Schon Platon wusste: Wer viel aufschreibt, wird vergesslich. Und ohne Rede scheitert das Denken. Damit hat er selbst im digitalen Zeitalter recht

Bei Platon zeigt sich selbst der Pharao noch schriftkritisch: Die Hieroglyphen seien blosse Gedankenstütze. (Bild: Christophel Fine Art / Getty)
In der Bildung herrscht eine übertriebene Digitalisierungseuphorie. Dabei droht vergessen zu gehen, worauf kritisches Denken fusst.

Christoph Riedweg | Neue Zürcher Zeitung

Landauf, landab herrscht Begeisterung über die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Schulen. Mit massiven Investitionen in zusätzliche Computer, Laptops und bessere WLAN-Verbindungen, in Lernplattformen, Schulserver und interaktive Tafeln verbindet sich die Erwartung eines Quantensprungs in der Unterrichtsqualität.

Dass die Digitalisierung auch im Bildungsbereich zu grossen Veränderungen führt, steht ausser Frage. Angesichts des weithin unkritischen Enthusiasmus kann es freilich nicht schaden, auf die Stimme eines bis heute einflussreichen antiken Philosophen zu hören, der sich im Zusammenhang mit dem damals akuten Medienwandel, dem Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit, eindringlich mit den Chancen und Risiken des neuen Mediums auseinandergesetzt hat.

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Das sind 10 Restposten der Evolution – hast du alle?

wikimedia
Wir sind einen weiten Weg gegangen, seit vor mehr als 50 Millionen Jahren die Primaten entstanden. Aus den kleinen, vermutlich baumbewohnenden Säugern entstanden im Zuge der Evolution die heutigen Affen und damit auch wir Menschen (wir gehören zur Unterordnung der Trockennasenaffen).

watson.ch

Einige körperliche Merkmale unserer Vorfahren haben wir allerdings beibehalten – obwohl wir sie gar nicht mehr gebrauchen. Hier sind zehn dieser biologischen Rudimente:

Manche Menschen haben am Aussenrand ihrer Ohrmuscheln einen Knorpelfortsatz, der – benannt nach Charles Darwin – Darwin-Ohrhöcker heisst. Darwin erkannte darin ein evolutionäres Überbleibsel einer früher spitzen Ohrform, wie sie viele Säugetiere aufweisen.

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Kopftücher müssen draußen bleiben, Kreuze nicht

Grafik: TP
Die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs hätte emanzipatorisches Potential, wenn sie für alle Symbole gelten würde

Peter Nowak | TELEPOLIS

Art. 11 Abs. 2, der Richtern und Richterinnen, Staatsanwälten und Staatsanwältinnen sowie Landesanwälten und Landesanwältinnen unter be- stimmten Voraussetzungen das Tragen religiös oder weltanschaulich geprägter Symbole oder Kleidungsstücke in Verhandlungen sowie bei Amtshandlungen mit Außenkontakt verbietet, ist mit der Bayerischen Verfassung vereinbar. Das ist der Kern der heutigen Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs.

In dem erwähnten Gesetzestext BayRiStAG heißt es:

Richter und Richterinnen dürfen in Verhandlungen sowie bei allen Amtshandlungen mit Außenkontakt keine sichtbaren religiös oder weltanschaulich geprägten Symbole oder Kleidungsstücke tragen, die Zweifel an ihrer Unabhängigkeit, Neutralität oder ausschließlichen Bindung an Recht und Gesetz hervorrufen können.

Es ist positiv, dass das bayerische Gericht klarstellt, dass religiöse Symbole in Gerichtssälen nichts verloren haben. Auf das Kopftuch bezogen, ist dabei nicht ausschlaggebend, ob die Trägerinnen selber damit die islamische Ideologie verbreiten wollen. Es kommt darauf an, wie ein solches Symbol bei den Menschen ankommt, die in welcher Rolle auch immer den Gerichtssaal betreten müssen oder wollen. Man stelle sich beispielsweise vor, es handelt sich um jemanden, der Opfer islamistischer Gewalt wurde. Sie oder er könnte mit dem Kopftuch genau diesen islamistischen Herrschaftsanspruch verbinden, auch wenn der von den Kopftuchträgerinnen nicht beabsichtigt ist.

