Über die „Dritte Kultur, Brights und Legenden – man sollte Schweigen, bei Ahnungslosigkeit

Die „Süddeutsche Zeitung“ druckt Beiträge der atheistischen Gruppe „Dritte Kultur“ zur Künstlichen Intelligenz nach.

Von Alexander Riebel | Die Tagespost

Wer zu den Brights gehört, scheint einfach einen Vorsprung zu haben. Die hellen Köpfe stehen nicht nur in der Tradition der Aufklärung, viel mehr noch treiben sie diese aktiv voran: Noch weniger Religion, noch mehr Technik. Nur waren das nicht die Ziele der Aufklärung – Kant etwa hielt gegenüber seinen französischen Kollegen an Gott, Seele und Unsterblichkeit fest, und die Technik war ihm gerade nicht das Zeichen für den Fortschritt der Menschheit, sondern das war für ihn allein die Entwicklung der Rechtsprinzipien. Die Brights wollen also etwas Neues gegenüber der Aufklärung, nämlich eine verschärfte Sicht der Dinge, die sich ihre eigene Tradition schafft. Dazu gehört auch eine eigene Legendenbildung. Nicht nur die „Süddeutsche Zeitung” holt diese Ideen jetzt verstärkt nach Deutschland, bereits der frühere FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hatte engen Kontakt zu dem Kreis und dessen Ideen ins Blatt gebracht.

Die Brights sind mit ihrer „Dritten Kultur“, ihrer Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaft, seit 1996 auf der Internetseite Edge.org mit Debattenbeiträgen zur biologischen und kulturellen Evolution, zu Maschinenmenschen, Psychoanalyse, Bewusstseinstheorien oder zur Künstlichen Intelligenz.

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Are Aliens Ignoring Us? Maybe We’re Already Their Captives in a ‚Galactic Zoo‘

Are aliens observing us, like we watch captive zoo animals? (Image: © Shutterstock)
Why hasn’t Earth received any messages from extraterrestrials yet? Perhaps because we’re already unwitting inhabitants in a so-called galactic zoo.

By Mindy Weisberger | SPACE.com

This was one of the scenarios a group of international researchers explored on March 18 at a meeting organized by the nonprofit organization Messaging Extraterrestrial Intelligence (METI). The gathering, which took place at the City of Science and Industry museum in Paris (Cité), brought together about 60 scientists who research the possibility of communication with hypothetical intelligent extraterrestrials.

There, they debated „The Great Silence“ — why aliens haven’t contacted us — exploring one possibility known as the „zoo hypothesis.“ First proposed in the 1970s, it describes Earth as a planet that is already under observation by „galactic zookeepers“ who are deliberately concealing themselves from human detection, Forbes reported. [9 Strange, Scientific Excuses for Why Humans Haven’t Found Aliens Yet]

„When we try to better understand the universe, the question of whether we are alone is unavoidable,“ meeting attendee Florence Raulin-Cerceau, an associate professor at the National Museum of Natural History in Paris, told Paris-Match.

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CDU prüft Entzug der Staatsmittel für Flüchtlingsräte

CDU und CSU erwägen, den Flüchtlingsräten die staatliche Unterstützung zu streichen. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Flüchtlingsinitiativen zur Verhinderung von Abschiebungen beitragen, so der innenpolitische Sprecher Mathias Middelberg.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Flüchtlingsräte helfen abgelehnten Asylbewerbern, Abschiebungen aus Deutschland zu umgehen. Innenexperten der Unionsfraktion erwägen nun, die Unterstützung für solche Initiativen zu streichen.

Kürzlich warf der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge den „selbst ernannten Flüchtlingsräten“ vor, Abschiebungen zu verhindern. Jetzt erwägen CDU-Politiker, den Organisationen die staatliche Unterstützung zu streichen.

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Waffenexporte: Frankreich will freie Bahn von Deutschland

Rüstungsverkäufe sind notwendig für die Sicherheit Europas, argumentiert die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes

Thomas Pany | TELEPOLIS

Waffenlieferungen an Saudi-Arabien sind ein lukratives Geschäft. Wer allerdings Waffen an den größten Einkäufer im Nahen Osten liefert, muss sich auf deren Einsatz gefasst machen und auf Folgen, wie sie die Katastrophe im Jemen in Bildern des Elends vor Augen führt. Dazu kommt die mörderische Politik der absoluten Herrscher gegenüber Oppositionellen, Kritikern und Menschenrechtsaktivisten.

