Riskantes Krebsmedikament: Um ein Haar ein Medizinskandal

Wie sicher ist das Krebsmittel „Paclitaxel“ für Herzkranke? Bild: dpa
Das Krebsmittel Paclitaxel ist auch in der Gefäßmedizin beliebt. Doch wie sicher sind Stents und Ballons in Beinadern, über die das Medikament in den Kreislauf gelangt?

Von Nicola von Lutterotti | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Krebsmittel Paclitaxel erfreut sich auch in der Gefäßmedizin großer Beliebtheit. Denn Ballonkatheter und Gefäßstützen (Stents), die dieses Zytostatikum freisetzen, haben sich bei der Behandlung von schweren Verengungen der Beinschlagadern enorm bewährt. So verringern sie das Risiko, dass der mechanisch geöffnete Engpass schon bald wieder zugeht. Eine Untersuchung griechischer Ärzte, die 28 Therapiestudien mit zusammen 4663 Teilnehmern in einer Metaanalyse ausgewertet haben, nährt nun Zweifel an der Sicherheit von Paclitaxel freisetzenden Materialien in der Gefäßmedizin.

Wie sie nahelegt, versterben die hiermit behandelten Patienten innerhalb von fünf Jahren eher als Gefäßkranke, bei denen Stents und Ballonkatheter ohne Beschichtung mit dem zellwachstumshemmenden Medikament zum Einsatz kommen. Die Erkenntnisse der griechischen Autoren um Konstantinos Katsanos von der Universitätsklinik in Rion haben in der Fachwelt hohe Wellen geschlagen und auch die Behörden auf den Plan gerufen. So hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Ärzteschaft kürzlich aufgefordert, die Augen offen zu halten und verdächtige Symptome umgehend zu melden.

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Größtes Massenopfer von Kindern entdeckt: Vor knapp 500 Jahren rissen Chimú-Priester mehr als 140 Kindern das Herz heraus

Diese Überreste toter Kinder sind nur zwei von mehr als 140, die vor rund 500 Jahren bei einer Massenopferung getötet wurden. © John Verano (2019)
Grausiger Fund: In Peru haben Archäologen Überreste des größten Massenopfers von Kindern der Neuen Welt entdeckt. Die mehr als 140 Jungen und Mädchen wurden um das Jahr 1450 von Angehörigen der Chimú-Kultur rituell getötet. Einschnitte im Brustbein deuten darauf hin, dass den Kindern dabei das Herz herausgerissen wurde. Ein Menschenopfer dieses Ausmaßes sei noch nie zuvor dokumentiert worden, berichten die Forscher im Fachmagazin „PloS ONE“.

scinexx

So grausam Menschenopfer uns heute scheinen – in vielen frühen Kulturen waren sie durchaus üblich. Vor allem im präkolumbianischen Mittel- und Südamerika zeugen archäologische Funde davon, dass bei solchen rituellen Tötungen vor allem Kinder den Göttern geopfert wurden. Bekannte Beispiele sind Kinderopfer aus der Aztekenstadt Tenochtitlan, aber auch die Kindermumien der Inkas. Diese Kinder wurden im Rahmen der sogenannten Capacocha-Zeremonie auf Berggipfeln geopfert.

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Welche Straftatbestände haben IS-Terroristenehefrauen erfüllt?

Propagandaaufnahme der britischen IS-Braut Zahra H., datenschutzgrundverordnungskonform dargestellt
Generalbundesanwalt Peter Frank orientiert sich an der Nürnberger Rechtsprechung gegen deutsche Industriebarone und in Sozialen Medien sieht man das Urteil gegen Beate Zschäpe als Präzedenzfall

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Wenn die Terrororganisation IS ein Gebiet eroberte, dann teilte sie die Weiber und Töchter der Besiegten einfach unter den siegreichen Kämpfern auf (vgl. Kalifat erlaubt Sex mit Kindern vor der Pubertät). Die Sieger über den IS machen es sich mit deren Frauen nicht so einfach. Bei denjenigen, die über eine deutsche Staatsangehörigkeit verfügen, ermittelt Generalbundesanwalt Peter Frank, ob sie wegen Plünderung nach Paragraf 9 des Völkerstrafgesetzbuches angeklagt werden können. In dessen Absatz 1 heißt es unter der Überschrift „Kriegsverbrechen gegen Eigentum und sonstige Rechte“:

Wer im Zusammenhang mit einem internationalen oder nichtinternationalen bewaffneten Konflikt plündert oder, ohne dass dies durch die Erfordernisse des bewaffneten Konflikts geboten ist, sonst in erheblichem Umfang völkerrechtswidrig Sachen der gegnerischen Partei, die der Gewalt der eigenen Partei unterliegen, zerstört, sich aneignet oder beschlagnahmt, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

Amerikanische Militärgerichte entschieden nach dem Zweiten Weltkrieg in Verfahren gegen Alfred Krupp von Bohlen und Halbach und andere Industriebarone, dass der Tatbestand der Plünderung auch dann erfüllt ist, wenn jemand Eigentum von Personen nutzt, die ermordet, versklavt oder in die Flucht getrieben wurden. Das kann man Franks Ansicht nach auch IS-Frauen vorwerfen, die teilweise voll ausgestattete Wohnungen bezogen, von denen sie wussten oder zumindest ahnen mussten, dass ihre eigentlichen Besitzer ermordet, versklavt oder in die Flucht getrieben wurden.

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Nikab und Burka: Verhüllung in der Forschung

Symbol Bild: Reuters
In Deutschland wird aktuell wieder über ein Verbot der Vollverschleierung, insbesondere an Universitäten und Schulen debattiert. Gibt es aber überhaupt wissenschaftliche Grundlagen dafür? Antworten aus der Forschung.

Yasmin Appelhans | SPEKTRUM.de

Wie viele Frauen in Deutschland einen Gesichtsschleier tragen, ist nicht geklärt. Immer wieder ist von insgesamt etwa 300 die Rede. Dabei unterscheidet man solche mit freier Augenpartie, den Nikab, und die noch sehr viel seltener getragene Burka. Letztere stammt ursprünglich aus Afghanistan und verhüllt das Gesicht komplett. Auch wenn sie höher liegen sollte als diese Schätzung: Die Zahl der voll verschleierten Frauen dürfte im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und auch im Vergleich zur Anzahl in Deutschland lebender Muslime verschwindend gering sein. Dennoch erhitzt die Debatte um den Gesichtsschleier auch aktuell mal wieder die Gemüter.

Auslöser ist eine knapp verfasste Richtlinie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie wurde beschlossen, nachdem eine einzelne Studentin der Ernährungswissenschaften in Vollverschleierung eine Vorlesung besuchte. In einem einzigen Absatz begründet die Richtlinie ein Verbot einer Gesichtsverhüllung. Da die Kommunikation über Gestik und Mimik durch einen solchen Schleier behindert würde, ist dieser in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Beratungsgesprächen fortan nicht erlaubt. Die Landesregierung diskutiert gerade auch darüber, das Verbot auf Schulen auszuweiten. Wie stichhaltig ihre Argumentation ist, bewerten Vertreter verschiedener Forschungsbereiche dabei sehr unterschiedlich.

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Neue exotische Mückenart in Deutschland

Weibchen der ostasiatischen Mückenart Aedes koreicus – diese Spezies kommt jetzt auch in Deutschland vor. © Dorian D. Dörge/ Senckenberg & Goethe-Universität
Stechende Einwanderer: Nach der Asiatischen Tigermücke und der Asiatischen Buschmücke breitet sich nun eine dritte exotische Mückenart in Deutschland aus. Darauf deuten Funde von gleich vier Exemplaren nebst Eiern und Larven in Hessen hin. Es handelt sich um die ursprünglich aus Asien stammende Mückenart Aedes koreicus, die wie die anderen Aedes-Arten krankmachende Viren übertragen kann. Forscher vermuten, dass die neuen Funde Vorboten einer flächendeckenden Ausbreitung sind.

scinexx

Mit dem milder werdenden Klima kommen auch neue Mückenarten nach Deutschland – Spezies, die ursprünglich nur in wärmeren Gefilden wie dem Mittelmeerraum oder Asien heimisch waren. Bereits vor einigen Jahren wiesen Forscher die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) in Deutschland nach. 2015 belegten dann Funde von Eiern und Puppen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), dass auch diese ursprünglich aus den Tropen stammende Mückenart inzwischen bei uns überwintern kann und sich etabliert hat.

