Gerd Müller(CSU): Das bisherige christliche Wirtschaften hat uns an Grenzen gebracht, lasst uns weiter christlich Wirtschaften

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Kirchen dazu aufgefordert, sich noch stärker für Frieden, Umweltschutz und globale Gerechtigkeit einzusetzen. Das herkömmliche Wirtschaften habe die Welt an ihre Grenzen gebracht, betonte Müller am Montag in einem Vortrag vor der bayerischen evangelischen Landessynode in Lindau. Daher sei eine Umkehr nötig: „Dazu müssen entscheidende Impulse von den Kirchen kommen. Als Christen sind wir in der Verantwortung“, sagte Müller.

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In seiner Rede mit dem Titel „Global denken, lokal handeln: Globale Gerechtigkeit als Wurzel für den Frieden“ nannte Müller mehrere Handlungsfelder, in denen die Gesellschaft, aber auch die Kirchen aktiv werden müssten. So gehe es unter anderem darum, „diesen Irsinn, die Rüstungsspirale, zu stoppen und für den Frieden zu kämpfen“.

Um den Frieden weltweit zu sichern, sei es auch nötig, faire Produktionsweisen in den Entwicklungsländern zu fördern. So müssten etwa die Hersteller von Kleidung mehr Geld für ihre Produkte bekommen. Ein zusätzlicher Dollar pro Kleidungsstück reiche bereits aus, damit Arbeiter und Arbeiterinnen vor Ort „leben und überleben können“, erklärte Müller: „Dieser eine Dollar sollte uns das Wert sein.“

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Tiefer Blick in eine Naht der Erde – Geologen durchleuchten erstmals einen ultralangsamen mittelozeanischen Rücken

Tauchgang zu Schwarzen Rauchern am mittelozeanischen Rücken. Wie eine solche Nahtstelle der Erde unter dem Meeresgrund aussieht, haben Forscher nun sichtbar gemacht. © NTNU
Blick in die verborgenen Tiefen: Forscher haben erstmals die Struktur tief unter einer ganz speziellen Nahtzone der Erdkruste durchleuchtet – eines ultralangsam aufreißenden mittelozeanischen Rückens. Obwohl rund ein Drittel der irdischen Spreizungszonen zu diesem Typ gehören, war ihr Innenleben bisher weitgehend unbekannt. Jetzt liefern Leitfähigkeitsmessungen erste Informationen aus der Tiefe.

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Die mittelozeanischen Rücken sind Nahtstellen der Erde – und Fabriken für neue Ozeankruste. Weil dort die Erdplatten auseinanderdriften, tritt frisches Magma aus dem Erdinneren zutage. Als Folge bilden sich langgezogene Gebirgsrücken, durchzogen von Unterseevulkanen und hydrothermalen Schloten. Meist tritt die Lava an diesen Ozeanrücken eher langsam und stetig aus, aber auch gewaltige Eruptionen sind möglich. Ob diese Ausbrüche jedoch passiv entstehen, weil die Kruste von den driftenden Erdplatten auseinandergerissen wird, oder ob Magmadruck in der Tiefe sie verursacht, ist bislang strittig.

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Urheberrechtsreform: Es geht um Profitinteressen, nicht um Zensur

Demo in Berlin. Bild: Markus Beckedahl/netzpolitik.org
Die Proteste gegen die Urheberrechtsreform könnten das vorliegende Gesetz verhindern, aber das könnte ein Pyrrhussieg sein – Ein Kommentar

Peter Nowak | TELEPOLIS

Die Verabschiedung der Urheberrechtsreform steht im EU-Parlament nach Meinung des CDU-Abgeordneten Elmar Brok auf der Kippe. Das wäre ein Erfolg der europaweiten Bewegung, die sich in den letzten Wochen europaweit gegen diese Gesetzesinitiative entwickelt hat.

Wegen Überfüllung Route geändert

Die Teilnehmerzahlen der Demonstranten übertrafen die Erwartungen der Organisatoren und Polizei weit. In Berlin musste sogar die Demonstrationsroute geändert werden. Weil statt der angemeldeten 2.000 weit über 10.000 Menschen an der Demonstration teilnehmen wollten, mussten kurzfristig größere Straßen genutzt werden, sonst hätte es einen großen Stau gegeben. Auch in anderen Städten war die Zahl der Teilnehmenden weit größer als erwartet.

„Ich habe viele netzpolitische Demonstrationen in Berlin erlebt. Von der Vorratsdatenspeicherung über Zensursula bis Acta. Diese Demo gegen Uploadfilter ist größer als die früheren“, schrieb der Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl. Euphorisch zeigte sich auch Julia Reda, die für die Piratenpartei im Europaparlament sitzt. „Ihr seid die Hoffnung Europas“, rief sie auf der Abschlusskundgebung den Demonstranten zu. Die revanchierten sich mit Julia-Rufen. Auch Fahnen fast aller anderen im Parlament vertretenen Parteien, außer CDU und AfD, waren auf der Demonstration vertreten. Viele Teilnehmende hatten Schilder, auf denen „Nie wieder CDU“ in die Höhe gehalten wurde.

Die Wahlen spielten überhaupt eine gewisse Rolle auf der Demo. „Auch Bots gehen wählen“, war eine häufig gesehene Parole. Das ist erstaunlich, weil gerade junge Menschen sich nicht besonders für Wahlen interessieren. Zudem waren zumindest in Berlin viele Demonstranten noch weit unter 18 Jahren. Viele scheinen auch, den Buttons nach zu urteilen, in der Jugendumweltbewegung aktiv zu sein. Es könnte also sein, dass die Jugend die Straße wieder als Aktionsfeld entdeckt. Dabei bleibt offen, ob es sich am Samstag eher um einen mehrstündigen Flashmob oder um eine politische Demonstration handelte.

Wenn nun – wie Brok befürchtet und es die Gegner des Paragraphen 13 wünschen – das Europaparlament das Gesetz nicht annimmt, dürfte es eine Neuvorlage nach den Europawahlen geben. Vielleicht wird das Gesetz dann anders verpackt. Noch ist offen, wie sich eine solche Verschiebung auf die doch sehr heterogene Protestbewegung auswirkt. Die Gefahr besteht, dass sie sich wieder zurückzieht und Vertrauen in all die Parteien von FDP bis Linke setzt, die auf der Demonstration vertreten waren.

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Physicists Think They’ve Figured Out the Most Extreme Chemical Factories in the Universe

This is a NASA illustration of a supernova. (Image: © NASA)
Our world is full of chemicals that shouldn’t exist. Lighter elements, like carbon and oxygen and helium, exist because of intense fusion energies crushing protons together inside stars. But elements from cobalt to nickel to copper, up through iodine and xenon, and including uranium and plutonium, are just too heavy to be produced by stellar fusion.

By Rafi Letzter | SPACE.com

Even the core of the biggest, brightest sun isn’t hot and pressurized enough to make anything heavier than iron.

And yet, those chemicals are abundant in the universe. Something is making them. [Elementary, My Dear: 8 Elements You Never Heard Of]

The classic story was that supernovae — the explosions that tear some stars apart at the end of their lives — are the culprit. Those explosions should briefly reach energies intense enough to create the heavier elements. The dominant theory for how this happens is turbulence. As the supernova tosses material into the universe, the theory goes, ripples of turbulence pass through its winds, briefly compressing outflung stellar material with enough force to slam even fusion-resistant iron atoms into other atoms and form heavier elements.

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Bistum Essen distanziert sich von israelkritischer Bewegung: „Das ist keine Perspektive, die zu Frieden beiträgt“

Ein Israel-freundlicher Demonstrant protestiert mit einer Israelischen Flagge im Rahmen der Ruhrtriennale 2018. © Ina Fassbender (dpa)
Pax Christi Essen sieht gewaltfreien Boykotts als legitim an, um Israel zu einer anderen Politik zu bewegen. Die Stadt sieht das anders und verweigert der Organisation die Nutzung von Räumen. Jetzt stellt sich das Bistum auch noch hinter die Stadt.

DOMRADIO.DE

Das Bistum Essen distanziert sich von der Unterstützung der gegen Israel gerichteten BDS-Boykottbewegung durch die katholischen Friedensbewegung Pax Christi. Das teilte das Ruhrbistum am Montag in Essen mit. Die Diözese stelle sich vielmehr „hinter das Anliegen des Rates der Stadt Essen, der BDS-Bewegung keine Einrichtungen und Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen und sonstigen Zwecke zur Verfügung zu stellen“, erklärte Bistumssprecher Ulrich Lota.