Soll diese Macht, die mit dem fundamentalistischen Wahabismus verbunden ist, durch Kriegsgerät von europäischen Herstellern unterstützt werden? Das ist keine rhetorische Frage, sondern eine politische Abwägung in Zeiten, wo über die vielen Informationsquellen die schmutzigen Seiten der Politik nicht mehr so gut versteckt werden können. Moral ist nur ein Gesichtspunkt unter anderen. Die Werte der europäischen Geschäftspartner Saudi-Arabiens orientieren sich an einem Sicherheitsdenken, dem viel am Wohl der Rüstungsindustrie liegt.

Wie geht es weiter mit dem Waffen-Exportstopp für Saudi-Arabien?

In Berlin tagt heute der Bundessicherheitsrat im Geheimen zur Frage des Waffenexportstopps. Die Zeit drängt. Ende dieser Woche, am 31. März, läuft der Waffen-Exportstopp für Saudi-Arabien aus. Die Frage, ob er verlängert wird und, wenn ja, unter welchen Bedingungen, oder ob er auslaufen soll, ist sowohl für die Regierungskoalition wie für das französisch- deutsche Verhältnis mit Konflikten verbunden. Für die Koalition in Berlin sei die Lage nicht einfach, so der Spiegel gestern Abend:

So wäre eine Mehrheitsentscheidung, faktisch eine Art Kampfabstimmung, eine schwere Belastung, wenn nicht sogar das Ende für die Koalition. Zudem gilt Entwicklungsminister Müller als Wackelkandidat. Der CSU-Mann hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Bedenken, wenn er im Bundesicherheitsrat Waffenlieferungen absegnen musste. Ähnlich dürfte er über einen Persilschein für die Saudis denken.

Spiegel

Wie die FAZ heute berichtet, kamen aus der SPD, wo man sich für eine Verlängerung des Exportstopps stark machte, nach und nach Zeichen des Entgegenkommens. Zitiert wird Nils Schmid, der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, sagte: „Die SPD steht einer Lösung bei Gemeinschaftsprojekten mit EU-Partnern nicht im Weg.“

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„Rechtspopulisten inszenieren sich als die Verteidiger des Abendlandes“

Zwei Monate vor der Europawahl und gut ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen wird mit einem Erstarken rechtspopulistischer Parteien gerechnet. Gerade im Wahlkampf nehmen Rechtspopulisten die christliche Religion für ihre Zwecke in Anspruch und schaffen so eine religiös-nationalistische Identität. Das hat Dr. Alexander Yendell von der Universität Leipzig zusammen mit Dr. Oliver Hidalgo und Dr. Philipp Hildmann beobachtet. Für die Hanns-Seidel-Stiftung haben sie sechs Thesen zu „Religion und Rechtpopulismus“ formuliert. Sie basieren auf einer Fachveröffentlichung in der „Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik“.

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion
Universität Leipzig

Warum die Diskussion, ob der „Islam zu Deutschland gehört“ den Rechtspopulisten in die Hände spielt und wo sich Konservative und Rechtspopulisten in der Religionsfrage unterscheiden, erzählt der Leipziger Soziologe im Interview.

Sie und ihre Co-Autoren behaupten in diesen sechs Thesen, dass in der politischen Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus der Religion eine Schlüsselrolle zukommt. Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung?

