Früher war die Syphilis anders – auch Krankheiten wandeln sich

In medizinhistorischen Texten unterscheiden sich die Symptome von noch heute bekannten Erkrankungen teilweise beträchtlich. Nicht immer ist klar, ob sich die Krankheitsursache oder die menschliche Abwehrkraft verändert hat.

Von Roland D. Gerste | Neue Zürcher Zeitung

Es ist eine Geschichte, wie sie der Feder von Robert Louis Stevenson oder Daniel Defoe entsprungen sein könnte: Im März 1819 nimmt in der westafrikanischen Hafenstadt Bonny (im heutigen Nigeria) ein Segelschiff seine Ladung auf. Es ist die «Rodeur», und ihre Fracht ist typisch für die Region und die Epoche: in Ketten gehaltene Menschen. Die «Rodeur» ist ein Sklavenschiff.

Die Reise in Richtung Karibik, wo die Unglücklichen auf Plantagen eingesetzt werden sollen, nimmt indes einen anderen Verlauf als erwartet. Zunächst erblinden zwei, dann mehrere der im Frachtraum unter miserablen hygienischen Verhältnissen gefangenen Afrikaner. Es ist, wie ein 12-jähriger Passagier vom Schiffschirurgen hört und seinem Reisetagebuch anvertraut, die Ophthalmia, eine hochansteckende Augenentzündung.

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30 Gene in Zusammenhang mit Schizophrenie gebracht

Eine Vielzahl von Genen respektive Genvarianten steht im Verdacht, mit Schizophrenie in Verbindung zu stehen.

derStandard.at

Ein Team der Universität Basel um Alex Schier hat nun 132 davon untersucht – und bei 30 hat sich der Anfangsverdacht erhärtet, wie die Forscher im Fachblatt „Cell“ berichten. Und nicht nur das: Dank Versuchen mit Zebrafischen konnten sie ihnen konkrete Auswirkungen auf die Struktur und Funktion des Gehirns sowie auf verschiedene Verhaltensweisen nachweisen.

Unter den 30 Genen, zu denen laut Schier ein genaueres „Täterprofil“ erstellt werden konnte, befindet sich etwa ein Transkriptionsfaktor namens znf536, der die Entwicklung des Vorderhirns steuert. „Diese Gehirnregion beeinflusst unser soziales Verhalten und die Verarbeitung von Stress“, so Schier.

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Rare Disintegrating Asteroid Spied by Hubble Telescope

This Hubble Space Telescope image reveals the gradual self-destruction of the asteroid (6478) Gault, whose ejected dusty material has formed two long, thin, comet-like tails. The longer tail stretches more than 500,000 miles (800,000 kilometers) and is roughly 3,000 miles (4,800 km) wide. The shorter tail is about a quarter as long. The streamers will eventually disperse into space.
(Image: © NASA, ESA, K. Meech and J. Kleyna (University of Hawaii), and O. Hainaut (European Southern Observatory))
This is what it looks like when an asteroid starts to fall apart.

By Mike Wall | SPACE.com

Two long, narrow tails of material are streaming from (6478) Gault, a 2.5-mile-wide (4 kilometers) rock in the main asteroid belt between Mars and Jupiter, a new study reports.

Gault completes one rotation every 2 hours — so fast that the asteroid is flinging material off its surface into space, study team members said.

„This self-destruction event is rare,“ co-author Olivier Hainaut, of the European Southern Observatory in Garching, Germany, said in a statement. „Active and unstable asteroids such as Gault are just now being detected because of new survey telescopes that scan the entire sky, which means asteroids that are misbehaving such as Gault cannot escape detection anymore.“

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Papst erlässt neue Normen für Kinderschutz im Vatikan

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Im Vatikanstaat gelten ab 1. Juni neue Regeln für den Schutz Minderjähriger. Neu ist die Anzeigepflicht, die Prüfung von Stellenbewerbern und die Pflicht zu Fortbildungen. Die Verschärfungen wurden seit langem erwartet.

DOMRADIO.DE

Einen Monat nach dem internationalen Anti-Missbrauchgipfel im Vatikan hat Papst Franziskus wie angekündigt neue Normen zum Kinderschutz erlassen. Die drei am Freitag veröffentlichten Dokumente beziehen sich zwar nur auf den Vatikanstaat und die Kurie; sie können aber Vorbildcharakter haben – und halten ihrerseits aktuellen internationalen Maßstäben stand.

Es handelt sich um ein Gesetz über den „Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen“, das zum staatlichen Recht im Vatikanstaat gehört, und um entsprechende „Leitlinien“ für den kirchlichen Bereich, wie sie Bischofskonferenzen in anderen Staaten schon 2011 erarbeiten mussten. Hinzu kommt ein päpstlicher Erlass, ein sogenanntes Motu proprio; er regelt die gleiche Materie in knapperer Form für die Kurie, den zentralen Verwaltungsapparat der Weltkirche.

