Imam und Kardinal fordern: „Politik muss aufhören, Religion zu instrumentalisieren“


Ihr Land ist geprägt von Gewalt und Armut. Zwei prominente Religionsvertreter, Imam und Kardinal, aus der Zentralafrikanischen Republik betonen, dass die Konflikte religiös motiviert seien – und kritisieren die Politik

Christoph Strack | Deutsche Welle

Prominente Religionsvertreter aus der Zentralafrikanischen Republik haben in Berlin für ein interreligiöses Friedensprojekt in ihrem Land geworben. Der katholische Kardinal Dieudonné Nzapalainga und der muslimische Imam Layama Kobine betonen, dass die Konflikte in dem von Armut und Gewalt geprägten Land nicht religiös motiviert seien. Sie fordern auch ein Ende von Waffenverkäufen in die Region. Am Freitag trauerten die beiden, die 2015 gemeinsam den Aachener Friedenspreis erhielten, in Berlin bei einer Gedenkminute des interreligiösen Projekts „House of One“ um die Toten des Terroranschlags im neuseeländischen Christchurch.

Deutsche Welle: Ihr Land ist geprägt von Krieg und Gewalt. In vielen Ländern der Erde sind solche Konflikte religiös begründet. Viele denken das auch mit Blick auf Ihr Land.

Kardinal: In Deutschland mag man meinen, das sei ein religiöser Krieg und ein religiöser Konflikt. Aber die Realität ist ganz anders. Die Kriegsereignisse sind eine militärisch-politische Krise. Und Religion wird höchstens instrumentalisiert für militärisch-politische Interessen. Mein Freund, der Imam, hat in den Zeiten der größten Krise und der schlimmsten Gewalt mit seiner Frau und seiner Familie sechs Monate in meinem Haus gewohnt und so Schutz gefunden. Gemeinsam sind wir raus gegangen, um der ganzen Bevölkerung die Botschaft nahe zu bringen: Das ist keine religiöse Krise, kein religiöser Konflikt.

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