Dr. Alexander Yendell: Die Religion ist vor allem deshalb für rechtspopulistische Bewegungen und Parteien bedeutend, weil die Identifikation mit dem Christentum – auch wenn sie größtenteils sehr diffus ist – mit einer Erhöhung der eigenen Kultur und mit einer Abwertung anderer Kulturen einhergeht. Die Abwertung bezieht sich zurzeit vor allem auf den Islam und die Muslime. Der Bezug zum Christentum ist positiv konnotiert, der zum Islam negativ. Die christliche Kultur wird mit Toleranz, Nächstenliebe und Aufklärung in Verbindung gebracht, der Islam mit Fanatismus, Gewaltbereitschaft und Unterdrückung der Frau gleichgesetzt.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Je erfolgreicher Rechtspopulisten in ganz Europa die christliche Religion für sich in Anspruch nehmen, desto mehr können sich Parteien wie die AfD, FPÖ und SVP, der Rassemblement National, die Lega Nord, Fidesz oder die polnische PiS als die „wahren“, im Zweifelsfall „einzigen“ Verteidiger des christlichen Abendlandes inszenieren.

Sie stellen in Ihrem Thesenpapier oftmals Konservative und Rechtspopulisten und ihre Ansichten zur Religion gegenüber. Wo ähneln und wo unterscheiden sich die beiden Gruppen?

Die Konfession spielt auch bei Wahlentscheidungen immer noch eine Rolle. Die AfD beispielweise weiß das und versucht mit Untergruppierungen wie den „Christen in der AfD“ zu kaschieren, dass viele Mitglieder und wichtige Funktionsträger keinen Religions- oder Kirchenbezug haben. Sie maßen es sich folglich nur an, im Namen von Religion und Christentum zu sprechen.
Rechtspopulisten und Konservative unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich ihrer Politik der Religionsfreiheit. Während christliche Konservative die Fahne für die Demokratie und damit auch das Gebot der Religionsfreiheit hochhalten, wollen Rechtspopulisten im Grunde die Religionsfreiheit einschränken und damit vor allem die angebliche Unterwanderung durch den Islam unterbinden. Die Einschränkung der Religionsfreiheit ist natürlich mit den Grundsätzen der Demokratie nicht vereinbar.

Die Angst vor dem Verlust der westlichen Werte sei stärker einzuschätzen, als die Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Wie entstehen diese islam- und muslimfeindlichen Einstellungen?

Islam- und muslimfeindliche Einstellungen entstehen vor allem aus Ängsten und Gefühlen der Bedrohung. Während es Menschen gibt, die sich auf etwas Neues freuen und beispielweise eine zunehmende Pluralisierung sogar als etwas Bereicherung erleben, gibt es Menschen, die aus Angst lieber an Bewährtem festhalten und keine Veränderung wollen. Wir wissen aus der Analyse von Bevölkerungsumfragen, dass Menschen, die den Islam und die Muslime abwerten, eher Angst vor dem Verlust der eigenen Kultur und deren Werte als Angst vor einem Terroranschlag haben. Ein weiterer Grund für die Abwertung des Islam und der Muslime sind fehlende Kontakte vor allem im Osten Deutschlands. Wer Kontakte zu möglichst vielen Muslimen hat, baut Vorurteile in der Regel ab. Die Menschen kennen Muslime oftmals nur aus der negativen Berichterstattung über den islamistischen Terror. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Haltungen gegenüber Muslimen aus.

Sie bezeichnen die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, als eine „religionspolitische Fallgrube“ – ausgehoben von den Rechtspopulisten. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung und wie sollten Politiker dieser Frage begegnen?

Zunächst einmal ist die Aussage zur Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit des Islam schon deshalb problematisch, weil es DEN Islam nicht gibt. Es gibt sehr viele verschiedene Religionsgemeinschaften, die dem Islam zuzurechnen sind, genauso wie das der Fall im Christentum oder auch anderen Religionen ist. Eine solche Heterogenität wird mit einer solchen Aussage verschleiert, das allein ist schon problematisch. Zudem wird mit der Debatte eigentlich der Grundsatz der Religionsfreiheit in Frage gestellt. Man bietet darüber hinaus den extremen Rechten die Möglichkeit zu definieren, was aus deren Sicht eine deutsche oder europäische Identität ist und was nicht. Damit wird das „Freund-Feind“-Denken der Rechtspopulisten und -extremisten beflügelt. Wie mein Kollege Oliver Hidalgo richtig festgestellt hat: Es entsteht der Eindruck, als stünde es überhaupt zur Debatte, dass Muslime in diesem Land nicht willkommen sind, und das, obwohl die Religionsfreiheit grundsätzlich für alle gilt. Politiker tappen dann in die Falle, weil sie unweigerlich das Freund-Feind und Schwarz-Weiß-Denken der Rechtspopulisten fortsetzen, sofern man nicht deutlich macht, dass allein schon die Frage falsch gestellt ist.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Alexander Yendell
Abteilung für Religions- und Kirchensoziologie
Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung
Telefon: +49 341 9735464
E-Mail: alexander.yendell@uni-leipzig.de

Delfine: Alzheimer durch giftige Algenblüte?

