Betriebe kämpfen gegen Analphabetismus


Paketzentrum 44 Prozent der Unternehmen, die Geringqualifizierte beschäftigen, haben diesen zuletzt Programme zur „Grundbildung“ angeboten. (Foto: obs)
Viele Unternehmen helfen Mitarbeitern bei Schreib-oder Leseschwächen – deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren. Doch sie brauchen mehr Hilfe vom Staat.

Barbara Gillmann | Handelsblatt

Die Digitalisierung schraubt die Anforderungen auch für Ungelernte immer mehr in die Höhe: Arbeiter in der Logistik oder in Reinigungsbetrieben könnten schon bald vor der Situation stehen, nicht mehr länger nur Pakete umzuladen oder zu putzen, sondern ihre Arbeit auch auf Displays zu dokumentieren.

„Das können aber viele Helfer gar nicht, weil sie große Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben“, warnt der Bildungsexperte des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Axel Plünnecke.

Das Problem ist größer als gemeinhin bekannt: Nach der einzigen Studie dazu gibt es in Deutschland mehr als sieben Millionen erwachsene sogenannte funktionale Analphabeten, die also nicht richtig lesen oder schreiben können. 57 Prozent davon arbeiten trotzdem, wenn auch oft prekär.

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