Kein zweiter «Fall Riehen»: Bischöfe verlangen bei allen Anstellungen einen Strafregisterauszug(Schweiz)


Der Basler Bischof Felix Gmür und seine Kollegen wollen den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche schärfer bekämpfen. (Bild: Keystone / Peter Schneider)
Hat sich ein Priester krimineller Vergehen schuldig gemacht, sollen das die Gemeindevertreter stets erfahren. Bei sexuellem Missbrauch gibt es zudem in jedem Fall eine Anzeige – auch wenn das Opfer nicht will.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sind die Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester eine Sünde der Vergangenheit? Diesen Eindruck erweckt der Sprecher des Bistums Basel in einem Communiqué, das er am Donnerstag versandte: Von den bis 2017 gemeldeten Missbrauchsfällen würden nur sieben den Zeitraum ab 1991 betreffen, schreibt er. Die Bischofskonferenz (SBK) und die Führungspersonen der Klöster sehen allerdings trotz dieser positiven Entwicklung noch Handlungsbedarf. Um die Zahl der Übergriffe weiter zu verkleinern, verschärfen sie ihre Richtlinien: Ab dem 1. März gilt eine Anzeigepflicht in sämtlichen Bereichen.

Das heisst, dass ein erwachsenes Opfer, das einen Missbrauch meldet, kein Vetorecht gegen eine Strafanzeige mehr erhält. Diözesanbischöfe, General- oder Bischofsvikare sowie die höheren Ordensoberen müssen künftig in jedem Fall Anzeige an die staatlichen Strafverfolgungsbehörden erstatten, wenn sie Kenntnis von einem Offizialdelikt erhalten.

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