Religion im Netz: Zu viel Blut, zu viel Sünde


Videos, Podcasts und eine Sammlung von Texten haben Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner auf ihrer Website zusammengetragen (Screenshot der Website Freiheitsdialog.de)
Die beiden Gelehrten Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner führen auf ihrer Homepage einen „Freiheitsdialog“ nach dem Vorbild der platonischen Dialoge. Auch die Themen Sünde, Erbsünde und göttliche Gnade verhandeln sie. Ihr Fazit: Es fehlt noch viel zur Freiheit des Christenmenschen.

Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

„Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“. Dieser Satz des Philosophen Jean-Jacques Rousseau ist der Ausgangspunkt der Homepage „Freiheitsdialog“.

Die Macher dahinter sind der Jurist Rolf Gröschner, ehemaliger Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie in Jena, und Wolfgang Mölkner, promovierter Philosoph und Religionslehrer. Die beiden bieten Denken zum Zuhören, Zusehen und Nachlesen, die Dialoge werden von zwei Schauspielern und einer Schauspielerin gesprochen.

Wesentliche Fragen sind: Wer sind die Freunde der Freiheit und wer ihre Feinde? Warum legen wir uns heute – in einer freien Gesellschaft – freiwillig Ketten an? Und: Wirkt Religion eher befreiend oder fesselnd?

Als falsche Freunde der Freiheit machen Gröschner und Mölkner Moralapostel aus, also Menschen und Institutionen, die ihre eigenen Werte absolut setzen. Als regelrechte Feinde der Freiheit gelten ihnen die Sündenprediger in den Religionen. Auch Martin Luther, gern als Held der Gewissensfreiheit gefeiert, gilt ihnen als Problemfall. Luthers Schrift über die Freiheit des Christenmenschen sei befangen in einer mittelalterlichen, augustinischen Theologie von Sünde, Erbsünde und Erlösung, lautet der Vorwurf.

weiterlesen