Antisemitismusbeauftragte: “Die Hemmschwelle für antisemitische Gewalt sinkt“


Oberstaatsanwältin Claudia Vanoni in der Empfangshalle des Kammergerichts in Berlin. Foto: Anikka Bauer
Claudia Vanoni ist Deutschlands erste Antisemitismusbeauftragte. Im Gespräch spricht sie auch über muslimischen Antisemitismus.

Julius Betschka | Berliner Morgenpost

Wer mit Claudia Vanoni reden möchte, muss zunächst durch die prunkvolle Eingangshalle des Berliner Kammergerichts, dann warten einige Sicherheitsschleusen. Die 44-jährige Oberstaatsanwältin ist seit einem halben Jahr Deutschlands erste Antisemitismusbeauftragte bei einer Staatsanwaltschaft.

Angetreten ist sie zu einem Zeitpunkt, in dem die Sorge vor antisemitischer Gewalt in Berlin wächst. Im April 2018 prügelte etwa ein junger Araber auf einen Israeli mit Kippa ein und sorgte so deutschlandweit für Entsetzen. Einem jüdischen Neuntklässler wurde an der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf Zigarettenrauch ins Gesicht geblasen mit dem Satz: „Das soll dich an deine vergasten Vorfahren erinnern.“ Jüdische Verbände kritisieren, dass zu wenig gegen Antisemitismus getan werde.

Im Gespräch erklärt Vanoni, wie sie das Vertrauen in die Behörden stärken will, warum nur sehr wenige Taten vor Gericht landen und was dran ist an der Theorie vom „importierten Antisemitismus“ aus dem arabischen Raum.

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