Weshalb man in Luxemburg nicht über Religion sprechen kann, ohne die Kirche heraufzubeschwören


Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Dass man in Luxemburg anscheinend noch immer nicht über Religion sprechen kann, ohne sogleich das Schreckgespenst der katholischen Kirche heraufzubeschwören, zeigt das Interview, das Laurent Schley, Vorsitzender von AHA, kürzlich dem Tageblatt gab.

Von Norbert Campagna* | Tageblatt Lëtzebuerg

Auf die Frage, ob die Religiosität in Luxemburg sinke, antwortete Schley bejahend mit der Feststellung, dass immer mehr Menschen aus der katholischen Kirche austreten. Auch wenn Schley mit seiner Feststellung richtig liegt, ist diese Feststellung noch kein Beweis für einen Rückgang der Religiosität. Denn es gibt schließlich andere Formen der Religiosität als der Katholizismus oder die Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche. Doch davon einmal abgesehen könnte Schley dennoch, in einem bestimmten Sinn, mit seiner Feststellung richtig liegen. Ob man sich allerdings über diesen Rückgang freuen sollte, ist eine andere Frage.

Um sie zu beantworten, muss zuerst kurz ein Wort zur Religion bzw. zum Begriff der Religion oder Religiosität gesagt werden. Aus den Worten Schleys wird ersichtlich, dass er einen primitiven substantialistischen Religionsbegriff hat, bei dem Religion über den Glauben an ein übernatürliches Wesen – Gott, das Spaghettimonster usw. – definiert wird.

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