Sind giftige Algenblüten dafür verantwortlich, dass Delfine stranden? © marshalgonz/ thinkstock
Gefährliche Algenblüten: Forscher haben möglicherweise aufgeklärt, warum immer wieder Delfine stranden. Eine von Blaualgen-Giften verursachte Demenz könnte die Meeressäuger irregeleitet haben. Darauf deuten hohe Konzentrationen dieser Toxine im Gehirn gestrandeter Delfine hin – und auch für die Alzheimer-Erkrankung typische Beta-Amyloid-Plaques. Ob die Tiere tatsächlich krank waren und wegen kognitiver Defizite strandeten, ist zwar noch unklar. Bestätigt sich der Zusammenhang, könnte dies jedoch auch von Bedeutung für den Menschen sein.

scinexx

Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen führen in den Ozeanen immer wieder zur Entwicklung riesiger Teppiche aus Algen oder Cyanobakterien. Die massenhafte Vermehrung bestimmter Arten dieser kleinen Lebewesen färbt die Meeresoberfläche plötzlich grün, manchmal auch blau oder rot. Doch das faszinierende Farbenspiel bedeutet mitunter eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier.

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Ist Säkularität ein Segen für die Religion? Eine interreligiöse Runde will es wissen

Ist Säkularität ein Segen für die Religion? © Julia Steinbrecht (KNA)
Es ist eine provokante Frage: Ist Säkularität ein Segen für die Religion? Auf die Suche nach einer Antwort begibt sich an diesem Mittwoch eine Diskussionsrunde mit Juden, Christen und Muslimen in der Kölner Kirche St. Agnes. Was steckt dahinter?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: In der Kölner katholischen Pfarrgemeinde St. Agnes hängt ein sehr ungewöhnliches Hungertuch. Darauf zu sehen sind Porträts von Menschen aus Köln. Es sind Juden, Muslime, Christen, bekannte und weniger bekannte Gesichter.

Das ist der Hintergrund, um mittels einer Podiumsdiskussion zu klären, ob Säkularität ein Segen für die Religion ist. Wie kommen Sie darauf, dass eine sehr weltliche Gesellschaft ein Segen für die Religion sein könnte und nicht ein Fluch?

Peter Otten (Pastoralreferent in St. Agnes, Köln): Zum einen, weil das in dem Kunstwerk selber angelegt ist. Der Künstler Oscar Stocker hat 64 Menschen aus Köln gemalt und hat sie absichtlich so gemalt, dass keine Äußerlichkeiten von Religion oder Konfession sichtbar sind. Man sieht das reine Antlitz der Menschen. Oscar Stocker ist ein Mensch, der mit Religion wenig zu tun hat. Auf jeden Fall war das in den Vorgesprächen nie ein Thema. Und diesem Menschen vertrauen wir jetzt unsere Kirche an.

Er hat an einer sehr zentralen Stelle eine katholische Tradition wieder aufgegriffen, nämlich ein Hungertuch aufgehängt und im Prinzip damit eine moderne Ikonostase geschaffen. Das heißt, er hat quasi mit den Menschen von heute das Allerheiligste verdeckt. Damit drängen sich die Fragen auf, welche Bedeutung die säkulare Welt hat und welche Bedeutung Menschen wie du und ich haben, um Aussagen über Gott, über das Allerheiligste treffen zu können.

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EU-Parlament beschliesst strengere Klima-Regeln für Autos

Abgase von Autos und anderen Fahrzeugen ist in Europa einer der Hauptklimasünder. (Bild: Gaetan Bally / Keystone)
Der Verkehr ist in Europa einer der Hauptklimasünder. Neue EU-Regeln für den CO2-Ausstoss von Autos sollen jetzt Abhilfe schaffen. Was für die Einen ein längst überfälliger Schritt ist, bringt in den Augen der Anderen unzählige Arbeitsplätze in Gefahr.

