EU-Parlamentspräsident Tajani: Brexit-Verschiebung nur „um einige Wochen“

Bild. tagesschau.de
Noch 20 Tage sind es bis zum Brexit – und weiterhin kommt nichts voran. EU-Parlamentspräsident Tajani schloss Änderungen am Vertrag kategorisch aus. Auch eine Verschiebung sei nur für kurze Zeit möglich.

tagesschau.de

Wenige Tage vor den entscheidenden Brexit-Abstimmungen im britischen Parlament zeichnet sich weiterhin kein Kompromiss zwischen London und Brüssel ab. EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani lehnte die von den Briten geforderte Änderungen am Austrittsabkommen strikt ab. Vielleicht könne die politische Erklärung zum Brexit etwas klarer formuliert werden. Es sei aber „völlig unmöglich, den Inhalt des Scheidungsvertrags noch zu verändern – schon gar nicht in der Nordirland-Frage“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Tajani sagte, eine „flexible Lösung“ für die Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland sei nötig. Die Errungenschaften des Karfreitagsabkommens, das 1998 den blutigen Nordirland-Konflikt beendet hatte, dürften nicht gefährdet werden, sonst drohe neue Gewalt.

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Martin Lemke: Ficken und foltern im syrischen Dschihad

Immer noch fliehen Menschen und IS-Angehörige aus Baghouz. Bild: ANF
Das Mitglied des „IS“-Sicherheitsdienstes Amniyat will aus einem kurdischen Gefängnis zurück nach Deutschland

Gerhard Piper | TELEPOLIS

Eigentlich war Martin Lemke Schweißer im Braunkohlerevier in Sachsen-Anhalt. Aber er ist einer von mindestens 1050 Personen aus Deutschland, die in den letzten neun Jahren nach Syrien bzw. den Irak gingen, um sich dort dem „Dschihad“ anzuschließen. Zwei Frauen aus Deutschland nahm er mit, eine weitere Fünfzehnjährige heiratete er in Raqqa, außerdem hielt er sich noch eine jesidische Sklavin.

Innerhalb der Terrororganisation „Islamischer Staat“ machte er eine zweifelhafte Karriere: Er ist neben Thomas M.-C. einer der beiden Deutschen, die nachweislich Mitglied des „IS“-Sicherheitsdienstes Amniyat wurden. Weitere Deutsche, wie z. B. Nils D., wurden Mitglied der „IS“-Religionspolizei. In welchem Umfang Lemke an Morden, Hinrichtungen und Folterungen beteiligt war, müssen die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Z. Zt. sitzt Martin Lemke in einem kurdischen Gefängnis bei Qamischli in Nordsyrien. Nun möchte er zurück zu den Ungläubigen in Deutschland.

Radikalisierung

„Abu Yasir al-Almani“ (andere Schreibweise: „Abu Yassir al-Almani“) alias „Nihad“ alias Martin Lemke wurde Ende Dezember 1990 im Süden Sachsen-Anhalts geboren. Er wohnte zunächst am Neumarkt in Zeitz (Sachsen-Anhalt). Hier machte er eine Ausbildung zum Industriemechaniker in einer Braunkohlegesellschaft und arbeitete danach sechs Jahre lang als Schweißer bei der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG). Er gehörte einer arabisch-armenischen Jugendgang an, konsumierte Drogen und beging kleinere Diebstähle. Außerdem war er Mitglied in einem Box-Sportverein und Torwart beim Fußballclub „SV Motor Zeitz“.

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How Imagination Will Save Our Cities

Painting by Alexis Rockman
Scientists might need to take a cue from artists to adapt our cities for climate change.

