Das dunkle Geheimnis des verfressenen Untergrundkämpfers


Illustration: Eva Kläui
Der Maulwurf verbringt fast seine ganze Lebenszeit unterirdisch. Eine der Gewohnheiten, die er dort pflegt, kommt tatsächlich besser nicht ans Tageslicht.

Urs Bühler | Neue Zürcher Zeitung

Anders als der Mensch, den die erste Frühlingssonne aus allen Löchern lockt, denkt dieses Kerlchen auch jetzt nicht daran, sein unterirdisches Reich zu verlassen. Wer nun also glaubt, in Zürich gebe es diese Spezies nie und nimmer, dem hilft vielleicht ein philosophischer Exkurs auf die Sprünge: Nicht alles, was für uns unsichtbar ist, existiert auch nicht. Der Europäische Maulwurf, auf dem ganzen Kontinent verbreitet und in den Alpen bis in über 2000 Metern Höhe nachgewiesen, lebt auch in unserer Stadt. Er tut dies unter Wiesen, Wäldern, Gärten und Parkanlagen, sei es in Witikon, am Hönggerberg oder im Friedhof Sihlfeld.

Er selbst verbringt, wiewohl kein verdeckter Ermittler, fast seine ganze Lebenszeit unterirdisch. Nur kegelförmige Häufchen auf der Erdoberfläche verraten ihn. Sie dienen auch der Belüftung seines Gangsystems, das er oft mit der Schermaus teilt (sie hinterlässt Hügelchen, die flacher sind als seine, mit seitlichem statt ein mittig-senkrechtem Loch). Sein spitzes Mäulchen hilft ihm tatsächlich dabei, die Erde nach oben zu schieben.

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