Ärzte wollen Organentnahme bei Hirntoten verbieten

Hunderte Menschen sind in der Schweiz auf eine Organspende angewiesen, hier das Modell eines Herzens. (Bilder: Annick Ramp / NZZ)
Herzen oder Lungen aus einem noch lebenden Körper zu schneiden – das sei ein «massiver kultureller Bruch», findet eine Gruppe von Medizinern. Sie haben einen Verein gebildet, um radikale Forderungen in die Tat umzusetzen.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Sie haben das Leben anderer Menschen gerettet, indem sie starben: 126 Frauen und Männer in der Schweiz wurden im vergangenen Jahr nach einem Hirntod zu Organspendern. Das sind zu wenige, findet die Jeune Chambre Internationale (JCI). Die Organisation fordert deshalb in einer Volksinitiative, dass die Schweiz zur sogenannten Widerspruchslösung übergeht.

Dadurch würden alle Personen zu Organspendern, die sich nicht explizit dagegen ausgesprochen haben. Vor einigen Tagen wurde die Volksinitiative mit 113 000 beglaubigten Unterschriften eingereicht. Mitten in die Debatte über Sinn oder Unsinn dieser auch vom Ärzteverband FMH unterstützten Initiative platzt nun ein neuer Verein von Ärzten und Pflegefachleuten namens Äpol, der das Gegenteil will: ein Totalverbot von Organspenden von Hirntoten.

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Empathy, Morality, Community, Culture—Apes Have It All

Image: Illustration by John Hendrix/NAUTILUS
Primatologist Frans de Waal takes exception with human exceptionalism.

By Steve Paulson | NAUTILUS

Frans de Waal calls his new book Mama’s Last Hug in reference to an emotional encounter between Mama, a 58-year-old chimpanzee, and Jan van Hooff, an 80-year-old biology professor. Mama is frail and near death when Van Hooff, who had overseen her care for decades, enters her cage at Burgers Zoo in the Netherlands. Mama smiles and Van Hooff bends toward her. She strokes his white hair and drapes one of her arms around his neck, patting the back of his head with her long fingers. “This was typical Mama,” writes De Waal, who had long observed the chimpanzee. De Waal gave her the name Mama because of her matriarchal position. “She had the air of a grandmother who had seen it all and didn’t take nonsense from anybody,” De Waal writes. “I had never sensed such wisdom and poise in any other species but my own.” When Van Hooff entered Mama’s cage, “she must have sensed Jan’s trepidation about invading her domain, and she was letting him know not to worry. She was happy to see him.”

The touching scene between Mama and Van Hooff has been viewed over 10 million times on YouTube. Clearly it has struck a deep emotional chord in people, no doubt because of the joy and tenderness that the chimpanzee displays at the end of her long life. De Waal, who runs Living Links Center at the Yerkes National Primate Research Center in Atlanta, uses the scene to open his investigation into the emotions of animals, from primates to dogs to rats. “Let me start off with a radical proposal: emotions are like organs,” he writes. “They are all needed, and we share them with all with other mammals.” Those who are familiar with De Waal’s research know the proposal is not so radical, as the primatologist has for decades been showing humans that we are not as special as many of our species seem to think we are. The title of his previous book offers a keen summary of his outlook: Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?

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Überforderte Abgeordnete oder zu kompliziertes System?

Grafik: TP
In der Abstimmung zum EU-Urheberrecht hätten Änderungsanträge zugelassen werden müssen, wenn die Stimmen aller Mandatsträger so gezählt worden wären, wie sie das (angeblich) wollten

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Nach den Urheberrechtsabstimmung im EU-Parlament ließ eine Reihe von Abgeordneten im Protokoll ihre Stimmabgabe ändern. Zwei Abgeordnete korrigierten ihre Zustimmung zu einem Geschäftsordnungsantrag, Änderungsanträge zuzulassen, von „Ja“ auf „Nein“. Ein Abgeordneter machte aus seinem „Ja“ eine Enthaltung. Und aus zusammengerechnet zehn „Nein“-Stimmen und Enthaltungen wurden Stimmen für eine Zulassung von Änderungsanträgen.

