Die Witwe sticht zu, und der Kopf des Feldherrn rollt: In der Bibel gibt es Geschichten, die man dort nicht erwarten würde


Eine blutige Geschichte, aber ja, sie stammt aus der Bibel: Judith ermordet den assyrischen Feldherrn Holofernes, nicht ohne vorher ihre erotischen Reize ausgespielt zu zu haben. Das wiederum faszinierte Gustav Klimt, der 1901 sein düster-laszives Bild malte. (Bild: Österreichische Galerie Belvedere, Wien)
Für das Judentum gehören sie nicht zum Alten Testament: die deuterokanonischen Schriften. Der Anhang zur neuen Zürcher Bibel enthält sie in einer neuen Übersetzung. Sie geben Einblick in eine fast vergessene Epoche der jüdischen Kultur.

Bernhard Lang | Neue Zürcher Zeitung

Titelheldin des Dramas «Judith» von Rolf Hochhuth ist eine politisch orientierte, treffsicher argumentierende, vor nichts zurückschreckende Journalistin. In ihr Visier gerät der amerikanische Präsident, als dieser die Herstellung chemischer Waffen wieder zulässt. Ihren Plan, ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben, setzt sie in die Tat um.

Die Gestalt der Judith hat Hochhuth einem antiken jüdischen Roman entlehnt. Dieser handelt von einer jungen und schönen jüdischen Witwe, die als Mörderin des feindlichen Feldherrn Holofernes zur Heldin wird. Auch ein Gemälde von Gustav Klimt hat zur Verewigung des Ruhmes der Heldin beigetragen, die ihre körperlichen Reize hemmungslos ausspielt, um für ihr Volk zu kämpfen.

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