Lama Ole Nydahl: Hetze oder Religionskritik?


Lama Ole Nydahl. Bild: allgäu.rechtsaussen.de
Verfassungsschutz und Innenministerium verstehen Ole Nydahls Hetze gegen Muslime als »Religionskritik und -Feindlichkeit«, die vom Grundgesetz gedeckt sei und sehen »keine sicherheitsgefährdenden Konsequenzen« durch Bewaffnung.

Sebastian Lipp | Allgäu ⇏ rechtsaußen

Bei den umstrittenen Aussagen, die Ole Nydahl im vergangenen Jahr in Immenstadt tätigte, handelt es sich laut Bayerischer Staatsregierung um »teilweise polemische, polarisierende, pauschalisierende, verkürzende islamkritische bis -feindliche, jedoch noch nicht um verfassungsschutzrelevante islamfeindliche Meinungsäußerungen.« Denn diese sei »wie jede andere Form der Religionskritik« vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage von Thomas Gehring hervor.

Schießen lernen und AfD wählen

»Wenn es etwas mit Islam ist, bin ich raus. Ich mag die grundsätzlich nicht.« Das hatte Lama Ole Nydahl im Sommer während einer Veranstaltung in seinem sogenannten Europazentrum in Immenstadt gesagt, als eine Anhängerin ihn bat, einer schwerkranken tunesischen Frauenrechtlerin gute Wünsche zu schicken. Später relativierte Nydahl die Äußerungen.

Zudem hatte Nydahl den Islam mit Hitler und Stalin gleichgesetzt und gesagt: »Hätte ich Stalin oder Hitler getroffen, ich hätte sie erschossen.« Seinen Anhängern riet er, die AfD zu wählen und schießen zu lernen, um sich gegen den Islam zu wappnen. Bereits seit Jahrzehnten fällt Ole Nydahl mit »rassistischen Tönen« auf und zeigte gelegentlich Affinität zu Waffen.

Deshalb fragte der Immenstädter Vizepräsident des Landtags die Staatsregierung nach ihrer Einschätzung zu den Äußerungen Nydahls und seiner im Oberallgäu ansässigen Diamantweg-Strömung des Buddhismus. Nach der Antwort unterliegen derzeit weder Ole Nydahl noch die Anhänger seiner Tradition des Buddhismus dem Beobachtungsauftrag des Verfassungsschutzes in Bayern und sind nicht als Sekte einzustufen.

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