Wären die Stimmen bereits bei der Abstimmung so gezählt worden, wie sie nun im Protokoll stehen, hätte man die mit 322 zu 317 Stimmen nur knapp abgelehnten Änderungsanträge zur faktischen Uploadfilterpflicht und zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage zur weiteren Abstimmung zulassen müssen. Ein Nachholen der Abstimmung über Änderungen will das EU-Parlament nicht erlauben.

„Den Überblick verloren“

Eine unfreundliche mögliche Erklärung für die nachträglichen Änderungen hatte die ehemalige Piratenpartei-Abgeordnete Julia Reda, die auf Twitter indirekt Korruption ins Spiel brachte. Freundlicher war man bei der ARD, deren Korrespondentin meinte, einige Abgeordnete hätten „den Überblick verloren“.

Das behaupteten zwei Abgeordnete der Schwedendemokraten, die meinten, sie hätten „den falschen Knopf gedrückt“. Ihre sozialdemokratische Landsfrau Martia Ulvskog sprach allgemeiner von einem „Fehler“, den sie im Protokoll „korrigiert“ habe. Ähnlich allgemein drückten sich der liberale litauische ALDE-Abgeordnete Antanas Guoga (ein ehemaliger professioneller Pokerspieler), Gerolf Annemans vom Vlaams Belang und Thomas Mann von der CDU aus.

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Mars: Junge Flüsse überraschen Forscher

Falschfarbenbild von Flussbetten auf dem Mars – einige dieser Täler sind offenbar erstaunlich jung, wie nun eine Vermessung nahelegt. © NASA/JPL, Univ. Arizona/Uchicago
Wasser auf dem Wüstenplanet: Die Flüsse des Mars blieben offenbar viel länger erhalten als bislang angenommen. Noch zwei Milliarden Jahre nach dem Ende der milden, feuchten Klima-Frühzeit strömte erstaunlich viel Wasser durch einige Flusssysteme. Einige dieser Marsflüsse waren sogar doppelt so breit wie ihre irdischen Pendants, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten. Woher sie ihr Wasser bekamen, ist allerdings höchst rätselhaft.

scinexx

Der Mars besaß einst Seen, Flüsse und vielleicht sogar einen Ozean – dafür sprechen tonige Ablagerungen, weit verzweigte und eingekerbte Flusstäler und sogar mit dem Wasser mitgeschwemmte Flusskiesel auf dem Roten Planeten. Doch schon rund 500 Millionen Jahre nach der Entstehung des Mars wandelte sich das anfangs milde und feuchte Klima. Die Marsatmosphäre dünnte aus und es wurde immer trockener und kälter. Als das Hesperian-Zeitalter vor rund drei Milliarden Jahren endete, war der Mars kalt und tot – so das gängige Szenario.

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Privatschulen dürfen Kinder von AfD-Politikern ablehnen

Schulkinder auf dem Weg zum Unterricht (Symbolfoto)Foto: imago stock&people
Eine Schule lehnt das Kind eines Berliner AfD-Politikers ab. Die Schulverwaltung prüft den Fall und sagt: Diskriminierung war es nicht. Die AfD protestiert.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Auch mit guten Absichten kann man empörte Diskussionen auslösen. So war es im Fall einer Waldorfschule, die sich im vergangenen Jahr geweigert hatte, das Kind eines Vaters anzunehmen, der für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Der Streit darum machte Schlagzeilen in der ganzen Bundesrepublik.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sah den Vorgang trotz des Privilegs von Privatschulen, sich Schüler nach eigenen Maßstäben aussuchen zu dürfen, äußerst kritisch: „Ich halte es für sehr problematisch, dass ein Kind für das politische Engagement seiner Eltern verantwortlich gemacht wird. Es geht im Schulsystem darum, dass sich Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln können.“ Die Senatorin argwöhnte einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.

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Der Islam: Feind oder Freund?

