Sind Staatsleistungen an die Kirche noch zeitgemäß?


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Vor mehr als 200 Jahren sind die christlichen Kirchen vom Staat enteignet worden. Dafür erhalten sie noch heute Kompensationszahlungen. Im Saarland betrugen diese im vergangenen Jahr laut Humanistischer Union 677.000 Euro. Atheisten wollen diese Zahlungen gerne abschaffen.

Elisa Teichmann | SR.de

Seit 1949 wurden im Saarland insgesamt über 38 Millionen Euro an Staatsleistungen an die zwei großen Kirchen gezahlt. Und das, obwohl eigentlich schon vor 100 Jahren in der Weimarer Reichsverfassung festgelegt wurde, dass die historischen Staatsleistungen an die Kirchen aufgelöst werden sollen. Insgesamt wurden im Jahr 2019 in Deutschland nach Angaben der Humanistischen Union mehr als 548 Millionen Euro gezahlt. Nur zwei Bundesländer haben sich bis jetzt daraus gelöst: Hamburg und Bremen zahlen keine Staatsleistungen mehr an die Kirche.

Kirchenrechtler: „Das ist ein Anachronismus“

Die Ursprünge dieser Staatsleistungen gehen auf Reparationszahlungen aus dem 19. Jahrhundert für verloren gegangene Gebiete und Besitztümer zurück. Der katholische Staatskirchenrechtler Professor Christoph Ohly hält sie für nicht mehr zeitgemäß, zumal die Zahlungen mittlerweile abgegolten sind.

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