Schwierigkeiten mit den Fakten – Bundesstiftung Aufarbeitung will Fördermittel von der ARD zurück


Webseite der Bundesstiftung. Screenshot: bb
Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat Fördergelder für den ARD-Film „Ewige Schulden: Ostdeutschlands Kirchen und die Staatsleistungen“ zurückgefordert. Die Dokumentation habe mit der ursprünglichen Intention im Förderantrag nichts mehr zu tun, sagte Vorstandsmitglied Christine Lieberknecht (CDU) der in Weimar erscheinenden mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube + Heimat“ (Ausgabe 24. Februar).

Alle Geschichte ist LügeTheodor Lessing

Am 18. Februar, um 23:55 Uhr wurde o.g. Film im Ersten ausgestrahlt. Die Bundesstiftung Aufarbeitung hatte die Produktion des Filmes mit 26.000 Euro gefördert. Die Verantwortlichkeiten lagen bei MDR und NDR. Nun will man die Fördermittel zurück haben. In der dargestellten Fassung hätte die Stiftung den Film nicht fördern wollen. In der Kurzbeschreibung zum Film habe gestanden:

„Über den Rückgriff auf Zäsuren der DDR-Kirchengeschichte soll deutlich gemacht werden, wie weitreichend die gesellschaftlichen Folgen der repressiven DDR-Religionspolitik bis heute sind und wie die Strukturen der SED-Diktatur die Menschen in den neuen Ländern in Glaubensfragen immer noch prägen“

Die Recherchen zum Film, immerhin zwei Jahre Arbeit, brachten wohl andere Ergebnisse zutage, Resultate, die die weinerliche Opferrolle der evangelischen Kirchen in der DDR, nicht belegten. Schlagworte wie Christenverfolgung, religiöse Diskriminierung und mangelhafte Religionsfreiheit wären nötig gewesen um die untergegangene DDR schlicht zum Reich des Bösen zu zählen. Gut beraten ist, wer die Institution evangelische Kirche in der DDR und gläubige Protestanten trennt, rein methodisch. Letztere wurden wegen ihres Glaubens diskriminiert, benachteiligt und ausgegrenzt, dass ist ein Fakt. Die Institution evangelische Kirche in der DDR war Teil der Religionspolitik der DDR, und somit Teil des Problems. Kirchlichen Institutionen, selbst Pfarrern ging es in der DDR nicht schlecht, satt und zufrieden konnte der West-Pkw bestellt, oder aber die Brüder und Schwestern im freiheitlichen Westen aufgesucht werden, ohne die allgemeingültigen Reiserestriktionen aushalten zu müssen.

Und nebenbei, auch in der DDR wurden Staatsleistungen an die Kirchen gezahlt. Pro Jahr immerhin 15,4 Millionen Mark der DDR. Die Beträge unterlagen aber ziemlich großen Schwankungen, so 12 Millionen Mark(1956 ff.) bis zu 20,2 Millionen im Jahre 1981. In den Jahren ihrer Existenz, 41, zahlte die DDR rund 630 Millionen Mark an die Kirchen. Die größten Schreihälse, immer wehleidig und weinerlich, die evangelische Kirche der DDR, erhielt davon rund 93%. Kleinere Religionsgemeinschaften, wie z.B. die griechisch-orthodoxe Kirche oder jüdische Gemeinden, erhielten aus diesen Staatsleistungen kleinere Beträge.

Dieses religiös-ökonomische Schaulaufen, tränenreich und Aufmerksamkeit erheischend, erinnert an kirchliche Wegelagerei des Mittelalters.

Es wäre an der Zeit, die historische Rolle der evangelischen Kirche in der DDR eben unter dem Aspekt der Kollaboration mit dem Staat zu untersuchen, bis hin zu inoffizieller Tätigkeit protestantischer Hofschranzen für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR.