Hund reißt zehn Schafe

Tiere sind in einem Stall bei Mössingen angefallen und getötet worden. Ein Gentest der FVA Freiburg schließt einen Wolf als Täter aus.

Von PETRA WALHEIM | Schwäbisches Tagblatt

Jedes neue gerissene Schaf feuert die Diskussion um den Wolf im Land weiter an. Was kaum zur Sprache kommt ist, dass viel mehr Schafe von Hunden gerissen werden als von Wölfen. In einem Fall bei Mössingen (Kreis Tübingen) hat ein Hund oder haben mehrere Hunde an zwei Tagen neun Schafe gerissen, ein zehntes musste getötet werden, weil es schwer verletzt war. Dass es ein Hund war, der die Schafe angefallen hat, hat die genetische Untersuchung von Riss-Proben ergeben.

Die Hundeattacken erfolgten am 31. Januar und 4. Februar, sind erst jetzt bekannt geworden. Jürgen Schneider wurde von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg als Wildtierbeauftragter und Revierförster in diesem Gebiet dazu gerufen und beauftragt, für die genetische Untersuchung Riss-Proben zu entnehmen.

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«Der Klimawandel hat längst begonnen: Es wird schlimmer werden; das ist schon festgeschrieben»

Plastik in den Meeren ist eine Bedrohung für Tiere und Menschen. (Bild: Wael Hamzeh / Epa)
Manchmal hänge es von einem einzigen Regierungschef ab, ob eine Region unter Schutz gestellt werde oder nicht, sagt John Hocevar. Der Meeresbiologe leitet die Ozean-Kampagnen bei Greenpeace USA.

Anja Jardine | Neue Zürcher Zeitung

Herr Hocevar, Ihr Beruf ist die Rettung der Meere. Zurzeit gilt Ihr Kampf dem Plastikabfall. Was genau ist Ihr Ziel?

Wir wollen Einwegplastik aus der Welt schaffen. Mit der wachsenden Weltbevölkerung hat die Verschmutzung eine Grössenordnung erreicht, die uns zwingt zu handeln. Das Gute bei dieser Kampagne ist, dass alle das Problem begreifen – Verbraucher, Politiker und Wirtschaftsführer. Gespräche mit den CEO über Plastik gehören zu den befriedigendsten Dingen, die ich in letzter Zeit gemacht habe. Sie sagen: «Wir wissen, dass wir etwas ändern müssen. Es geht auch um unser Business-Modell.» Es ist kein Problem, aus dem wir uns herausrezyklieren können. Und Kehrichtverbrennung – wie es zum Beispiel die Schweiz tut – verursacht andere umweltschädliche Emissionen. Unser Hauptproblem ist die Wegwerfkultur. Wir müssen den Konsum reduzieren.

Plastik ist nicht das einzige Problem der Meere. Welches sind die bedrohlichsten?

Klimaerwärmung, Übersäuerung und Überfischung, das sind die Hauptprobleme unserer Ozeane. Klimaerwärmung und Übersäuerung werden in den nächsten Jahren alles übertrumpfen, aber auch Plastik ist eine echte Bedrohung für das Ökosystem geworden. Es ist nicht nur so, dass Seevögel, Wale oder Schildkröten daran ersticken, sondern auch das für unsere Augen unsichtbare Mikroplastik ist ein Riesenproblem.

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Dodo Schavan fordert stärkere Auseinandersetzung mit der Bibel: „‚Heilige‘ Schrift ist manchen fremd geworden“

Annette Schavan (Bild: Wikimedia Commons/Laurence Chaperon, CC-BY-SA 3.0)

Die frühere deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit der Bibel. Die Heilige Schrift sei manchen fremd geworden, bedauert die Vorsitzende der Stiftung Bibel und Kultur.

DOMRADIO.DE

Schavan äußerte sich bei einer Ausstellungseröffnung in Mainz, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Ohne Kenntnis der Bibel würden die Grundlagen fremd, die für das Zusammenleben bedeutsam seien. „Wir werden uns fremd, wenn wir die Bibel vergessen“, so die ehemalige Bundesbildungsministerin.

Sonderausstellung mit neuem Blickwinkel auf die Bibel

Im Dommuseum ist ab diesem Donnerstag eine Sonderausstellung zu sehen, die einen neuen Blickwinkel auf die Bibel eröffnen will. Die Schau zeigt 77 Einzelwerke, darunter Gemälde, Fotografien, Videoinstallationen und Skulpturen, von 30 Künstlern aus Europa.

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Philosophie der Macht – Macht ist am mächtigsten, wenn sie sich anfühlt wie Freiheit

Martin Saar, Bild: SRF
Es geht immer um Macht. Vor allem dann, wenn wir sie nicht wahrnehmen.

Yves Bossart | SRF

Mächtige Personen tendieren zu Selbstüberschätzung und Rücksichtslosigkeit. Das zeigen neuere psychologische Studien.

Wo Macht ist, lauert der Missbrauch. In der katholischen Kirche ebenso wie in der FIFA, im Büro ebenso wie zuhause in der Familie. Wie also können wir uns vor Machtmissbrauch schützen?

Das sei gar nicht so einfach, meint Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Saar ist einer der führenden Experten, wenn es um Macht geht.

Macht durchdringe unsere gesamte Gesellschaft und lasse sich nur schwer lokalisieren. Jede Macht brauche nämlich die Anerkennung derer, über die sie ausgeübt wird.

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Corps Germania: „Wir sind eine Elite und wir haben den Anspruch die Welt zu verändern“

Bild: TP
Dokumentarfilmer Lion Bischof über das Leben junger Studenten im Corps Germania

Bulgan Molor-Erdene | TELEPOLIS

Seit über 150 Jahren existiert schon das Münchner Studenten-Corps „Germania“. Sein Wahlspruch, dem sich die Studenten verschreiben, lautet „Ehre und Freundschaft“. Zwischen dem ersten Bier als „Fuchs“ und dem Sprung in die Berufswelt, müssen diese Werte in vielen Bewährungsproben erlernt werden, um als künftige Elite in Politik und Wirtschaft seinen Mann zu stehen.

Dokumentarfilmer Lion Bischof begleitete im Herbst 2016 die neuen Mitglieder des Corps Germania beim Eintauchen in eine Welt mit eigentümlichen Regeln und Ritualen. Der daraus entstandene Film „Germania“ feierte 2018 seine Premiere auf dem Max-Ophüls Film-Festival. Nun kommt er in die Kinos, und zeigt das Innenleben dieser schlagenden Verbindung und ihrer Protagonisten zwischen Traditionspflege und Komasaufen, Gehorsam und Selbstbehauptung.

Warum gehen junge Männer in eine schlagende Verbindung, wie dem Corps Germania?

Lion Bischof: Das hat unterschiedliche Gründe. Einige sind neu in der Stadt, beginnen ein Studium und suchen ein günstiges Zimmer. Gleichzeitig sind die möglichen Seilschaften attraktiv. Dann gibt es Leute, die sozial nicht ganz gefestigt sind und mit einem Schlag zwanzig loyale Freunde finden. Auch eine soziale Struktur finden, in der sie aufgehen können. Dann gibt es auch diejenigen, die aus einer Nostalgie und einer verklärten Romantisierung der Vergangenheit mitmachen oder es einfach „schick“ finden. Es gibt zum Beispiel einen, der studiert Modemanagement. Dem gefällt die Kostümierung und das ganze Brimborium drum herum.

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Ackerland im Ausverkauf

Feld bei Dienstedt (Thüringen). Foto: Michael Sander / CC BY-SA 3.0
In Ostdeutschland kaufen Investoren große landwirtschaftliche Flächen. Wie kann eine gerechte Verteilung von Ackerböden aussehen?

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Rund 70 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland gehören nicht mehr den Bauern, die sie bewirtschaften. Wie weit der Ausverkauf bereits fortgeschritten ist, zeigt eine im November 2017 veröffentlichte Studie am Thünen-Forschungsinstitut.

Der Wissenschaftler Andreas Tietz untersuchte 853 Unternehmen in fünf ostdeutschen Bundesländern daraufhin, wie sich deren Eigentümer-Struktur seit 2007 verändert hat. So waren Anfang 2017 bei jedem dritten Agrarbetrieb ortsfremde, überregional aktive Investoren die Mehrheitseigentümer.

Am höchsten war die Quote mit 41 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, am zweithöchsten in Brandenburg mit 36 Prozent. Im betrachteten Zeitraum sind in 155 Fällen die Kapitalmehrheiten auf neue Eigentümer übergegangen, wobei zu knapp drei Viertel aller Fälle die Käufer überregional aktive Investoren waren. Jeweils die Hälfte der Fläche entfiel auf landwirtschaftsnahe Investoren, die andere Hälfte auf Investoren aus anderen Wirtschaftsbereichen.

Während sich die Bodenpreise im Westen in den letzten Jahren verdoppelten, haben sie sich im Osten seit 2007 sogar verdreifacht. In Brandenburg zum Beispiel sind die Böden zumeist sandig und wenig ertragreich. Dennoch liegen die Hektar-Preise zwischen 15.000 und 18.000 Euro. Das rechnet sich vor allem für riesige Agrargesellschaften mit tausenden Hektar Land.

Dem Grundstückverkehrsgesetz zufolge müsste der Kauf von Landwirtschaftsflächen eigentlich behördlich genehmigt werden. Damit die örtliche Landwirtschaft weiter bestehen kann, erhalten Bauern aus der Region ein Vorkaufsrecht – normalerweise. Mittlerweile geht das meiste Land allerdings über so genannte Share Deals weg: Anstatt die Ackerfläche direkt zu kaufen, übernimmt der Investor mehrheitlich die Anteile der Agrargesellschaft, der das Land gehört.

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«Je mehr Politiker erkennen, dass die Genderei Wählerstimmen kostet, desto besser»

«Gipfel der Lächerlichkeit» oder Mittel der Gerechtigkeit? In manchen deutschen Städten gehört der sogenannte Genderstern inzwischen zur offiziellen Verwaltungssprache. (Bild: Imago)
Hundert deutsche Intellektuelle haben eine Petition mit dem Titel «Schluss mit dem Gender-Unfug!» gestartet. Im Interview erklärt der Initiator Walter Krämer vom Verein Deutsche Sprache, warum er für die Gleichberechtigung von Mann und Frau und gegen Sternchen in Wörtern ist.

Marc Felix Serrao | Neue Zürcher Zeitung

Was haben Sie gegen Gleichberechtigung, Professor Krämer?

Überhaupt nichts. An meinem Lehrstuhl haben wir fast Parität. Das ist im deutschen Uni-Betrieb selten.

Sie haben mit Ihrem Verein Deutsche Sprache gerade eine Petition gestartet: «Schluss mit dem Gender-Unfug!»

Das hat mit Gleichberechtigung nichts zu tun. Viele, die unseren Aufruf unterzeichnet haben, sind Frauen. Die fühlen sich verhohnepipelt durch die Anstrengungen ihrer feministischen Geschlechtsgenossinnen.

Sie werfen den Anhängern der Gender-Sprache vier Irrtümer vor. Welche sind das?

Der erste Irrtum besteht in der Annahme, dass zwischen dem natürlichen und dem sogenannten grammatischen Geschlecht ein Zusammenhang bestehe. Es war historisch gesehen ein Riesenfehler, «Genus» als «grammatikalisches Geschlecht» zu übersetzen. Das Genus ist ein Mittel, um Substantive in Klassen zu ordnen. Mit Geschlecht hat das nicht das Geringste zu tun. Gleiches gilt für den Begriff «Geschlechtswort» für Artikel. Das ist dumm und irreführend. Und es ist einer der Gründe für das aktuelle Übel.

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Protest gegen Artikel 13: Wikipedia schaltet sich ab

Bild: heise online
Um gegen die EU-Urheberrechtsreform zu protestieren, setzen die Autoren auf ihre schärfste Waffe: Die Wikipedia soll für einen Tag abgeschaltet werden

Von Torsten Kleinz | heise online

Mit einer Protestaktion wollen Wikipedia-Autoren zum politischen Widerstand gegen die umstrittene Reform des Urheberrechts aufrufen: Am 21. März soll die deutschsprachige Wikipedia-Ausgabe komplett abgeschaltet werden. Damit unterstützt die Online-Enzyklopädie die wachsende Protestbewegung insbesondere gegen Artikel 13 der geplanten Reform.

Anstelle der normalen Artikel sollen die Nutzer ein Banner zu sehen bekommen, auf dem sie auf die befürchteten Probleme mit den Urheberrechtsreform hingewiesen werden, insbesondere mit dem in Artikel 11 vorgesehenen Leistungsschutzrecht für Presseverleger und der Änderung der Haftungsregeln für Internetplattformen in Artikel 13.

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Im Namen der Mutter, der Tochter und der Heiligen Geistin

Bild: zdf
Die Frauen mussten sich ihren Platz in der evangelischen Kirche erst schaffen. Einen Gipfel dieser Entwicklung stellen die Werkstätten zu Feministischer Theologie dar, die sowohl Pfarrerinnen als auch ehrenamtliche Frauen ermutigten, sich zu emanzipieren. Die Pfarrerinnen Ute Knie und Helga Engler-Heidle über den Schmerz der Frauen mit ihrer evangelischen Kirche – und wie sie sich davon befreiten.

Lilith Becker | evangelisch.de

Erste Anregungen für eine Feministische Frauenwerkstatt in der EKHN kamen von Frauen, die in der Akademie Bad Boll die ersten Frauenwerkstätten in der EKD durchgeführt hatten.

Die ersten beiden Werkstätten in der EKHN fanden statt in Trägerschaft der damaligen Gemeindeberatung bzw. der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Gründerinnen waren u.a. Eva Renate Schmidt, Ute Knie, Hella Spitta.

1985 hat das Evangelische Pfarramt für Frauenarbeit in Frankfurt unter der Leitung von Pfarrerin Helga Engler-Heidle die Trägerschaft übernommen.

Kamen am Anfang bis zu 120 Frauen, so sind es in den kommenden Jahren durchschnittlich 80 Teilnehmerinnen in Mauloff im Taunus. Unterschiedliche Berufsgruppen, im Alter von 19 bis 80, unterschiedliche Lebensentwürfe und Bildungsschichten trafen sich für ein Wochenende zur inhaltlichen Fortbildung in feministisch theologischen Themen und zu erfahrungsbezogenen Gruppenarbeiten.

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Opfer-Verein fordert unabhängige Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle

Bild: © katholisch.de/Salvatore Tesoro (Archivbild)
Wenn die Bischöfe in der kommenden Woche über Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie debattieren, dann sind keine Betroffenenvertreter dabei: Das bedauert der „Eckige Tisch“ – die Initiative hat einige Forderungen an die Kirche.

katholisch.de

Der Sprecher der Opfer-Initiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, hat die Bischöfe vor ihrer Frühjahrsvollversammlung aufgefordert, alle Missbrauchsfälle der vergangenen Jahrzehnte von Staatsanwaltschaft und Polizei aufarbeiten zu lassen. „Wir fordern eine Aufarbeitung auch der verjährten Fälle durch kriminalistisch geschulte Experten von staatlichen Stellen“, sagte Katsch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dafür könne die Kirche eine Vereinbarung mit dem Staat schließen.

Die Bistümer sollten den Behörden dann uneingeschränkt Zugang zu den Akten gewähren, forderte der Sprecher: „Die Taten müssen wie Verbrechen aufgeklärt werden. Die Kirche darf sich nicht länger selbst erforschen.“

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NASA Will Need Your Help Mapping Asteroid Bennu

OSIRIS-REx captured these images of Bennu during its first close flight over the asteroid’s north pole. (Image: © NASA/Goddard/University of Arizona)
Your mission, should you choose to accept it, is simple — click on the boulders you see in a detailed image of a distant space rock.

By Meghan Bartels | SPACE.com

That straightforward task could steer NASA’s OSIRIS-REx mission toward a successful sample collection from an asteroid named Bennu. The team in charge of the spacecraft will have just six weeks between producing an extremely high-resolution map of Bennu’s surface and choosing where precisely to gather a sample from that rock.

„It is a massive task to actually map every single boulder on the surface, and we just didn’t know a better way to do it in the amount of time,“ Carina Bennett, an imaging processing engineer for the mission based at the University of Arizona, told Space.com. „We basically really, truly need the help.“

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Frauen an der Klagemauer: Ein Gebet oder eine Provokation?

Bild: tagesschau.de
An der Klagemauer in Jerusalem ist es zu Ausschreitungen gekommen. Der Grund: Eine Gruppe von Jüdinnen betete dort – mit Gesang und religiösen Symbolen. Ultra-Orthodoxe sehen das als Provokation.

Von Benjamin Hammer | tagesschau.de

Am Morgen an der Klagemauer in Jerusalem: Frauen mit Kippot, den jüdischen Kopfbedeckungen, Frauen mit Gebetsschals, Frauen, die eine Thorarolle in die Höhe halten und beten. Für die Jüdinnen von „Women of the Wall“ ist es ein Feiertag. Sie feiern das 30. Jubiläum ihrer Organisation. So lange fordern sie bereits, dass Frauen an der Klagemauer mit den gleichen Rechten und Symbolen beten dürfen wie Männer.

Tausenden ultra-orthodoxen Juden – Männer und Frauen – ist nicht zum Feiern zu Mute. Sie sind gekommen, um die „Women of the Wall“ zu stören. Viele der streng religiösen Juden schreien. Manche spucken. Aus Sicht der meisten Ultra-Orthodoxen ist es eine Provokation, wenn Frauen Gebetsschals tragen und singen. Diese Dinge seien den Männern vorbehalten. So sehen es auch die für die Klagemauer zuständigen Rabbiner.

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Skurril: Würmern wächst Kopf nach – Regenerationsfähigkeit der Meeresbewohner entstand vor überraschend kurzer Zeit

Einem Schnurwurm (Tubulanus sexlineatus) wächst der Kopf nach (links). © Terra C. Hiebert
Neue Regenerationskunst: Forscher haben Meereswürmer entdeckt, die ihren Kopf vollständig regenerieren können. Wird dieses Körperteil abgetrennt, wächst es einfach nach. Das Überraschende dabei: Diese Fähigkeit ist anders als erwartet noch sehr jung. Demnach entwickelten einige der Würmer erst vor zehn bis 15 Millionen Jahren ihr Talent zur Kopferneuerung. Dies widerlegt eine gängige Annahme zum evolutionären Ursprung solcher Regenerationsfähigkeiten.

scinexx

Verlorenes Gewebe einfach nachwachsen lassen: Während dem menschlichen Körper dies nur bedingt gelingt – zum Beispiel bei Haut und Leber – sind andere Wesen des Tierreichs wahre Regenerationskünstler. So kann die mit Quallen verwandte Hydra jedes verlorene Körperteil binnen kürzester Zeit vollständig nachbilden und für den Axolotl ist selbst durchtrenntes Rückenmark oder verletztes Netzhautgewebe kein Problem.

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Erzaposteltum Berlin sieht Frauenfeiertag in Berlin kritisch – da schlagen die alten Ressentiments durch

Die Hexenprobe. Zeichnung von G. Franz aus „Germania“ von 1878 (public domain)
Berlin ist das erste und einzige Bundesland, das den Weltfrauentag an diesem Freitag als Feiertag begeht. Aber die Kirchen in der Hauptstadt sind nicht besonders glücklich damit. Warum, erklärt der Pressesprecher des Erzbistums Berlin.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Ganz Deutschland muss an diesem 8. März zur Arbeit. Nur nicht die Berliner. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie in Berlin jetzt einen zusätzlichen Feiertag bekommen haben?

Stefan Förner (Diplom-Theologe und Pressesprecher des Erzbistums Berlin): Wenn man – wie ich – aus Bayern nach Berlin umgezogen ist, verzichtet man auf drei bis vier Feiertage. Ich glaube, Bayern hat zwölf oder 13. In Berlin gab es nur neun und damit sind wir Schlusslicht mit anderen Stadtstaaten. In anderen Bundesländern hat man sich schon entschieden und den Reformationstag, den 31. Oktober, zum Feiertag gemacht.

Im vergangenen Jahr war auch im Zuge des Reformationsjubiläums in Berlin der Reformationstag einmalig Feiertag. Dann hat man gesagt, das könne aber so nicht bleiben. Denn insbesondere die Linkspartei hatte signalisiert, sie wolle keinen weiteren religiös motivierten und begründeten Feiertag haben. Dann fing die Debatte an: Wer kann es denn dann werden?

DOMRADIO.DE: Auch der 9. November war da im Gespräch. Warum ist es denn am Schluss der Weltfrauentag geworden?

Förner: Ich würde sagen, dass das ein Coup der Linkspartei war. Der Frauentag ist ein alter Kampftag aus dem sozialistisch-kommunistischen Hintergrund, der im Osten nach wie vor gefeiert wird.

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Mit Riads Unantastbarkeit ist es vorbei

Der Uno-Menschenrechtsrat in Genf wagt es erstmals seit seiner Einrichtung, Saudiarabien zu rügen. Das ist ein grundlegender Wandel. Bewirkt hat ihn ein spektakulärer Mord.

Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Es gibt diese Gremien mit dem fast schon sportlichen Leistungsausweis. Der Uno-Menschenrechtsrat, eingerichtet 2006, hat Israel bis 2018 in 78 Resolutionen verurteilt, öfter als alle anderen Länder zusammen. Saudiarabien hingegen, das Land mit dem Regime, das Menschen enthauptet und Frauen unter Vormundschaft stellt, war bisher noch kein einziges Mal gerügt worden. Am Donnerstag hat sich das geändert.

36 Staaten, unter ihnen sämtliche 28 EU-Länder, nicht aber die Schweiz, zeigten sich in einer Resolution tief besorgt über die Zustände im Wahhabitenreich. Riad wurde aufgefordert, zehn Aktivistinnen und Aktivisten freizulassen und bei der Uno-Untersuchung des Mordes an Jamal Khashoggi mitzuwirken.

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Gerichtspräsident kritisiert „bizarre Formen“ des Kirchenasyls

Bild: © dpa/Angelika Warmuth (Symbolbild)
Kirchenasyl, weil ein Iraner nach Frankreich abgeschoben wird: Das findet der Präsident des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts „bizarr“. Zwischen der Praxis in der evangelischen und der katholischen Kirche sieht er Unterschiede.

katholisch.de

Für den Präsidenten des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts, Andreas Heusch, nimmt das Kirchenasyl in Deutschland „immer bizarrere Formen“ an. Wenn die evangelische Kirche einen Flüchtling vor der Überstellung an die französische Justiz schütze, dann könne er dafür keinerlei Verständnis aufbringen, sagte Heusch am Freitag vor Journalisten in Düsseldorf. „Wenn wir das akzeptieren, ist es mit der EU nicht mehr weithin.“

Eine evangelische Kirchengemeinde in Solingen hatte jüngst einem iranischen Flüchtling Kirchenasyl gewährt, weil ihm im Rahmen des Dublin-Verfahrens eine Auslieferung nach Frankreich drohte.

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