By Paul Dobraszczyk | NAUTILUS

In Kim Stanley Robinson’s 2017 science-fiction novel New York 2140, the city of the future has become a vertical super-Venice, after being flooded by rising seas caused by global warming melting the Arctic ice caps.1 While the lower stories of many of Manhattan’s skyscrapers have been overtaken by the sea, residents continue to live in those above, accessing them via boathouses and pontoons. A tangle of sky-bridges connect the lofty heights of many of these skyscrapers, the streets beneath now canals traversed by countless boats and gondolas. Ruins litter the intertidal zone, inhabited by the desperate and the poor; while airships agglomerate above the buildings into sky villages. Robinson’s imagined New York of the future hasn’t succumbed to the ravaging effects of climate change; rather, it has adapted to the changes by radically reshaping its built environment.

Despite the fact that climate change is already affecting vulnerable cities like New York—principally featuring an increased incidence and severity of urban flooding—it remains a phenomenon that is dominated by future predictions. Even by the cautious estimates of the most recent report by the Intergovernmental Panel on Climate Change in 2014, cities are in for a rough ride in the next century. By 2100 the rise in global temperatures is almost certain to exceed 2 degrees Celsius (3.6 degrees Fahrenheit) above pre-industrial levels, and, alarmingly, already reached that level for a short time in early 2016. Sea levels will rise by anything up to a meter, or more if current predictions prove to be over-optimistic (and New York 2140 is based on an estimated rise of 15 meters, or 49 1/4 feet, over the next 100 years). At the same time, the oceans will also warm and become more acidic; and the turbulence of the atmosphere will intensify, leading to more extreme weather events and a greater risk of flooding.2 Cities are especially vulnerable to the effects of climate change, particularly coastal or tidal-river-based conurbations—including 22 of the world’s major cities according to the Stern Review of 2006.3

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Masse der Milchstraße bestimmt – Unsere Heimatgalaxie wiegt 1,5 Billionen Sonnenmassen

Die im Außenbereich der Milchstraße verteilten Kugelsternhaufen haben Astronomen dabei geholfen, die Masse unserer Galaxie genauer zu bestimmen. © NASA, ESA and A. Feild (STScI)
Eine Galaxie auf der „Waage“: Astronomen ist die bisher genaueste Bestimmung der Milchstraßen-Masse gelungen. Demnach umfasst unsere Heimgalaxie rund 1,5 Billionen Sonnenmassen – rund 90 Prozent davon sind Dunkle Materie. Möglich wurde die neue Messung durch eine Kombination von Daten der Weltraumteleskope Hubble und Gaia. Das Wissen um die Masse der Milchstraße ist wichtig für die Kenntnis unserer komischen Nachbarschaft, aber auch für grundlegende Fragen der Kosmologie.

scinexx

Die Milchstraße ist unsere kosmische Heimat, trotzdem ist sie noch lange nicht komplett erforscht. Sogar ihre genaue Masse ist bis heute unbekannt. Bisherige Schätzungen lagen mit Werten zwischen 500 Milliarden und drei Billionen Sonnenmassen weit auseinander. Das Problem: Die Masse unserer Galaxie umfasst nicht nur Sterne und andere sichtbare Objekte. Stattdessen macht den Löwenanteil von 90 Prozent eine unsichtbare Komponente aus – die Dunkle Materie. „Wir können die Dunkle Materie aber nicht direkt messen“, erklärt Laura Watkins vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.

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Bundesagentur: Viele geflüchtete Frauen ohne Job

Die Bundesagentur für Arbeit will mehr Jobs für geflüchtete Frauen: „Wir müssen die Frauen erreichen, sonst verlieren wir im Integrationsprozess die Familien“, sagte Vorstandsmitglied Valerie Holsboer im Interview der „Nürnberger Nachrichten“. „Das Thema liegt mir am Herzen, weil in den Geflüchteten-Haushalten oft viele Kinder aufwachsen. Wenn die nicht mitbekommen, dass gearbeitet wird, und ihre Mutter nicht als selbstbewusst und finanziell unabhängig erleben, dann wird was schiefgehen.“

evangelisch.de

Einen Grund für die geringe Erwerbsbeteiligung von weiblichen Flüchtlingen sieht Holsboer in der Kultur, bei der Erwerbstätigkeit von Frauen nicht üblich ist. Zum anderen gebe es aber auch Regionen in Deutschland, in denen geflüchtete Frauen mit Ressentiments rechnen müssten, wenn sie sich in der Gesellschaft bewegen. „Da bleiben sie erst recht zuhause“, sagte Holsboer. „Wir müssen deshalb über Anreize gehen, die Frauen aufsuchen und ihnen die Möglichkeiten, die es gibt, aufzeigen – zum Beispiel die Teilzeitausbildung.“