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Jack the Ripper: Täter mittels DNA entlarvt?

Bis heute ist ungeklärt, welcher der damaligen Verdächtigen wirklich Jack the Ripper war. Jetzt liefern DNA-Analysen neue Indizien. © George Peters/ iStock
Kriminalfall wieder aufgerollt: Forscher haben einen möglichen Hinweis auf die wahre Identität von Jack the Ripper gefunden – dem berüchtigten Serienmörder des viktorianischen London. DNA-Spuren auf dem blutverschmierten Halstuch eines der Opfer stimmen demnach mit DNA-Abschnitten einer Nachfahrin des damaligen Hauptverdächtigen überein. Nach Ansicht der Wissenschaftler spricht dies dafür, dass der psychisch kranke Barbier Aaron Kosminski der Mörder war.

scinexx

Er ist einer der berühmtesten Serienmörder der Geschichte: Im Herbst 1888 tötete Jack the Ripper in London gleich fünf Frauen auf brutale Weise. Er durchschnitt seinen Opfern die Kehle und verstümmelte sie zum Teil. Obwohl die Londoner Polizei damals alle Anstrengungen unternahm, den Mörder zu finden, ist bis heute unklar, wer wirklich hinter Jack the Ripper steckte. Unter den Verdächtigen waren ein russischer Arzt und Ex-Sträfling, ein irischer Quacksalber, ein homosexueller Anwalt und ein psychisch kranker Barbier aus Polen.

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Toter Wal mit 40 Kilogramm Plastik im Magen gefunden

Der junge Schnabelwal ist bei weitem nicht das erste marine Plastik-Opfer.

Neue Zürcher Zeitung

Ein junger Wal mit rund 40 Kilogramm Plastikmüll im Magen ist verendet an der Küste der Philippinen entdeckt worden. Der junge männliche Cuvier-Schnabelwal habe unter anderem 16 Reissäcke aus Kunststoff, vier Säcke aus dem Bananenanbau und etliche Plastik-Einkaufssäcke verschluckt, berichteten Meeresbiologen in Davao über den Fund vom Samstag.

Nach Anschlag: Mazyek fordert besseren Schutz deutscher Moscheen

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Nach den Anschlägen auf Moscheen in Neuseeland fordert der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, einen besseren Schutz islamischer Gotteshäuser in Deutschland.

evangelisch.de

Außer über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen, wenn die Einrichtung zuvor attackiert worden sei, gebe es bislang keinen Schutz für Moscheen, sagte Mazyek der „Heilbronner Stimme“ (Montag). „Diesen Umstand, dass Moscheen praktisch ungeschützt sind, haben wir immer wieder angemahnt und kritisiert, ohne dass Konsequenzen gezogen worden sind.“

In der muslimischen Gemeinde leide inzwischen das Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsbehörden, fügte er hinzu. „Viele haben das Gefühl, dass ihre Sorgen und ihr nachvollziehbares Sicherheitsbedürfnis nicht ernstgenommen werden.“

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Unionsfraktionsvize will Kopftuchverbot und Kita-Sprachtests: Vorstoß aus der Politik

Themenbild
Erneute Debatte um ein Kopftuchverbot in Deutschland? Nun will der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Carsten Linnemann, bundesweit ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren durchsetzen. Und nicht nur das.

DOMRADIO.DE

„Bundespolitisch müssen wir regeln, dass ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eingeführt wird“, sagte Linnemann der „Rheinischen Post“ (Montag).

Mädchen sollten genauso frei und unbeschwert wie Jungen aufwachsen dürfen, forderte er. Dazu sei er mit den Innenpolitikern in seiner Fraktion bereits im Gespräch.