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US-Regierung genehmigt Export von Nukleartechniken an Saudi-Arabien

Es geht um einen großen Deal, den Trump schon lange anstrebte. Die Frage ist, ob das saudische Regime ein Atomwaffenprogramm installieren will

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bundesregierung und französische Regierung streiten über Regeln zu Waffenlieferungen, speziell nach Saudi-Arabien. Dorthin können auch Waffensysteme derzeit nicht exportiert werden, die nur einige deutsche Teile enthalten. Gedroht wird damit, dass andere europäische Länder, die die Augen auch vor eigenen Regeln gerne zudrücken, wenn es ums Geschäft geht, nur noch Waffensysteme „German free“ herstellen und vertreiben, was die deutsche Rüstungsindustrie und Deutschlands Status als derzeit viertgrößter Waffenexporteur gefährdet Waffenexporte (Frankreich will freie Bahn von Deutschland). Frankreich hat bereits Deutschland überholt. Vor allem die SPD hält an den Beschränkungen fest, scheint aber schon geschäfts- und rüstungsindustrierealistisch zu überlegen, Ausnahmen zuzulasssen, während deutsche Firmen bei Beibehaltung dann wohl eher die Produktion ins Ausland verlegen.

Von den westlichen Werten, die so gerne verteidigt werden, ist auch beim großen transatlantischen Bruder nichts mehr zu bemerken. Mit seiner strikt pro-israelischen und anti-iranischen Politik unterstützt die Trump-Regierung bedingungslos das mörderische und kriegsführende Regime der islamistischen Monarchen in Saudi-Arabien, während man anderswo wie im Iran oder in Venezuela, gerade wie man es braucht, angeblich die Freiheit verteidigt.

Zwar ist man in Riad überkreuz mit Washington, was die amerikanische völkerrechtswidrige Anerkennung der annektierten Golanhöhen angeht – Trumps Wahlgeschenk an Netanjahu und gleichzeitig ein Schachzug, der die Sanktionen gegen Russland wegen der Kriem aushebelt -, das dürfte aber die geopolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen nicht beeinträchtigen. Nicht nur Trump, auch die saudischen Monarchen, die Opposition nicht dulden und von Demokratie und Menschenrechten nichts halten, sind schließlich jenseits aller ideologischen Unterschiede Dealmaker.

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Amphibienseuche: Erschreckende Bilanz

Die in Guatemala und Honduras heimische Froschart Duellmanohyla soralia gehört zu jenen Spezies, die der Chytridpilz in Bedrängnis gebracht hat. © Jonathan E. Kolby/ Honduras Amphibian Rescue & Conservation Center
Verheerender Killer: Forscher haben erstmals quantifiziert, welche Folgen der tödliche Chytridpilz für Amphibien weltweit hatte. Ihren Analysen zufolge ist der Erreger verantwortlich für Bestandsrückgänge bei mehr als 500 Arten – 90 davon sind inzwischen ausgestorben. Der Pilz ist damit schuld am bisher größten Verlust der Biodiversität durch einen einzelnen Erreger, wie das Team im Fachmagazin „Science“ berichtet.

scinexx

Der sogenannte Chytridpilz gilt als Hauptverursacher des weltweiten Amphibiensterbens. Der ursprünglich aus Asien stammende Erreger mit dem wissenschaftlichen Namen Batrachochytrium dendrobatidis kann Frösche und Co über die Haut infizieren und führt bei der Mehrheit der befallenen Tiere zum Tod. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Pilz in vielen Teilen der Erde regelrechte Epidemien ausgelöst und inzwischen sogar so entlegene Inseln wie Madagaskar erreicht.

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Kreationistischer Blödsinn: «Ich habe hart dagegen gekämpft!»

Eine bahnbrechende genetische Studie zeigt, dass die ganze Menschheit und fast alle Tierarten nur von jeweils einem einzigen Paar abstammen – und widerlegt den Zeitraum der Millionen Jahre.

Thomas Lachenmaier | FACTUM

In einer bahnbrechenden genetischen Studie1 kamen Wissenschaftler der Rockefeller University in New York und des Biozentrums der Universität Basel in der Schweiz zu dem Schluss, dass jeder einzelne heute lebende Mensch und mehr als 90 Prozent aller Tierarten jeweils von nur einem einzigen Paar abstammen. Ein weiteres Ergebnis der Studie unter Leitung von Prof. Mark Young Stoeckle (Rockefeller University New York) und Prof. David Solomon Thaler (Center for Life Sciences Universität Basel) ist, dass diese singulären Ahnenpaare nicht vor Hunderten Millionen Jahren, sondern vor nur hundert- oder zweihunderttausend Jahren gelebt haben sollen. Die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin «Human Evolution» veröffentlicht.

