Kopftuchverbot: Bildungsministerium kritisiert Wien für zu milde Sanktionen

Auf „gravierendste Mängel“ in der Umsetzung einer Kindergarten-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern weist der Generalsekretär des Bildungsministeriums, Martin Netzer, den Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky hin. – Die Presse
Die Stadt Wien setze die 15a-Vereinbarung zum Ausbau der Kinderbetreuung nicht gut genug um, mahnt das Bildungsministerium.

Die Presse

Das Bildungsministerium mahnt von Wien die Erfüllung der 15a-Vereinbarung zum Ausbau der Kinderbetreuung ein. In den zur Begutachtung versendeten Gesetzen habe die Stadt die nötigen Testinstrumente zur Sprachstandsfeststellung nicht entsprechend verankert, zu geringe Sanktionen für einen Verstoß gegen das Kopftuchverbot sowie kein ausreichendes Sprachniveau für das Personal vorgesehen.

Neben den offiziellen Begutachtungsstellungnahmen auf dem Dienstweg erhält der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) deshalb auch Post vom Generalsekretär des Ministeriums, Martin Netzer.

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Physicists May Have Found a Way to ‚Untangle‘ Information Trapped in a Black Hole

Image: © Shutterstock
Black holes are gravitational monsters, squeezing gas and dust down to a microscopic point like great cosmic trash compactors. Modern physics dictates that, after being consumed, information about this matter should be forever lost to the universe. But a new experiment suggests that there might be a way to use quantum mechanics to gain some insight into the interior of a black hole.

By Adam Mann | SPACE.com

„In quantum physics, information cannot possibly be lost,“ Kevin Landsman, a physics graduate student at the Joint Quantum Institute (JQI) at the University of Maryland in College Park, told Live Science. „Instead, information can be hidden, or scrambled“ among subatomic, inextricably linked particles.

Landsman and his co-authors showed that they could measure when and how quickly information was scrambled inside a simplified model of a black hole, providing a potential peek into the otherwise impenetrable entities. The findings, which appear today (March 6) in the journalNature, could also help in the development of quantum computers. [Stephen Hawking’s Most Far-Out Ideas About Black Holes]

Black holes are infinitely dense, infinitely small objects formed from the collapse of a giant, dead star that went supernova. Because of their massive gravitational pull, they suck in surrounding material, which disappears behind what’s known as their event horizon — the point past which nothing, including light, can escape.

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EuG weist Klage der Hamas auf Löschung von der Terrorliste ab

Hamas-Kundgebung. Foto: tip. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Machtergreifung der Organisation im Gazastreifen nicht ausreichend, um Grundsatz der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder greifen zu lassen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) wurde vor gut 30 Jahren zur Entlastung des Europäischen Gerichtshofes eingerichtet und ist ihm nachgeordnet. Gestern wies dieses Gericht eine Klage der als Hamas bekannten Organisation Harakat al-Muqawama al-Islamiyya („Islamische Widerstandsbewegung“) ab, die damit erreichen wollte, von der Terrorliste der EU gestrichen zu werden (Az.: T-289/15).

2014 hatte das Gericht eine erste Einstufung der Hamas als Terrorgruppe „aus verfahrenstechnischen Gründen für nichtig“ erklärt, weil dabei Presseberichte direkt und ohne eine Überprüfung des Sachverhalts durch Behörden verwendet worden waren. Dabei hatte das EuG aber betont, dass diese Nichtigerklärung „die materiell-rechtliche Beurteilung der Frage, ob die Hamas eine terroristische Vereinigung ist, unberührt lässt“. Danach nutzte die EU die Frist, während der die Gelder der Organisation, die als offiziellen Sitz das katarische Doha angab, eingefroren blieben, um die Hamas im März 2015 ein zweites Mal als Terrororganisation einzustufen.

Das Material für die Einstufung lieferte die Hamas in weiten Teilen selbst

Dieses zweite Mal wurde die Einstufung sauberer begründet, wie das EuG nun in seinem Urteil bestätigte, das Telepolis vorliegt. Dazu hatten der EU-Rat und die EU-Kommission eine Reihe von Beispielen für terroristische Aktivitäten gesammelt, von denen die Hamas nur an einem einzigen Zweifel wecken konnte. Auch deshalb, weil sie mit vielen der Taten selbst geprahlt hatte. Zum Beispiel mit einem Selbstmordanschlag in der Nähe des israelischen Krankenhauses Assof Harofeh und der Militärbasis Tzrifin, der im September 2003 neun Tote und 30 Verletzte zur Folge hatte. Oder mit einem Selbstmordanschlag in einem Bus in Jerusalem, der im Januar 2004 elf Zivilisten das Leben kostete und 30 weitere verletzte. Hier hatte sich die Hamas – ebenso wie beim Mord an sechs israelischen Zivilisten im Januar 2005 – gemeinsam mit der Gruppe Al-Aqsa-Märtyrer öffentlich zur Tat bekannt.

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Mikrobe erzeugt Plastik-Vorstufe aus Holz – Bakterium verarbeitet Lignin zu PDC – einem Rohstoff für Biokunststoff

Bakterien der Art Novosphingobium aromaticivorans – sie können Lignin-Konponenten in eine Vorstufe von biobasiertren Polyestern umbauen. © GLBRC
Mikrobe als Biokunststoff-Fabrik: Forscher haben ein Bakterium identifiziert, das den Holz-Inhaltsstoff Lignin abbaut und daraus PDC produziert – eine Vorstufe für ein PET-ähnliches Bioplastik. Von Natur aus zersetzt diese Mikrobe das PDC zwar weiter, doch Forscher haben dies durch die Deaktivierung dreier Gene gestoppt. Dadurch erhielten sie eine Mikrobe, die immerhin 59 Prozent der Lignin-Komponenten zu PDC umbaut – ein vielversprechender Ansatz für die biologische Produktion von Biokunststoffen.

scinexx

Kunststoff ist günstig, leicht und vielseitig anwendbar – und fast allgegenwärtig. Das Problem jedoch: Plastik wird aus erdölbasierten Rohstoffen erzeugt und ist damit alles andere als klimafreundlich. Hinzu kommt, dass Kunststoff nicht biologisch abbaubar ist und Plastikmüll und Mikroplastik inzwischen Böden, Gewässer und Meere verschmutzen. Deshalb suchen Forscher weltweit nach Möglichkeiten, biologisch abbaubare Kunststoffe aus pflanzlichen Rohstoffen herzustellen.

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Schlaf hilft bei der DNA-Reparatur

Ein Mann liegt im Bett und schläft. (imago stock&people)
Ein Forscherteam der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan hat erstmals mit 3D-Zeitraffer-Mikroskopen im Gehirn lebender Zebrafische einzelne Hirnzellen beobachtet. Dabei sahen die Wissenschaftler, dass sich das Genom der Neuronen nur während des Schlafens deutlich verändert.

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Wie die Wissenschaftler im Fachblatt NATURE Communications schreiben, stieg die Aktivität an den DNA-Fäden jedes einzelnen Chromosoms rasant an, sobald die untersuchten Tiere eingeschlafen waren.

Bei diesem Prozess werden kleine DNA-Schäden repariert, die sich während der Wachphase angesammelt hatten. Die Forscher vermuten, dass dieser für ein gesundes Gehirn wichtiger Prozess offenbar nur im Schlaf effizient funktioniert.

Kirchen und Rabbiner: Erinnerungskultur ist unverzichtbar

Bild: Peter Laskowski/FB
Kirchenvertreter und Rabbiner in Deutschland haben die Bedeutung einer Erinnerungskultur im Hinblick auf Nazi-Verbrechen hervorgehoben.

evangelisch.de

Angesichts rechtspopulistischer Kritik am Umgang mit der Geschichte erklärten die Spitzenvertreter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Rabbinerkonferenzen am Donnerstag in Frankfurt, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gehöre unverzichtbar zur politischen Kultur Deutschlands und Europas.

Der Erfolg der Demokratie in Deutschland sei auch dem Gedenken zu verdanken, das „weder das Unrecht der Vergangenheit noch das antisemitische und menschenverachtende Erbe der NS-Zeit verschweigt“, betonten die Religionsvertreter nach einem Treffen.

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Bistum Mainz forciert Missbrauchsaufarbeitung – Beratergruppe mit externen Fachleuten

Kreuzgang im Mainzer Dom © Harald Oppitz (KNA)
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betont, „dass das Thema sexualisierte Gewalt im Bistum Mainz Chefsache ist“. Nun hat das Bistum zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs eine Beratergruppe eingesetzt, zu der externe Fachleute gehören.

DOMRADIO.DE

Wie die Diözese am Mittwoch mitteilte, hat das Gremium, dem auch Bischof Peter Kohlgraf, Weihbischof Udo Markus Bentz und Ordinariatsmitarbeiter angehören, bisher zweimal getagt.

Die Diözese kündigte zudem an, dass der Psychotherapeut Peter Schult aus Ginsheim zum 1. April neuer Ansprechpartner des Bistums für Betroffene sexualisierter Gewalt werden soll. Er tritt die Nachfolge von Richard Seredzun an, der dieses Amt seit Februar 2003 innehatte. Schult nehme diese Aufgabe gemeinsam mit Ordensschwester Marie Bernadette Steinmetz wahr.

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Türkeiurlaub nur für regimefreundliche Touristen

Foto: Hafen von Antalya /CC BY-SA 2.0 DE
Der als Hardliner bekannte türkische Innenminister Süleyman Soylu droht mit Festnahmen bei der Einreise von Personen, die in Verbindung mit kurdischen Kundgebungen gebracht werden

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Am Dienstag eröffnete in Berlin die Internationale Reisemesse (ITB). Auch die Türkei ist mit mehreren Ständen und schicken Hochglanzbroschüren mit am Start. In der Tat gibt es in der Türkei eine Menge Highlights und jede Menge schöne Badestrände. Aber der Auftakt war für die Türkei, die sich wegen steigender Gästezahlen feiern lassen wollte, von Negativschlagzeilen geprägt.