Kronleuchter der Abubakir-Moschee, Frankfurt. Bild: Zairon/CC BY-SA-3.0
Thesen gegen die Islamhysterie und die „Hermeneutik der Denunziation“

Monika & Udo Tworuschka | TELEPOLIS

Dieses Buch ist kein islamkritisches Buch, sondern ein kritisches Islambuch. Das ist nicht dasselbe. Der Begriff Islamkritik ist in Deutschland durch eine Handvoll muslimischer und nicht-muslimischer AutorInnen besetzt, die man „Panikmacher“ nennen kann. Diese treten entweder als unseriöse Stimmungsmacher auf, brechen kühl kalkulierend (angebliche) Tabus. „Die Kritiker sind eigentlich Hasser, aber sie nennen sich lieber ‚Kritiker‘, das gibt ihrer banalen Verachtung einen elitären Touch.“

Aktuelle Titel zum Thema Integration dokumentieren eklatant, wohin die Reise geht, die unsere Gesellschaft immer weiter spaltet: „Ein Protokoll des Scheiterns“, „Gegen falsche Toleranz und Panikmache“, „Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. Mit reißerischen Titeln, unwissenschaftlichem Rassengeschwätz, Halbwissen, groben Sachfehlern, verschwörungstheoretischen Behauptungen kann man Dauergast in Talkshows werden – noch dazu mit einem Islambild, das viel mit dem der Islamisten gemeinsam hat… „So bestätigen Islamkritiker und Islamisten sich gegenseitig und kaschieren beide, dass ihre Sicht auf die Welt keine Mehrheits-, sondern eine Minderheitenposition ist, die sich aus der islamischen Geschichte und Tradition nicht ableiten lässt.“

Wir wollen nicht diese Fratze des Islam zeigen, sondern das Gesicht einer bedeutenden Religions- und Kulturtradition – selbstverständlich ohne Burka. Im übertragenen Sinn bezeichnen Fratzen verunstaltete, verzerrte, hässliche, teuflische, schädliche und angsteinjagende Auswirkungen einer Ideologie. „Islamkritiker“ stellen diese Fratze des Islam in den Fokus. Es hat sich in unserem Land eine Grundstimmung ausgebreitet, die jede nur halbwegs positive Äußerung zum Islam bzw. zu islamischen Verbänden als „Zugeständnis“, gar als „Kapitulation“ wertet. Eine solche Disponiertheit hat hysterische Züge, führt zu einem Tunnelblick, wo die Maßstäbe zum Teil völlig verrutscht sind. Wir wollen versuchen, dem Islam wieder ein Gesicht zu geben, in erster Linie sind es ja unterschiedlichen Gesichter.

Da uns an Verständigung, gutem Zusammenleben und Dialog gelegen ist, favorisieren wir eine „Hermeneutik des Vertrauens“. Wir wollen den Islam „in seinen starken Seiten zur Geltung bringen“, freilich ohne seine schwachen und problematischen zu verschweigen. Vor Blauäugigkeit, die allen nur irgendwie positiv klingenden Aussagen über den Islam unterstellt wird, bewahrt uns eine „Hermeneutik des Verdachts“.

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Erzapostel Koch: Neues Theologie-Institut fördert Integration in Berlin – was für ein Blödsinn

Die Berliner Humboldt-Universität © Paul Zinken (dpa)
Im Oktober soll der Lehrbetrieb im Institut für katholische Theologie an der Humboldt-Universität in Berlin starten. Gerade im Miteinander von Religionen und Weltanschauungen könne das Christentum sich einbringen, sagt Erzbischof Heiner Koch.

DOMRADIO.DE

Erzbischof Heiner Koch erwartet vom neuen Institut für Katholische Theologie „einen Beitrag zur Integration in Berlin“. Ein friedliches Miteinander setze voraus, „dass wir uns vernünftig über Weltanschauung und Glauben verständigen“, erklärte Koch in einem Gastbeitrag für die „B.Z.“ am Donnerstag. Weitere Bedingungen seien, „dass wir uns über unterschiedliche Perspektiven und Motive austauschen und die Ernsthaftigkeit unseres Bemühens nicht von vornherein in Zweifel ziehen“.

Institut nimmt im Oktober die Arbeit auf

Das Institut soll zum Wintersemester 2019/20 an der Humboldt-Universität (HU) seinen Lehrbetrieb aufnehmen. Derzeit laufen die Berufungen auf Professuren für Biblische, Historische, Praktische und Systematische Theologie sowie für Theologische Ethik.

Dem Institut zugeordnet wird zudem die bisher an der Evangelisch-Theologischen HU-Fakultät angesiedelte Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte. Die Studienangebote sollen für Tätigkeiten in Bildung und Wissenschaft sowie den Medien qualifizieren.