Sprachtests im Kindergarten

Bei kleinen Kindern will Linnemann zudem stärker auf die Sprachentwicklung achten lassen und aus nicht bestandenen Sprachtests im Kindergarten Konsequenzen ziehen: „Ich bin dafür, eine Vorschulpflicht für Kinder einzuführen, die bei Sprachstandserhebungen im Alter von vier Jahren nicht altersgemäß abschneiden. Natürlich für alle Kinder – egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, so de Politiker.

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Imam und Kardinal fordern: „Politik muss aufhören, Religion zu instrumentalisieren“

Ihr Land ist geprägt von Gewalt und Armut. Zwei prominente Religionsvertreter, Imam und Kardinal, aus der Zentralafrikanischen Republik betonen, dass die Konflikte religiös motiviert seien – und kritisieren die Politik

Christoph Strack | Deutsche Welle

Prominente Religionsvertreter aus der Zentralafrikanischen Republik haben in Berlin für ein interreligiöses Friedensprojekt in ihrem Land geworben. Der katholische Kardinal Dieudonné Nzapalainga und der muslimische Imam Layama Kobine betonen, dass die Konflikte in dem von Armut und Gewalt geprägten Land nicht religiös motiviert seien. Sie fordern auch ein Ende von Waffenverkäufen in die Region. Am Freitag trauerten die beiden, die 2015 gemeinsam den Aachener Friedenspreis erhielten, in Berlin bei einer Gedenkminute des interreligiösen Projekts „House of One“ um die Toten des Terroranschlags im neuseeländischen Christchurch.

Deutsche Welle: Ihr Land ist geprägt von Krieg und Gewalt. In vielen Ländern der Erde sind solche Konflikte religiös begründet. Viele denken das auch mit Blick auf Ihr Land.

Kardinal: In Deutschland mag man meinen, das sei ein religiöser Krieg und ein religiöser Konflikt. Aber die Realität ist ganz anders. Die Kriegsereignisse sind eine militärisch-politische Krise. Und Religion wird höchstens instrumentalisiert für militärisch-politische Interessen. Mein Freund, der Imam, hat in den Zeiten der größten Krise und der schlimmsten Gewalt mit seiner Frau und seiner Familie sechs Monate in meinem Haus gewohnt und so Schutz gefunden. Gemeinsam sind wir raus gegangen, um der ganzen Bevölkerung die Botschaft nahe zu bringen: Das ist keine religiöse Krise, kein religiöser Konflikt.

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Oswald Mosley, das passende Vorbild

Italy’s Duce Benito Mussolini (left) with Oswald Mosley (right) during Mosley’s visit to Italy in 1936. Bild: wikipedia.org/PD
Brenton Tarrant, der der Ermordung von mindestens 50 muslimischen Gläubigen in einer Moschee im neuseeländischen Christchurch dringend verdächtigt wird, bezeichnete in einem 73 Seiten starken Manifest den britischen Faschisten und Antisemiten Oswald Mosley als sein Vorbild, von dem er Inspiration schöpfte.

tachles

Sein Motiv für das Massaker, das in seiner Schrift am meisten hervorsticht, lautete: «Entfernung von Nicht-Europäern aus europäischem Land». Und weiter schreibt Tarrant: «Ich stimme weitgehend mit Sir Oswald Mosleys Ansichten überein und betrachte mich als einen Eco-Faschisten von Natur aus».

Der Australier Tarrant dementiert, ein Antisemit zu sein, zumindest so lange, wie Juden in Israel leben. «Ein in Israel lebender Jude ist nicht mein Feind, so lange er nicht versucht, mein Volk zu unterwandern, oder ihm Schaden zuzufügen». Eine ähnliche Ansicht über Juden vertrat Anders Behring Breivik, der weisse Rassist, der 2011 in Norwegen 77 junge Leute ermordete, und den Tarrant als Rollenmodell anführt.

