Türkeiurlaub nur für regimefreundliche Touristen


Foto: Hafen von Antalya /CC BY-SA 2.0 DE
Der als Hardliner bekannte türkische Innenminister Süleyman Soylu droht mit Festnahmen bei der Einreise von Personen, die in Verbindung mit kurdischen Kundgebungen gebracht werden

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Am Dienstag eröffnete in Berlin die Internationale Reisemesse (ITB). Auch die Türkei ist mit mehreren Ständen und schicken Hochglanzbroschüren mit am Start. In der Tat gibt es in der Türkei eine Menge Highlights und jede Menge schöne Badestrände. Aber der Auftakt war für die Türkei, die sich wegen steigender Gästezahlen feiern lassen wollte, von Negativschlagzeilen geprägt.

Deutschen Journalisten wurde die Akkreditierung verweigert; es gab tägliche Meldungen über Verhaftungen der Opposition, die Unterstützung von Islamisten in Nordsyrien, die Zerstörung von Kulturdenkmälern. Das alles sind nicht unbedingt vertrauensbildende Maßnahmen. Und nun das:

„Regierungskritische Touristen nicht erwünscht!“

Am vergangenen Sonntag ließ der als nationalistischer Hardliner bekannte türkische Innenminister Süleyman Soylu bei einem Wahlkampfauftritt verlauten, Personen die „draußen Verrat“ begehen oder an Kundgebungen von „Terrororganisationen“ in Deutschland und anderen europäischen Ländern teilnehmen und dann in der Türkei Urlaub machen wollen, werden bei der Einreise festgenommen.

Bekanntlich hat die türkische Regierung ihre ganz eigene Definition, wer als Unterstützer einer Terrororganisation gilt. Das reicht von Unterstützern von Kulturvereinen der verschiedenen Minderheiten über Menschenrechtsorganisationen, Medien bis hin zu politischen Parteien, die die demokratische Partei HDP unterstützen. Aber auch regierungskritische Posts in den sozialen Medien können zu Verhaftungen, selbst von Deutschen führen.

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