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A Magician Explains Why We See What’s Not There

DO YOU BELIEVE IN MAGIC?: Why do normal people maintain magical beliefs? They reflect the biases and quirks found in our everyday cognition, says psychologist and magician Gustav Kuhn.
Norman Triplett was a pioneer in the psychology of magic, and back in 1900, he published a wonderful scientific paper on magic that, among many other things, discusses an experiment on an intriguing magical illusion. A magician sat at a table in front of a group of schoolchildren and threw a ball up in the air a few times. Before the final throw, his hand secretly went under the table, letting the ball fall onto his lap, after which he proceeded to throw an imaginary ball up in the air.

By Gustav Kuhn | NAUTILUS

Described like this, it does not sound like an amazing trick, but what was truly surprising is that more than half of the children claimed to have seen an illusory ball—what Triplett referred to as a “ghost ball”—leave the magician’s hand and disappear somewhere midway between the magician and the ceiling. This was clearly an illusion because on the final throw, no ball had left his hand; the children had perceived an event that never took place.

Triplett carried out several studies using this illusion, and he came to some rather interesting, though not necessarily correct, conclusions. He thought that the illusion resulted from retinal afterimages, or in his own words, “What the audience sees is an image of repetition, which is undoubtedly partly the effect of a residual stimulation in the eye, partly a central excitation.”

At the time, this seemed to be a reasonable suggestion. I came across Triplett’s paper in my early days of researching scientific studies on magic, and I was intrigued by this illusion. Triplett’s Vanishing Ball Illusion relies on a principle that I often used to vanish objects, so I had some ideas as to why the illusion worked. I was skeptical about Triplett’s explanation, and I knew from experience that the illusion relies on misdirecting the audience’s expectations so that they anticipate you throwing the ball for real. A person’s eye gaze provides one of the most powerful tools to misdirect expectations, and so I embarked on one of my first scientific projects to study the role that social cues play in driving this illusion.

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Indien hat einen Satelliten abgeschossen – es ist das vierte Land mit dieser Fähigkeit

Indische Fernsehzuschauer folgen einer TV-Ansprache von Premierminister Narendra Modi, der den erfolgreichen Satellitenabschuss verkündet. (Bild: Jaipal Singh / EPA)
Wer eigene Satelliten abschiessen kann, kann theoretisch auch die anderer Länder vom Himmel holen. Und er stellt sein technisches Können unter Beweis.

Neue Zürcher Zeitung

Antisatellitenwaffen ermöglichen Angriffe auf feindliche Satelliten. Sofern sie diese nicht komplett zerstören, können sie zumindest ein Erblinden verursachen oder die Kommunikation unterbrechen. Ausserdem können solche Waffen die technische Basis dafür liefern, wenn es darum geht, ballistische Geschosse abzufangen.

Die Fähigkeit, die Indien durch den Test des Antisatellitengeschosses gezeigt habe, biete eine glaubwürdige Abschreckung gegen Bedrohungen des eigenen Raumfahrtprogramms durch Langstreckenraketen, sagte der indische Aussenminister gemäss einer Stellungnahme. In Indiens Raumfahrtprogramm wurden bis anhin Raketen, Satelliten und Sonden für den Mond und den Mars entwickelt. Die Antisatellitenwaffe, die am Mittwoch getestet wurde, sei selbst gebaut worden, sagte Premierminister Modi.

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Erdogan will Hagia Sophia wieder zur Moschee machen

Bild: © picture alliance/AP Images/Kayhan Ozer (Archivbild)
Forderungen nach einer Rückumwandlung gibt es seit langem, jetzt kündigt der türkische Präsident an: „Die Hagia Sophia soll kein Museum mehr sein, ihr Status wird sich verändern, wir werden sie eine Moschee nennen.“

katholisch.de

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Hagia Sophia in Istanbul wieder zu einer Moschee machen. „Die Hagia Sophia soll kein Museum mehr sein. Ihr Status wird sich verändern. Wir werden sie eine Moschee nennen“, sagte Erdogan laut der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einem Fernseh-Interview. Erst in der vergangenen Woche hatten hunderte Demonstranten in Istanbul gefordert, aus der momentan museal genutzten ehemaligen Kirche wieder eine Moschee zu machen. Der Protest war als Antwort auf die Moschee-Anschläge von Neuseeland gedacht.

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