Riskantes Krebsmedikament: Um ein Haar ein Medizinskandal


Wie sicher ist das Krebsmittel „Paclitaxel“ für Herzkranke? Bild: dpa
Das Krebsmittel Paclitaxel ist auch in der Gefäßmedizin beliebt. Doch wie sicher sind Stents und Ballons in Beinadern, über die das Medikament in den Kreislauf gelangt?

Von Nicola von Lutterotti | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Krebsmittel Paclitaxel erfreut sich auch in der Gefäßmedizin großer Beliebtheit. Denn Ballonkatheter und Gefäßstützen (Stents), die dieses Zytostatikum freisetzen, haben sich bei der Behandlung von schweren Verengungen der Beinschlagadern enorm bewährt. So verringern sie das Risiko, dass der mechanisch geöffnete Engpass schon bald wieder zugeht. Eine Untersuchung griechischer Ärzte, die 28 Therapiestudien mit zusammen 4663 Teilnehmern in einer Metaanalyse ausgewertet haben, nährt nun Zweifel an der Sicherheit von Paclitaxel freisetzenden Materialien in der Gefäßmedizin.

Wie sie nahelegt, versterben die hiermit behandelten Patienten innerhalb von fünf Jahren eher als Gefäßkranke, bei denen Stents und Ballonkatheter ohne Beschichtung mit dem zellwachstumshemmenden Medikament zum Einsatz kommen. Die Erkenntnisse der griechischen Autoren um Konstantinos Katsanos von der Universitätsklinik in Rion haben in der Fachwelt hohe Wellen geschlagen und auch die Behörden auf den Plan gerufen. So hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Ärzteschaft kürzlich aufgefordert, die Augen offen zu halten und verdächtige Symptome umgehend zu melden.

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