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Bullshistic: Wie der Religionsunterricht von Computerspielen profitieren kann – Im Gottessimulator

Bild: gamechurch
Computerspiele und Religionsunterricht zusammenbringen, ist das Ziel von Thimo Zirpel. Der Religionslehrer an einer Gesamtschule hat über das Thema promoviert. Im Interview erklärt er, wie Zocken den Schülern Gott näher bringen kann.

DOMRADIO.DE

KNA: Sie vertreten die Meinung, dass Computerspiele einen besonderen Zugang zu Schülern schaffen können. Wie meinen Sie das?

Thimo Zirpel (Religionslehrer an einer Gesamtschule): Ich formuliere es mal so: Alle Jungs in meiner sechsten Klasse spielen das Computerspiel „Fortnite“ und verbringen sehr viel Zeit damit. Mit Zustimmung der Eltern haben wir auch gemeinsam gespielt. Die Schüler fanden es großartig, diese Erfahrung mit ihrem Lehrer zu teilen. Wenn Kinder sehen, dass sich ihr Lehrer dafür interessiert, was ihnen wichtig ist, dann interessieren sie sich auch ein Stück mehr dafür, was im Unterricht passiert. Es ist ein Schritt, die Leidenschaft der Kinder zu teilen und zu verstehen, warum sie das machen.

KNA: Was macht ein Computerspiel zur Nutzung im Religionsunterricht attraktiv?

Zirpel: Es gibt Spiele, in denen ein Prophet vorkommt, der auftritt und handelt. Damit hat man eine Verbindung zu den Prophetengeschichten in der Bibel und ein illustrierendes Beispiel. Solche Spiele bevorzugen Religionslehrer, die sich mit Computerspielen nicht so gut auskennen.

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Masernausbruch an Schule: Ohne Impfschutz kein Unterricht

Schüler einer Gesamtschule in Hildesheim, die keinen Impfpass dabei hatten, durften am Freitag nicht am Unterricht teilnehmen. (Foto: dpa)
  • Nach einem Masernausbruch an einer Gesamtschule in Niedersachsen greifen die Behörden zu drastischen Maßnahmen.
  • Schätzungen zufolge wurde am Freitag jeder fünfte Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, weil er keine Impfung nachweisen konnte.
  • Seit Jahresbeginn sind in dem Bundesland mehr Menschen an Masern erkrankt als im gesamten Vorjahr.

Süddeutsche Zeitung

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben am Freitag viele Schüler einer Gesamtschule in Hildesheim wieder nach Hause geschickt, weil sie keinen Impfschutz gegen Masern nachweisen konnten. So soll nach einem Masernausbruch an der Gesamtschule verhindert werden, dass sich weitere Kinder anstecken. Der NDR berichtet von Schätzungen, dass jeder fünfte der 600 Schüler davon betroffen sei. Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Impfpässe vergessen oder waren nicht geimpft.