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„In God We Trust“: Evangelikale wollen Bibelkurse an US-Schulen

Senator Dennis Kruse glaubt an die Erschaffung der Welt, so wie sie in der Bibel beschrieben ist. Und der Republikaner aus Indiana will seinen Glauben flächendeckend in die Klassenzimmer tragen. Der bibeltreue Senator ist in seinem Missionsdrang unermüdlich.

Frankfurter Rundschau

Seit der Jahrtausendwende hat er sechs Gesetzesvorlagen in den Kongress eingebracht, um seine religiösen Überzeugungen auch an öffentlichen Schulen zu verbreiten. Erfolg hatte er damit bislang nicht. Auch 2013 nicht, als er versuchte, in Indiana das morgendliche Schulgebet wieder einzuführen. Das ist nicht der einzige Vorstoß, der an der in der Verfassung vorgeschriebenen Trennung von Staat und Religion kratzt.

Kruse schöpft neuerdings Mut aus den Fortschritten, die konservative Evangelikale in anderen Bundesstaaten machen. Im zurückliegenden Jahr beschlossen mehrere Bundesstaaten sogenannte „In God we Trust“-Gesetze, darunter Alaska, Kentucky, Missouri und South Carolina. Weitere Bundesstaaten planen ähnliches.

Obwohl die US-Verfassung die Bevorzugung einer bestimmten Religion durch den Staat verbietet, erlauben diese Staaten nun ausdrücklich die Anbringung des Gottesbekenntnisses an öffentlichen Gebäuden und Fahrzeugen.

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Erneut mögliche Signale von Neutronensternen

Bild: mdr.de
Wer suchet, der findet: Forscher vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik haben möglicherweise ein weiteres Signal der Kollision von zwei Neutronensternen gefunden. Dazu haben Sie mit einer neuen Methode die öffentlich verfügbaren Archivdaten des Gravitationswellendetektors LIGO durchsucht. Sicher ist die Entdeckung allerdings nicht.

mdr WISSEN

Forscher vom Albert-Einstein-Institut Hannover des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik haben nun offenbar eine ähnliche Beobachtung gemacht. Dafür haben haben sie eine neue Methode für die Suche nach Verschmelzungen von Neutronensternpaaren entwickelt. Das Ziel war, besonders schwache Signale solcher kosmischen Ereignisse aufspüren zu können. Denn die könnten leicht übersehen werden, wenn man nur eine Art von Signalen auswertet, schreiben die Forscher.

Deshalb hat das Team die Beobachtung von Gravitationswellen und Gammastrahlen miteinander kombiniert. Damit erhöhten sich die Chancen, solche Ereignisse in Datensätzen zu finden, um bis zu 70 Prozent.

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Weltkirchenrat weist Kritik aus Israel zurück

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Ein Bericht in der israelischen „Jerusalem Post“ wirft dem Weltkirchenrat vor, eine „einseitige anti-israelische Gruppierung“ zu sein. Solche Vorwürfe sind nicht neu. Die Haltung des ÖRK dazu ist deutlich.

evangelisch.de

Der Weltkirchenrat hat den Vorwurf einer anti-israelischen Grundhaltung zurückgewiesen. Ein entsprechender Bericht der „Jerusalem Post“ arbeite mit Unterstellungen und Unwahrheiten, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am Dienstag in Genf. Die Zeitung hatte am 20. Februar über das ÖRK-Begleitprogramm in Israel und den Palästinensergebieten (EAPPI) berichtet und den ÖRK als „einseitige anti-israelische Gruppierung“ kritisiert. Bei dem Artikel handele es sich um eine völlig ungerechtfertigte Anschuldigung, so der ÖRK. Der Weltkirchenrat sei nicht „anti-israelisch“ eingestellt, sondern bemühe sich um Frieden in der Region.

EAPPI (Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel) setzt sich nach eigenen Angaben für „ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“ ein. Das ÖRK-Programm wurde zuletzt vom „NGO Monitor“, einer 2002 gegründeten und in Jerusalem ansässigen Beobachtungsstelle, als anti-israelisch kritisiert.

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Aktionen von Kirchenvertretern für Tempolimit auf Autobahnen: Nicht mehr als 130 km/h?!

Petition für Tempolimit auf Autobahnen © Pixabay
Soll es nun der Geschwindigkeitsfreigabe auf deutschen Autobahnen an den Kragen gehen? Während sich Würzburger Ordensschwestern ein freiwilliges Tempolimit auferlegen, startet die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland eine Petition.