Neue Zürcher Zeitung

Der CO2-Ausstoss von Autos muss in der Europäischen Union bis 2030 erheblich sinken. Entsprechende neue EU-Vorgaben billigte das Europaparlament am Mittwoch mit grosser Mehrheit. Demnach muss der Kohlendioxid-Ausstoss von Neuwagen um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Für leichte Nutzfahrzeuge ist eine CO2-Reduzierung um 31 Prozent vorgesehen. Als Zwischenetappe muss bis 2025 in beiden Fahrzeugklassen eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein. Formell müssen nun noch die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.

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Caritas-Altenpflege wehrt sich gegen Negativ-Image

Bild: © dpa/Britta Pedersen
3.390 Euro verdient eine Vollzeit-Altenpflegerin bei der Caritas im Monat. Laut einer neuen Studie liegt der katholische Verband damit an der Spitze der Branche. Und es gibt noch mehr positive Kennzahlen.

katholisch.de

Die Caritas-Einrichtungen wehren sich gegen das negative Bild der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege. Die Dienstgeber des katholischen Wohlfahrtsverbandes stellten am Mittwoch in Berlin eine Studie vor, wonach der Verband mit der Bezahlung der Pflegefachkräfte an der Spitze der Branche liegt. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg erstellt.

3.390 Euro im Monat

Danach verdient eine Vollzeit-Altenpflegerin bei der Caritas 3.390 Euro im Monat. Das Einstiegsgehalt nach einer Ausbildung beträgt den Angaben zufolge seit Beginn dieses Jahres im Westen 2.712 und im Osten 2.630 Euro im Monat.

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Evolution für die Hosentasche

Evolution ist überall – Beispiel: Tauben; hier ausgestellt im Phyletischen Museum der Universität Jena. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)
Die Evolutionstheorie und die davon ausgehenden Forschungen gehören zu den wichtigsten und prägendsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Menschheitsgeschichte. Wissenschaftler haben unzählige Bücher über das Thema verfasst – sowohl aus biologischer und historischer als auch aus gesellschaftspolitischer, ethischer oder religiöser Perspektive – und dabei mitunter kontrovers diskutiert.
Sebastian Hollstein Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Um zu verhindern, dass bei all diesen Diskussionen die wesentlichen Inhalte und Grundlagen verloren gehen, hat Uwe Hoßfeld, Professor für Didaktik der Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, nun ein Themenheft veröffentlicht. Es soll Ordnung ins Begriffsdickicht zwischen Evolution, Evolutionstheorie, Darwinismus, Evolutionsbiologie und Co. bringen. Das kleine Heft sammelt auf 36 Seiten anschaulich und reich illustriert das notwendige Basiswissen – von der Entstehungsgeschichte rund um Darwins Ideengebäude bis zur Erklärung der wichtigsten Gesetze und aktuellen Forschungen. Es erscheint in der Reihe „Geschichte hinter dem Bild“ der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Das Rückgrat der gesamten Biowissenschaften

„Die Evolutionsforschung ist das Rückgrat der gesamten Biowissenschaften“, sagt Hoßfeld. „Sie hält alle anderen Disziplinen zusammen.“ Umso erstaunter sei er, immer wieder zu erfahren, dass das Thema im Schulunterricht relativ stiefmütterlich behandelt werde. „Deshalb möchten wir als Biologiedidaktiker uns dafür einsetzen, dass die Evolution wieder stärker in den Mittelpunkt rückt, und klarmachen, dass es sich dabei nicht um etwas abgeschlossenes oder zurückliegendes handelt“, sagt der Experte von der Universität Jena. „Evolution passiert gerade jetzt und an jedem Ort, auch wenn sie sich nicht wie im Zeitraffer beobachten lässt.“ Die Menschen stellten regelmäßig fest, dass beispielsweise Eichhörnchen, Flusskrebse und Marienkäfer nicht mehr so aussehen wie in ihrer Kindheit, da asiatische und amerikanische Arten die einheimischen verdrängt haben. Genau das sind u. a. sichtbare Ergebnisse evolutionärer Prozesse. Und auch hochaktuelle, öffentlich ausgetragene Diskussionen, wie die um molekularbiologische Genveränderungen durch die CRISPR/CAS9-Methode (Gen-Schere), lassen sich ohne Kenntnisse in der Evolutionsbiologie nicht führen. Deshalb möchte Hoßfeld mit dem nun vorliegenden Heft eine Grundlage schaffen, die das Wesentliche zur Evolution leicht verständlich zusammenfasst.