Deutschen Journalisten wurde die Akkreditierung verweigert; es gab tägliche Meldungen über Verhaftungen der Opposition, die Unterstützung von Islamisten in Nordsyrien, die Zerstörung von Kulturdenkmälern. Das alles sind nicht unbedingt vertrauensbildende Maßnahmen. Und nun das:

„Regierungskritische Touristen nicht erwünscht!“

Am vergangenen Sonntag ließ der als nationalistischer Hardliner bekannte türkische Innenminister Süleyman Soylu bei einem Wahlkampfauftritt verlauten, Personen die „draußen Verrat“ begehen oder an Kundgebungen von „Terrororganisationen“ in Deutschland und anderen europäischen Ländern teilnehmen und dann in der Türkei Urlaub machen wollen, werden bei der Einreise festgenommen.

Bekanntlich hat die türkische Regierung ihre ganz eigene Definition, wer als Unterstützer einer Terrororganisation gilt. Das reicht von Unterstützern von Kulturvereinen der verschiedenen Minderheiten über Menschenrechtsorganisationen, Medien bis hin zu politischen Parteien, die die demokratische Partei HDP unterstützen. Aber auch regierungskritische Posts in den sozialen Medien können zu Verhaftungen, selbst von Deutschen führen.

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EU-Behörde muss Glyphosat-Studien herausgeben

Der Wirkstoff Glyphosat ist umstritten. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
  • Die EU-Behörde, die für die Zulassung von Glyphosat zuständig ist, hat vor dem EU-Gericht verloren.
  • Sie muss Krebs-Studien zu dem Wirkstoff veröffentlichen.

Süddeutsche Zeitung

Die EU-Behörde Efsa muss Studien veröffentlichen, die das Krebsrisiko von Glyphosat untersuchen. Nichtregierungsorganisationen fordern seit Langem, dass diese Analysen öffentlich werden. Die Efsa – die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit – hatte sich geweigert und vor allem mit dem Geschäftsgeheimnis der Glyphosat-Hersteller argumentiert. Damit kam sie vor dem Gericht der Europäischen Union nicht durch (PDF).

Informationen über Umweltemissionen seien wichtiger als Geschäftsinteressen, so die Richter. Die Efsa kann sich aber noch an den Europäischen Gerichtshof wenden. In dem Fall geht es um zwei sogenannte Toxizitätsstudien. Die Efsa ist zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat für den Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei.

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Muslimischer Vater verurteilt, weil er seine Kinder nicht zu den Proben des Weihnachtssingens schickte

Nicht an allen Schulen kann das Weihnachtsfest unverkrampft begangen werden. (Bild: Goran Basic / NZZ)
Das Zürcher Obergericht hat die Verurteilung eines 32-jährigen muslimischen Vaters zu einer Busse bestätigt. Er hatte seine Kinder nicht an Proben fürs Weihnachtssingen in Dietikon teilnehmen lassen.

Tom Felber | Neue Zürcher Zeitung

Im November 2016 hatte ein heute 32-jähriger muslimischer Vater in Dietikon um Dispensation seiner drei Söhne vom Weihnachtssingen in der Kirche und von den Proben dazu ersucht. Nach einer Anhörung wurden die Kinder zwar vom Weihnachtssingen, nicht aber von den Proben, die während des Schulunterrichts stattfanden, dispensiert. Trotzdem schickte der Vater seine Kinder nicht zu den Proben. Die Schulpflege Dietikon beantragte daraufhin im Januar 2017 beim Statthalteramt eine Busse im Sinne von § 57 des Volksschulgesetzes wegen Verletzung der Elternpflichten.

Busse von 500 Franken

Im März 2017 stellte das Statthalteramt Dietikon einen Strafbefehl gegen den Vater mit einer Busse von 500 Franken aus. Diese Busse wurde im Januar 2018 von einem Einzelrichter am Bezirksgericht Dietikon bestätigt.

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Nach Verurteilung: Kardinal Barbarin will zurücktreten

Bild: © picture alliance / AP Images / Laurent Cipriani (Archivbild)
Neue Wende im Fall Philippe Barbarin: Nachdem der französische Kardinal heute wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe eines Priesters verurteilt wurde, will er nun Konsequenzen ziehen. Unterdessen nahm auch die Französische Bischofskonferenz Stellung.

katholisch.de

Der französische Kardinal Philippe Barbarin zieht Konsequenzen aus seiner Verurteilung wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe. „Ich habe mich entschieden, zum Heiligen Vater zu gehen, um ihm meinen Rücktritt anzubieten“, sagte Barbarin am Donnerstag nach der Urteilsverkündung in Lyon. Papst Franziskus werde ihn in einigen Tagen empfangen, so der Erzbischof von Lyon. Vorher hatte er sein Mitgefühl für die Opfer ausgedrückt.

Die Französische Bischofskonferenz wollte Barbarins Schritt nicht kommentieren. „Es liegt am Papst, ihm zu geben, was er für richtig hält“, teilte sie am Donnerstag in Paris mit. Das Rücktrittsangebot des Erzbischofs unterliege nur seinem „persönlichen Gewissen“.

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