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Weltraum-Flug aktiviert schlafende Viren – Nachweis infektiöser Herpesviren bei der Hälfte aller NASA-Astronauten

Der Aufenthalt im All fördert die Reaktivierung latenter Herpesviren bei Astronauten. © NASA
Infektiöse Nachwirkung: Ein Aufenthalt im Weltraum kann schlafende Herpesviren reaktivieren – und die Träger hochinfektiös machen. Bei mehr als der Hälfte aller Astronauten, die auf Space-Shuttle-Missionen oder der Internationalen Raumstation ISS waren, haben Forscher nach der Rückkehr reaktivierte Herpesviren nachgewiesen, darunter Epstein-Barr und Windpockenviren. Zwar blieb dies meist symptomlos, doch gerade für längere Missionen berge dies ein erhebliches Gesundheitsrisiko, so die Wissenschaftler.

scinexx

Astronauten haben es nicht leicht: Die extremen G-Kräfte beim Start, die Schwerelosigkeit, dazu die Belastung durch kosmische Strahlung – all dies ist für den Körper eine enorme Belastung. Dazu kommen noch die Trennung von Freunden und Angehörigen und ein stressiger Job. Die Folgen davon bleiben nicht aus: Neben dem Muskel- und Knochenschwund drohen Schäden am Herz-Kreislauf-System, Fieber und noch dazu Veränderungen des Gehirns und sogar Hirnschwund, wie Studien zeigen.

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Frankreich: Aufhebung der Immunität von Nuntius Ventura beantragt

Bild: © KNA
Dem Apostolischen Nuntius in Frankreich, Luigi Ventura, werden mehrere sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Doch die Behörden können ihn dazu nicht befragen. Jetzt will die Staatsanwaltschaft seine diplomatische Immunität aufheben lassen.

katholisch.de

Die französische Staatsanwaltschaft fordert die Aufhebung der Immunität des päpstlichen Nuntius Luigi Ventura. Ihm würden mehrere sexuelle Übergriffe auf junge Männer vorgeworfen, berichtet die französische Tageszeitung La Croix am Montag. Bisher hätten die Behörden den Nuntius dazu jedoch nicht befragen können, weil er als päpstlicher Diplomat besonderen Schutz vor straf- oder zivilrechtlicher Verfolgung genießt.

„Es ist eine politische Entscheidung zwischen Frankreich und dem Vatikan“, sagte Edmond-Claude Fréty, Anwalt von zwei Opfern. Die Anklage hoffe nun darauf, dass der Vatikan den Antrag annimmt und man die Ermittlungen gegen Ventura vorantreiben könne. „Das würde zeigen, dass der Veränderungsprozess in der Kirche nicht nur viel heiße Luft ist.“

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Kölner Enthüllungsjournalist: Ausstrahlung von „Team Wallraff“ sollte verhindert werden

Günter Wallraff im Interview mit einer Pflegerin Foto: TV Now
„Es ist bisher noch nie in dieser Massivität versucht worden, die Sendung im vorhinein zu verhindern. Aber wir senden – jetzt erst recht!“ Das sagt der Kölner Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (76) über die neueste Ausgabe seiner Sendung „Team Wallraff“.

Kölner Stadt-Anzeiger

Missstände in psychiatrischen Einrichtungen

Dafür gingen die Journalisten Hinweisen von Zuschauern und ehemaligen Patienten auf untragbare Zustände in psychiatrischen Einrichtungen nach. Und tatsächlich: Bei ihren mehr als einjährigen Undercover-Recherchen erleben Reporter in mehreren Häusern zum Teil haarsträubende Missstände bei der Betreuung und Behandlung von Bewohnern.

Die Einsätze führen die Reporter u. a. nach Frankfurt (Psychiatrie im Klinikum Frankfurt Höchst), Stuttgart (Furtbach-Krankenhaus), Berlin (Vivantes Klinikum Spandau) und in die Eifel (Case Projekt, Jugendhilfeeinrichtung in Wanderath).

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