Stammbäume kommen aus Jena

Dass eine solche Publikation ausgerechnet aus Jena kommt, ist dabei kein Zufall. So zeigt etwa die Abbildung, die dem Evolutions-Band zugrundeliegt, einen Stammbaum des Menschen – und schlägt somit gleichzeitig eine Brücke zur Universität Jena als ein wichtiges Zentrum der Evolutionsforschung. „Der Zoologe Ernst Haeckel hat hier sehr früh Darwins Theorien aufgegriffen und ihren Siegeszug von Jena aus unterstützt. So übernahm auch er von einem befreundeten Jenaer Sprachwissenschaftler die Idee, Abstammungszusammenhänge in Form eines Baumes zu visualisieren, und führte dieses Modell in die Biologie ein“, sagt Hoßfeld. Haeckel habe die Teildisziplinen Embryologie, Systematik und Paläontologie miteinander verbunden und so eine vermeintlich „tote“ Wissenschaft wie die vergleichende Anatomie und Morphologie zu neuem Leben erweckt. Dabei sei er bestrebt gewesen, nicht nur von Wissenschaftskollegen, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit verstanden zu werden.

Auch Prof. Hoßfeld sieht sich in dieser Tradition. „Die populärwissenschaftliche Darstellung von Forschung ist eine unserer wichtigsten und herausforderndsten Aufgaben“, sagt er. „Nur so können wir die Gesellschaft stark machen für weltanschauliche und zukunftsorientierte Diskussionen.“ Kleine Übersichtsbände wie der nun vorliegende zur Evolution leisten dabei einen wichtigen Beitrag.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

apl. Prof. Dr. Uwe Hoßfeld
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de

Vor Libyens Küste: Migranten sollen Handelsschiff gekapert haben

Mehrere vor Libyen gerettete Migranten haben laut Italiens Innenminister Salvini die Kontrolle über ein Handelsschiff übernommen und steuern Richtung Europa. Mehr als 100 Menschen sollen an Bord sein.

tagesschau.de

Gerettete Migranten haben nach italienischen und maltesischen Angaben vor Libyen ein Handelsschiff unter ihre Kontrolle gebracht und steuern es in Richtung Norden. „Es sind keine Schiffbrüchigen, es sind Piraten“, sagte Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega-Partei.

Das Handelsschiff „Elhiblu“ habe im Mittelmeer eine Gruppe Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen, dann aber etwa sechs Seemeilen vor der Hauptstadt Tripolis plötzlich den Kurs Richtung Nord geändert. Der Kapitän des Handelsschiffes habe eine entsprechende Alarm-Meldung abgesetzt, so maltesische Behörden. Danach habe es keinen Kontakt mehr gegeben.

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Über das moralische Versagen christlicher Regierungen

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Entscheidung der EU, die Seenotrettung im Mittelmeer im Rahmen der Operation Sophia auszusetzen, als „moralisches und politisches Versagen Europas“ kritisiert.

evangelisch.de

„Mehr Menschen werden von jetzt an im Mittelmeer ertrinken, weil Kräfte zur Seenotrettung fehlen“, sagte der oberste Repräsentant der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover.

Die EU hatte zuvor beschlossen, den Einsatz von Schiffen auf dem Mittelmeer für die Operation „Sophia“ zu beenden. Wie das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin bestätigten, wurde die Operation zwar technisch verlängert, allerdings ohne den Einsatz von Schiffen. Die Beobachtung des Seeraums soll künftig aus der Luft erfolgen. Diese Einigung sei der „kleinstmögliche Nenner“ auf EU-Ebene gewesen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

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