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Vatikan: Amazonas-Synode diskutiert nicht über neue Hostien-Rezepte

Bild: © AK-DigiArt/Fotolia.com (Symbolbild)
Herkömmliche Hostien vertragen das feuchtwarme Amazonas-Klima nicht. Ein brasilianischer Jesuit hatte daher die Möglichkeit von Maniok-Hostien ins Spiel gebracht – doch das wird kein Thema bei der Amazonas-Synode, heißt es nun aus Rom.

katholisch.de

Ein neues Rezept für Hostien aus Maniok anstatt aus Weizenmehl steht bei der Amazonas-Synode nicht auf der Tagesordnung. Im Vorbereitungsdokument tauche das Thema der eucharistischen Materie nicht auf, sagte der Untersekretär des Generalsekretärs der Bischofssynode, Bischof Fabio Fabene, gegenüber dem britischen Catholic Herald: „Daher ist das auch kein Gegenstand der nächsten Synode.“

Der brasilianische Liturgiewissenschaftler Francisco Taborda hatte Anfang März Hostien aus Maniok als mögliches Thema für die Synode ins Spiel gebracht. Hostien aus Weizenmehl würden im feuchtwarmen südamerikanischen Klima während der Regenzeit zu einem „klebrigen Brei“ werden, so der Jesuit: „Das ist dann kein Brot mehr, und wenn es kein Brot ist, ist es nicht die Eucharistie.“ In der Amazonasregion ist Maniokmehl die übliche Grundzutat für Brot.

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Das Gesicht wird zum Reisepass

In den internationalen Terminals in Atlanta, Orlando, und einigen anderen Flughäfen hat der Grenzschutz Scanner installiert, die die Gesichter der Fluggäste erfassen.(Bild: Elijah Nouvelage / Reuters)
Die USA fangen an, nicht nur die Einreise, sondern auch die Ausreise von Ausländern zu erfassen. Gesichts-Scanner werden nun an internationalen Flughäfen im ganzen Land aufgestellt.

Marie-Astrid Langer | Neue Zürcher Zeitung

Flugreisende kennen die lästigen Prozeduren nur zu gut: Ständig muss man seinen Reisepass zücken, bei der Gepäckabgabe, der Sicherheitskontrolle, dem Boarding, der Einreise. In Amerika reicht es nun vielerorts, sein Gesicht zu zeigen: In den internationalen Terminals in Atlanta, Orlando, und einigen anderen Flughäfen hat der Grenzschutz Scanner installiert, die die Gesichter der Fluggäste erfassen. Die Aufnahmen werden mit gespeicherten Fotos verglichen, die den Behörden von früheren Besuchen, Reisepässen und Visumsanträgen bekannt sind.

Was als Zeitersparnis und Komfort verkauft wird, hat in Wirklichkeit politische Gründe. Die USA zählen zu den wenigen Ländern, die zwar die Einreise, aber nicht die Ausreise von Besuchern erfassen. Personen, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, machen seit Jahren die grösste Gruppe der illegal im Land Anwesenden aus.

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Gitter und Blech: Heilig-Geist-Kirche in München vertreibt Obdachlose

Ein Blech vor dem Hauptportal der Heilig-Geist-Kirche soll verhindern, dass Obdachlose vor dem Gotteshaus ein Lager errichten. Foto: Djordje Matkovic
Seit Kurzem hindert ein großes Blech am Haupttor der Heilig-Geist-Kirche Obdachlose daran, vor dem Gotteshaus zu übernachten. Dies hat jedoch nichts mit fehlender Nächstenliebe zu tun, sondern hat gute Gründe, erklärt Pfarrer Rainer Maria Schießler.

Jasmin Menrad | Abendzeitung

Pfarrer Rainer Maria Schießler (58) hat ein großes Herz – das hat er viele Male bewiesen. So verwundert es viele Münchner, die zu später Stunde beim Viktualienmarkt unterwegs sind, umso mehr, dass er seine Heilig-Geist-Kirche jetzt vor Obdachlosen verrammelt.

Vor dem großen Portal hindert ein großes Blech Wohnungslose daran, unter dem schützenden Vorsprung zu nächtigen. „Nie und never würde ich Bettler vertreiben“, sagt Schießler auf AZ-Anfrage – und erzählt von seinem Papa, der zu dem kleinen Rainer Maria mit Blick auf die Bettler in der Fußgängerzone gesagt hat: „Verliere nie die Achtung vor den Menschen.“

Schießler: „Das Problem ist, dass der Platz zu einem Lager ausgebaut wurde“

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