Wenn Beamte das Haar eines Bräutigams nachmessen oder weshalb eine in Bangladesh geschlossene Ehe in Zürich nicht anerkannt wird


Hochzeitszeremonie in Bangladesh. (Symbolbild: Allison Joyce / Getty Images)
Das Zürcher Verwaltungsgericht lehnt die Beschwerde eines Paars aus Bangladesh ab, dessen Heirat im Heimatland in der Schweiz wegen Zweifeln am Hochzeitsdatum nicht beglaubigt wurde. Sehr skurril mutet dabei die Beweisführung an.

Lena Schenkel | Neue Zürcher Zeitung

Gerichtsverfahren strafen Vorurteile nicht selten Lügen; oft präsentiert sich die Situation vor den Schranken oder in schriftlichen Urteilen ganz anders als eingangs aufgrund der Sachlage erwartet. Dies ist auch bei einem kürzlich publizierten Entscheid des Zürcher Verwaltungsgerichts der Fall. Es weist die Beschwerde eines Paars ab, dessen im Ausland geschlossene Ehe in der Schweiz nicht anerkannt wurde. Wer im Urteil weiter liest, dass es sich um Staatsangehörige Bangladeshs handelt, und denkt, es liege womöglich eine Zwangsheirat oder Ähnliches vor, liegt gänzlich falsch.

Das Gemeindeamt des Kantons Zürich, welches die Anerkennung zuvor verweigert hatte, sah bei seiner Prüfung der eingereichten Dokumente weder Gründe, die für eine Ungültigkeitserklärung der Ehe gesprochen hätten, noch zweifelte es an deren Echtheit. Vielmehr stellte es das Hochzeitsdatum des in Bangladesh ausgestellten Ehescheins infrage. Dass es überhaupt Unstimmigkeiten feststellte, ist einer Recherche im Heimatland des Paars zu verdanken.

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