DOMRADIO.DE

Die Erlöserschwestern in Würzburg wollen in Zukunft auf der Autobahn nicht schneller als 130 Stundenkilometer fahren und damit ein Zeichen setzen. Dieses freiwillige Tempolimit sei ein Beitrag zur Sicherheit und Schadstoffreduzierung, wie es in einer am Mittwoch in Würzburg veröffentlichten Mitteilung heißt.

„Ganz besonders freue ich mich, dass sich auch viele unserer Mitarbeiter dieser Selbstverpflichtung angeschlossen haben“, sagte Generaloberin Schwester Monika Edinger. Die Generalleitung und die Geschäftsleitung der Kongregation befürworteten ein Tempolimit von wenigstens 130 Stundenkilometern.

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Berlin: Fraktionschef Brinkhaus kann sich Muslim als CDU-Kanzler vorstellen

Foto: Michael Kappeler/dpa
Kann ein Muslim Kanzler werden? Für den Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (50) ist das keine abwegige Vorstellung. Allerdings erst im Jahr 2030.

BZ

Der evangelischen Nachrichtenagentur Idea sagte er, „wenn er ein guter Politiker ist und er unsere Werte und politischen Ansichten vertritt“, kann auch ein Muslim im Jahr 2030 CDU-Kanzler werden.

Muslime herzlich zu CDU eingeladen

Zwar sind es noch gut zehn Jahre bis 2030, aber schon heute sieht Brinkhaus in der CDU Karrieremöglichkeiten für Nicht-Christen: „In manchen Regionen gehört nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung einer Kirche an. Deshalb sind auch Muslime, die unsere Werte teilen – die Würde des Menschen, Eigenverantwortung, Solidarität – und zum Grundgesetz stehen, herzlich eingeladen in der CDU mitzumachen.“

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Belgien: Grinsende Juden, eine Ratte und Geldsäcke

Teilnehmer an einem Strassen-Karneval in der belgischen Stadt Aalst führten riesige Puppen orthodoxer Juden mit Streimels (chassidische Kopfbedeckung) und eine Ratte auf Geldsäcken mit sich.

tachles

Der holländische Oberrabbiner Binyomin Jacobs verurteilte die Gestalten am Sonntag an der alljährlich stattfindenden Strassenfeier des Aalst Carnaval als «schockierend». Der Festwagen hätte, so sagte er, «typisch antisemitische Karikaturen von 1939» enthalten. Die FJO und die CCOJB, die Dachorganisationen der flämisch- und französischsprachigen Juden in Belgien, beklagte sich bei der föderativen UNIA-Wachgruppe gegen Rassismus über die Schau. «In einer Demokratie wie in Belgien gibt es keinen Platz für solche Dinge, Karneval hin oder her», schrieben sie. Die Gruppe Vismooiln schuf die beiden kontroversen Puppen als ihr Thema für den Aalster Karneval 2019.

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Wegen Mordes an ihrem Arbeitgeber verurteilt: Frau soll hingerichtet werden – Bischof kämpft für sie

Bild: © Štěpán Kápl/Fotolia.com (Symbolbild)
2017 wurde sie wegen Mordes an ihrem Chef zum Tod verurteilt, sie selbst will aus Notwehr gehandelt haben: Der gebürtigen Philippinin droht in Saudi Arabien nun die baldige Exekution. Ein Bischof aus ihrer Heimat will das nicht hinnehmen.

katholisch.de

Ein philippinischer Bischof spricht sich gegen die Todesstrafe für eine Landsfrau in Saudi Arabien aus. „Wir richten unsere Gebete an Gott, damit er die [saudische] Regierung zu Barmherzigkeit und Milde bewegt“, erklärte Ruperto Cruz Santos, der Leiter der Migrations-Kommission der Philippinischen Bischofskonferenz. Die philippinische Frau brauche Hilfe und Begleitung, „lasst uns alles versuchen, um sie zu retten“, so der Bischof von Balanga, das auf der größten philippinischen Insel Luzon liegt.

Vergangene Woche bestätigte das saudische Berufungsgericht die Todesstrafe für die Frau, die 2017 wegen Mordes an ihrem Arbeitgeber verurteilt wurde.

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