Psychologe: Kirche lässt Kleriker mit Zölibatsproblemen allein


Bild: © ricardoreitmeyer/Fotolia.com (Symbolbild)
Joachim Reich berät Geistliche, die Schwierigkeiten mit dem Zölibat haben. Er sagt, die Kirche lasse sie mit ihren Problemen allein. Schließlich hätten sie sich für die Priesterweihe entschieden, heißt es oft. Die Folgen seien dramatisch.

katholisch.de

Die katholische Kirche lässt Kleriker in Krisen mit dem Zölibat aus Sicht des Berliner Psychologen Joachim Reich allein. „Wenn einer ein Problem damit hat, wird das von der Kirche sofort individualisiert. Schließlich habe er sich für die Priesterweihe entschieden, nun solle er selber damit zurechtkommen, so die Haltung“, kritisierte Reich in der Schweizer „Sonntagszeitung“. Die Kirche übernehme „keine Verantwortung dafür, wie die Priester dieses Gelübde leben können“. Reich berät Kleriker, wenn sie Schwierigkeiten mit dem Zölibat haben.

Sie könnten zwar „theoretisch in der Beichte über ihre Probleme mit der Sexualität sprechen, aber dort steht die Thematik sofort im Kontext von Schuld und Strafe“, betonte Reich. „Auch bei den geistlichen Begleitern hat man das Problem, dass sie keinerlei sexualtherapeutische Ausbildung haben.

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