Die BDS-Bewegung („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“) bekenne sich nicht eindeutig zum Existenzrecht Israels, greife auf antisemitische Stereotype zurück und rufe zum Boykott von israelischen Waren und Unternehmen auf, stellte Lota die Position der Kirche klar. Aus Sicht des Bistums Essen vertrete sie somit keine Perspektive, die zu einem gerechten Frieden beitragen könne.

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Biologen beobachten Evolution in Echtzeit

Tauben werden von Parasiten geplagt – das machten sich Evolutionsbiologen zunutze. Foto: Keystone
Die Tarnfarbe von Läusen, die im Gefieder von Tauben leben, veränderte sich während eines Experiments. Die Anpassung fand überraschend schnell statt: innert weniger Jahre.

Christoph von Eichhorn | Basler Zeitung

Als Charles Darwin im Jahr 1835 die Galapagosinseln besuchte, stiess er auf eine Reihe von Singvögeln, die später nach ihm benannten Darwinfinken. Von Insel zu Insel hatten die Finken andere Schnäbel, mal spitz, mal rund, mal filigran oder kräftig geformt. Darwin vermutete darin – damals revolutionär – eine Anpassung an die Umwelt: Während beispielsweise der Grossgrundfink in seinem Lebensraum bevorzugt Samen pickt und dafür einen massiven Schnabel braucht, hatte sich der Schnabel beim Waldsängerfink im Laufe vieler Generationen zugespitzt, um damit besser Insekten jagen zu können.

Dieses Prinzip, genannt «adaptive Radiation», erhob Darwin zu einem Grundpfeiler seiner Evolutionslehre – es besagt, dass Arten sich durch Selektionsdruck evolutionär auffächern und so an neue Umweltbedingungen anpassen. Ein grosser Teil der Artenvielfalt auf dem Planeten lässt sich vermutlich dadurch erklären.

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Wie Internetsöldner für autoritäre Regierungen arbeiten

© imago | Ikon Images
Sie sind technisch hoch versiert und arbeiten für jeden, der das nötige Kleingeld hat: Internetsöldner. Ihre Spezialgebiete: Überwachung und Spionage. Ihre Auftraggeber: Autoritäre Regierungen – und Privatpersonen mit richtig viel Kohle.

Deutschlandfunk Nova

Internet-Überwachung war lange die Domäne technisch hochgerüsteter Weltmächte. Heute sieht das anders aus: Hochspezialisierte Cyberexperten arbeiten für jeden, der genug Geld auf den Tisch legt. Vor allem autoritäre Staaten haben großes Interesse daran, sich eine Armee von Internetsöldnern zu kaufen – und tun das auch. Das hat jetzt eine groß angelegte Recherche der New York Times ergeben.

Die Firmen, die diese Überwachungsleistungen anbieten, sitzen demnach vor allem in Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch in den USA. Das Personal, das in diesen Firmen arbeitet, besteht vor allem aus Ex-Mitarbeitern von Geheimdiensten, zum Beispiel des Mossad oder der NSA. Aber statt für Israel oder die USA arbeiten diese Mitarbeiter jetzt zum Beispiel für Saudi-Arabien.

Laut New York Times soll Saud al-Qahtani, der ehemals mächtige Berater von Kronprinz Mohammad bin Salman, solche externen Internet-Überwachungsspezialisten angeheuert haben. Das zumindest ist Inhalt eines Gerichtsverfahrens im Fall Jamal Khashoggi. Der Journalist soll mit Tools der berühmt-berüchtigten isralischen Internet-Überwachungsfirma NSO getrackt worden sein. Die NSO wurde von zwei Ex-„Unit 8200“-Leuten gegründet. „Unit 8200“ ist der Name des israelischen NSA-Äquivalents.

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Sind Staatsleistungen an die Kirche noch zeitgemäß?

Bild: SR.de
Vor mehr als 200 Jahren sind die christlichen Kirchen vom Staat enteignet worden. Dafür erhalten sie noch heute Kompensationszahlungen. Im Saarland betrugen diese im vergangenen Jahr laut Humanistischer Union 677.000 Euro. Atheisten wollen diese Zahlungen gerne abschaffen.

