Zur Religionsfreiheit gehört Religionskritik


Muslimen, die sich nicht über ihren Glauben definieren lassen wollen, möchte die „Initiative säkularer Islam“ eine organisierte Stimme geben

Von Richard Herzinger | DIE WELT

Ist eine „Initiative säkularer Islam“ nicht ein Widerspruch in sich? Schließlich kann ja eine Religion per Definition nicht „säkular“ sein. Verlangt werden muss aber von ihr, sich den Regeln einer säkularen Gesellschaft zu unterwerfen, die keine religiösen Vorherrschaftsansprüche in den öffentlichen Angelegenheiten akzeptiert und keinen bestimmten Glauben bevorzugt.

Den leicht missverständlichen Namen hat sich eine „Gruppe von Publizist/innen, Wissenschaftler/innen und Aktivist/innen der Zivilgesellschaft“ (so ihre Selbstbeschreibung), die den Monopolanspruch islamischer Verbände auf die Vertretung muslimischer Bürger in Deutschland brechen will, aber bewusst gegeben. Gegründet wurde die Initiative bereits im Herbst vergangenen Jahres anlässlich der damaligen Neuauflage der Deutschen Islamkonferenz. Ihr gehören unter anderem Seyran Ates, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, der Politologe Hamed Abdel-Samad, der wegen islamistischer Drohungen unter permanentem Polizeischutz leben muss, und der Psychologe und Publizist Ahmad Mansour an. Jetzt stellte sich die Initiative in Berlin der breiteren Öffentlichkeit vor.

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