Spahn und Lauterbach legen Gesetzentwurf zur Organspende vor: Kommt die doppelte Widerspruchslösung?


Organspendeausweis © Axel Heimken (dpa)
In Deutschland mangelt es seit langem an Spenderorganen. Wie lässt sich daran etwas ändern? Gesundheitsminister Spahn und SPD-Experte Lauterbach wollen dazu jetzt einen eigenen Gesetzentwurf mit „doppelter Widerspruchslösung“ vorlegen.

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Die Debatte flammt immer wieder auf. Und sie birgt ethischen Sprengstoff: Darf der Gesetzgeber die Organspende zu einer rechtlichen und moralischen Pflicht machen? Oder muss sie freiwillig bleiben – auch um den Preis, dass viele Patienten, die auf der Warteliste stehen, wegen Organmangels sterben.

Die Zahl der Organspender war in den vergangenen Jahren mit rund 800 auf einen Tiefststand gefallen. Erst 2018 erholte sie sich wieder und stieg auf 955.

Nach Bundesärztekammer, medizinischen Fachgesellschaften haben auch prominente Gesundheitspolitikern von Union und SPD einen Stein ins Wasser geworfen: Spahn und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wollen am Montag einen Gesetzentwurf für die Einführung einer doppelten Widerspruchslösung vorlegen.

Künftig soll jeder Deutsche automatisch ein Spender sein, so lange nicht ausdrücklich widerspricht. Von einer doppelten Widerspruchslösung ist die Rede, weil auch die Angehörigen im Sinne des potenziellen Spenders widersprechen.

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