Elisa Teichmann | SR.de

Seit 1949 wurden im Saarland insgesamt über 38 Millionen Euro an Staatsleistungen an die zwei großen Kirchen gezahlt. Und das, obwohl eigentlich schon vor 100 Jahren in der Weimarer Reichsverfassung festgelegt wurde, dass die historischen Staatsleistungen an die Kirchen aufgelöst werden sollen. Insgesamt wurden im Jahr 2019 in Deutschland nach Angaben der Humanistischen Union mehr als 548 Millionen Euro gezahlt. Nur zwei Bundesländer haben sich bis jetzt daraus gelöst: Hamburg und Bremen zahlen keine Staatsleistungen mehr an die Kirche.

Kirchenrechtler: „Das ist ein Anachronismus“

Die Ursprünge dieser Staatsleistungen gehen auf Reparationszahlungen aus dem 19. Jahrhundert für verloren gegangene Gebiete und Besitztümer zurück. Der katholische Staatskirchenrechtler Professor Christoph Ohly hält sie für nicht mehr zeitgemäß, zumal die Zahlungen mittlerweile abgegolten sind.

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Berlin: Islaminstitut kann starten

Die Mitglieder des Beirats für das Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT) an der Humboldt-Universität (HU) stehen fest. Damit werde das BIT zum Wintersemester 2019/20 „als erstes Islamisches Institut an einer deutschen Universität“ sunnitische und schiitische Theologie im Vergleich anbieten, kündigten Senatskanzlei und HU am Freitag an.

Süddeutsche Zeitung

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland entsendet seine stellvertretende Berliner Landesvorsitzende Lydia Nofal in den theologischen Beirat. Die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands schickt ihren Geschäftsführer Mohammad Djavad Mohagheghi und die Islamische Föderation in Berlin ihren Geschäftsführer Mustafa Özdemir. Von der Universität Erfurt kommt der Islamwissenschaftler Jamal Malik, von der Freien Universität Berlin die Professorin Schirin Amir-Moazami.

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Wut-Predigt von Pfarrer fast 30.000 Mal geklickt

Bild: © picture alliance / landov (Symbolbild)
Den Bischöfen wirft er „Rumgeeiere“ vor. Und Frauen sollten seiner Ansicht nach eine neue Stellung als Priesterinnen einfordern: Diese im Internet veröffentlichte Predigt eines Pfarrers aus dem Bistum Münster sorgt derzeit für Furore.

katholisch.de

Die Wut-Predigt eines Pfarrers im niedersächsischen Visbek ist im Internet über 29.000 Mal geklickt worden. Darin kritisiert er mit sehr emotionalen Worten den Umgang der Kirche mit Missbrauch und Finanzen, wie das Online-Magazin „Kirche und Leben“ berichtete. Die Gemeinde Sankt Vitus, in der er tätig ist, überträgt ihre Sonntagsgottesdienste live im Internet und speichert sie.

Während Pfarrer Hermann-Josef Lücker mit seinen Predigten sonst nur wenige hundert Zuschauer erreicht, sind es diesmal fast 30.000 (Stand: Montag, 25.03.2019). Die Stadt Visbek hat knapp 10.000 Einwohner, die Pfarrgemeinde gehört zum Bistum Münster.

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Fünf Monate altes Baby stirbt in Italien nach Beschneidung

In Italien ist ein Baby gestorben, weil seine Eltern es selbst beschnitten hatten. (Symbolbild) Foto: Johanna Lohrvia http://www.imago-images.de / http://www.imago-images.de
Im italienischen Scandiano ist ein Baby an Herzstillstand und Blutungen gestorben. Seine Eltern hatten es zu Hause selbst beschnitten.

Berliner Morgenpost

Trauriges Ende einer religiösen Tradition: In Italien ist Berichten zufolge ein fünf Monate altes Baby nach einer Beschneidung zu Hause ums Leben gekommen. Der Junge sei in einem Krankenhaus in Bologna gestorben, gegen die Eltern werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, berichteten italienische Nachrichtenagenturen am Sonntag unter Berufung auf die Ermittlungsbehörden.

Die aus Ghana stammenden Eltern sollen demnach die Beschneidung selbst an ihrem Wohnort in dem Ort Scandiano bei Reggio Emilia vorgenommen haben. Danach habe sich der Zustand des Babys schnell verschlechtert, so dass es in der Nacht zum Samstag an einem Herzstillstand und Blutungen gestorben sei. Vor allem muslimische und jüdische Familien lassen ihre Kinder aus hygienischen und religiösen Gründen beschneiden.

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