Die Ergebnisse der Studie stellen alle Paradigmen der Evolutionstheorie infrage. «Die Schlussfolgerungen sind sehr überraschend», erklärte Prof. Mark Stoeckle, «und ich habe so hart wie möglich dagegen gekämpft. Unsere Ergebnisse stellen die Vorstellung infrage, dass die heutigen Tierarten Millionen Jahre alt sind.» Die humangenetischen Daten der Studie sind indes eindeutig: Sie «sind konsistent mit dem extremen Engpass eines einzigen Paares», so Prof. Thaler gegenüber dem Sender «Fox News»: Die ganze Menschheit stammt von einem Paar ab.

Forscher hatten vor zwei Jahrzehnten festgestellt, dass die in den Mitochondrien enthaltene DNA ein typisches Muster enthält. Der kanadische Genetiker Paul Herbert prägte dafür den Begriff DNA-Barcode, weil mit diesem Gen-Satz Tierarten wie Produkte an der Supermarktkasse mit Barcodes identifiziert werden können.

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Veganismus: Moral- und Gesundheitsfrage oder Zivilisationskrankheit?

foto: getty Knapp sechs Prozent der heimischen Bevölkerung leben vegetarisch oder vegan.
Die AMA ging am Mittwoch in einem Film, der informieren soll, der tierfreien Ernährung nach

derStandard.at

Empfindet eine Tomate Schmerzen, wenn man sie anschneidet? Ist starke Empathie mit Tieren Voraussetzung oder Folge von Veganismus? Die Fragen, mit denen sich eine am Mittwochabend präsentierte Kurzdokumentation der Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (AMA) auseinandersetzt, sind durchaus ungewöhnlich für die Organisation. Immerhin wirbt sie das restliche Jahr über vorwiegend mit Käse- und Fleischprodukten.

Doch die AMA will nach eigenen Angaben Konsumenten breit über für sie relevante Themen informieren – dazu zähle auch die fleischlose Ernährung. Die Zielgruppe hält sich dabei noch in Grenzen: Nur 5,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung ernähren sich vegetarisch oder vegan. Mit dem Kurzfilm will die Marketing-Organisation jedenfalls die Aufklärung über das Thema vorantreiben. Ob das Werk mit dem Titel „Ist Veganismus eine Zivilisationskrankheit?“ dazu beitragen wird, ist fraglich.

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Vertuschung: Chilenische Erzdiözese zu hohem Bußgeld verurteilt

Bild: tilly
Gericht urteilt auf Vertuschung – Erzdiözese Santiago de Chile muss an drei männliche Missbrauchsopfer von Ex-Priester Karadima je 100 Millionen Peso (rund 130.000 Euro) als Entschädigung bezahlen

kath.net

Drei männliche Opfer des inzwischen laisierten chilenischen Priesters Fernando Karadima werden von der Erzdiözese Santiago de Chile wegen Vertuschung eine Entschädigung von jeweils Millionen Peso (rund 130.000 Euro) erhalten. Dies entschied ein Gericht in Chile, wie chilenische und internationale Medien berichten. Die Erzdiözese Santiago de Chile hat bereits angekündigt, dass sie keine Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Gegen Karadima, der seinerzeit als kirchliche Persönlichkeit mit hoher Ausstrahlung galt, werden immer wieder Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen laut.

Nicht zuletzt der Skandal um den erst im September 2018 aus dem Priesterstand entlassenen Karadima hat die katholische Kirche in Chile in eine beispiellose Krise gestürzt.

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Spahn und Lauterbach legen Gesetzentwurf zur Organspende vor: Kommt die doppelte Widerspruchslösung?

Organspendeausweis © Axel Heimken (dpa)
In Deutschland mangelt es seit langem an Spenderorganen. Wie lässt sich daran etwas ändern? Gesundheitsminister Spahn und SPD-Experte Lauterbach wollen dazu jetzt einen eigenen Gesetzentwurf mit „doppelter Widerspruchslösung“ vorlegen.

DOMRADIO.DE

Die Debatte flammt immer wieder auf. Und sie birgt ethischen Sprengstoff: Darf der Gesetzgeber die Organspende zu einer rechtlichen und moralischen Pflicht machen? Oder muss sie freiwillig bleiben – auch um den Preis, dass viele Patienten, die auf der Warteliste stehen, wegen Organmangels sterben.

Die Zahl der Organspender war in den vergangenen Jahren mit rund 800 auf einen Tiefststand gefallen. Erst 2018 erholte sie sich wieder und stieg auf 955.

Nach Bundesärztekammer, medizinischen Fachgesellschaften haben auch prominente Gesundheitspolitikern von Union und SPD einen Stein ins Wasser geworfen: Spahn und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wollen am Montag einen Gesetzentwurf für die Einführung einer doppelten Widerspruchslösung vorlegen.

Künftig soll jeder Deutsche automatisch ein Spender sein, so lange nicht ausdrücklich widerspricht. Von einer doppelten Widerspruchslösung ist die Rede, weil auch die Angehörigen im Sinne des potenziellen Spenders widersprechen.

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