worten Schleys wird ersichtlich, dass er einen primitiven substantialistischen Religionsbegriff hat, bei dem Religion über den Glauben an ein übernatürliches Wesen – Gott, das Spaghettimonster usw. – definiert wird.

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Deutsche Unikliniken liegen international weit zurück

Die Charité ist als eine von wenigen der 33 deutschen Uniklinken ohne Defizit. Aber die Sparmaßnahmen sorgen immer wieder für…Foto: Jörg Carstensen/dpa
Geld- und Personalnot, kaum Innovationen, in der Forschung abgehängt: Experten suchen Lösungen auf dem Hochschulsymposium in Berlin.

Von Florian Schumann | DER TAGESSPIEGEL

Universitätskliniken haben es nicht leicht. Patienten sollen sie behandeln, künftige Ärzte ausbilden und nebenbei noch forschen – und zwar auf Weltklasseniveau. Diesen Anforderungen steht die harte Realität gegenüber: Es fehlt an Geld und Personal, und in der Forschung sind die USA und China auf vielen Gebieten schon längst enteilt. Auch in der Digitalisierung hinkt die deutsche Medizin hinterher. Um diese Probleme zu diskutieren, luden die Hanns Martin Schleyer-Stiftung und die Heinz Nixdorf-Stiftung gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen am Mittwoch und Donnerstag zu einem Hochschulsymposium unter dem Motto „Hochschulmedizin auf dem Prüfstand“.

„Wir könnten 200 Kliniken schließen“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) drängte in seinem Eröffnungsvortrag auf mehr Tempo bei der Digitalisierung: „Ich möchte, dass wir 2020/21 für jeden, der es will, die elektronische Patientenakte auf dem Smartphone haben.“ Unverständlich findet Spahn, dass es immer gleich „eine kleine Form der Hysterie“ gebe, wenn man Gesundheitsdaten für die Forschung nutzen wolle. Wichtig sei ihm auch, der Digitalisierung in der ärztlichen Ausbildung gerecht zu werden. Die Ausbildung wird gerade im Rahmen des „Masterplans Medizinstudium 2020“ neu entworfen.

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Wenn sich die Kirche über den Rechtsstaat stellt

Die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz beim Gottesdienst in Fulda. (Foto: dpa)
  • Laut einem Bericht der katholischen Kirche haben in Deutschland 1670 katholische Geistliche 3677 meist männliche Minderjährige in den Jahren von 1946 bis 2014 sexuell missbraucht.
  • Bis heute entscheiden die Bistümer meist selbst, ob sie Anklage in einem der Fälle erheben.
  • Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) fordert von der Kirche Einsicht in die Akten zu den Fällen, denn Aufklärung sei „selbstverständlich Aufgabe der Justiz und nicht der Kirche“.

Von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Schön und gut, wenn die Kirchen den sexuellen Missbrauch durch ihre Mitarbeiter aufklären wollen; besser wäre es, sie würden das den Staatsanwälten für Sexualdelikte ermöglichen. Schön und gut auch, wenn die Kirchen von „schmerzhafter“ Aufarbeitung sprechen, die sie jetzt betreiben würden; besser wäre es, die zuständigen Institutionen des Rechtsstaats könnten sich dazu ihre eigene Meinung bilden. So in etwa darf man sich die Reaktion der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) vorstellen, einer langjährigen Strafrichterin, als sie im Oktober den Missbrauchsbericht der katholischen Bischofskonferenz las.

In dem Bericht war von 1670 katholischen Geistlichen die Rede, zwischen 1946 und 2014 sollen sie 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Auch niedersächsische Fälle waren aufgeführt. Fälle, von denen die niedersächsische Justiz teils noch gar nichts wusste. Die Kirche hatte keine Anzeige erstattet. Auch jetzt nannte sie keine Täter. Sie legte die Namen nicht offen.

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