Wie Internetsöldner für autoritäre Regierungen arbeiten


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Sie sind technisch hoch versiert und arbeiten für jeden, der das nötige Kleingeld hat: Internetsöldner. Ihre Spezialgebiete: Überwachung und Spionage. Ihre Auftraggeber: Autoritäre Regierungen – und Privatpersonen mit richtig viel Kohle.

Deutschlandfunk Nova

Internet-Überwachung war lange die Domäne technisch hochgerüsteter Weltmächte. Heute sieht das anders aus: Hochspezialisierte Cyberexperten arbeiten für jeden, der genug Geld auf den Tisch legt. Vor allem autoritäre Staaten haben großes Interesse daran, sich eine Armee von Internetsöldnern zu kaufen – und tun das auch. Das hat jetzt eine groß angelegte Recherche der New York Times ergeben.

Die Firmen, die diese Überwachungsleistungen anbieten, sitzen demnach vor allem in Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch in den USA. Das Personal, das in diesen Firmen arbeitet, besteht vor allem aus Ex-Mitarbeitern von Geheimdiensten, zum Beispiel des Mossad oder der NSA. Aber statt für Israel oder die USA arbeiten diese Mitarbeiter jetzt zum Beispiel für Saudi-Arabien.

Laut New York Times soll Saud al-Qahtani, der ehemals mächtige Berater von Kronprinz Mohammad bin Salman, solche externen Internet-Überwachungsspezialisten angeheuert haben. Das zumindest ist Inhalt eines Gerichtsverfahrens im Fall Jamal Khashoggi. Der Journalist soll mit Tools der berühmt-berüchtigten isralischen Internet-Überwachungsfirma NSO getrackt worden sein. Die NSO wurde von zwei Ex-„Unit 8200“-Leuten gegründet. „Unit 8200“ ist der Name des israelischen NSA-Äquivalents.

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