Wer sind die Feinde Israels?


Demonstration der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden. Bild: Jüdische Stimme
Die Preisverleihung an die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden machte deutlich, wie divers jüdisches Leben in Deutschland ist

Peter Nowak | TELEPOLIS

Ist die Organisation Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. antisemitisch? Diese Frage beschäftigte einige Wochen die Medien. Der Anlass war die Verleihung des Göttinger Friedenspreises. Wohl kaum eine Auszeichnung hat eine solche Aufmerksamkeit erregt.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die Preisverleihung. In einem Brief des Zentralratsvorsitzenden an den Göttinger Oberbürgermeister heißt es:

Mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Stiftung Dr. Roland Röhl am Sonnabend, den 09. März 2019, den Göttinger Friedenspreis 2019 an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“ verleihen wird. Die Stadt Göttingen ist durch Ihre Person ebenso wie die Universität Göttingen Mitglied im Kuratorium der Dr. Roland Röhl-Stiftung und verantwortet diese Entscheidung daher mit.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, der Verein „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ ist ein aktiver Unterstützer von Veranstaltungen der gegen Israel gerichteten Boykottbewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions; zu Deutsch: „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“). Ich muss sicherlich nicht erläutern, welche historischen Vorläufer Boykotte gegen jüdische Einrichtungen oder Juden in Deutschland haben und welche Assoziationen mit derartigen Aktionen erzeugt werden.

Auszug aus dem Brief des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Josef Schuster an den Göttinger Oberbürgermeister

Obwohl sich die Stadt Göttingen, die Universität und andere Institutionen von der Preisverleihung zurückgezogen haben, blieb die Jury bei ihrer Entscheidung und die Preisverleihung fand im am 9. Janaur in Göttingen nun ganz im zivilrechtlichen Rahmen statt.

Diversität auch unter Jüdinnen und Juden anerkennen

Ein israelsolidarisches Bündnis protestierte dagegen unter der Parole „Kein Frieden mit den Feinden Israels“. In einem Offenen Brief forderte das Bündnis eine Aufarbeitung, warum die Jury die Organisation für preiswürdig erklärte und dann in einem Interview gleich die Neubesetzung der Jury.

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