Niko Alm: „Politik versucht Immunisierung über Religion“


Das Kreuz mit den Religionen
Niko Alm tritt seit Langem für eine echte Trennung von Religion und Staat ein. Die neue Karfreitagsregelung findet seine Zustimmung.

Carmen Baumgartner-Pötz | Tiroler Tageszeitung

Was früher ein hoher kirchlicher Feiertag war, ist es nun nicht mehr, stattdessen gibt es mit dem „persönlichen Feiertag“ vermutlich den ersten Anwärter auf das Unwort des Jahres. Mit der Änderung der Karfreitagsregelung hat die Bundesregierung eine Entscheidung getroffen, die diese Woche für große Aufregung und Debatten gesorgt hat – vor allem in der evangelischen Kirche und bei Arbeitsrechtlern. Hintergrund war das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der es für diskriminierend befunden hatte, dass nur Vertreter bestimmter Religionsgruppen am Karfreitag frei haben.

„Entweder haben alle frei oder keiner, aber ich kann nicht eine Minderheit bevorzugen“, findet Niko Alm das EuGH-Urteil und die Reaktion der Regierung absolut nachvollziehbar. Der Unternehmer, der in der vergangenen Legislaturperiode für die NEOS im Nationalrat saß und eine Zeit lang als deren Religionssprecher fungierte, wird gemeinhin als „Laizismus-Aktivist“ bezeichnet, was dem 43-Jährigen immer noch lieber ist als die Zuschreibung „Religionskritiker“: „Religionskritik findet für mich intern statt, ich kritisiere ja nur die Wirkung von Religion auf den Staat, der sich meiner Meinung nach neutral verhalten sollte“, so Alm im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

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