Wenn wir die Evolution menschlicher Gesellschaften immer tiefer verstehen, können wir sie dann auch immer besser managen?

Was macht das Kollektiv stark? Wieso sollen wir es nicht von den Ameisen lernen? Sobald die Organisation in der Gruppe besser ist als in anderen, hat sie einen Wettbewerbsvorteil. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Der Evolutionsbiologe David Sloan Wilson beschäftigt sich nicht mit Kröten, sondern mit ganzen Gesellschaften. Nachdem er jahrelang experimentell erforscht hat, was menschliche Kollektive erfolgreich macht, will er mit seinen Erkenntnissen die Welt verbessern. Er hat auch den Schweizern einiges zu sagen.

Markus Schär | Neue Zürcher Zeitung

Schade, dass David Sloan Wilson die Schweiz nicht besser kennt. Der führende Evolutionsbiologe will seine Einsichten dazu nutzen, die Welt zu verbessern. Deshalb lehrt er, wie sich kleine Gruppen oder gar ganze Gesellschaften erfolgreich entwickeln, auch in seinem neuen Buch, «This View of Life», der Summe seines Schaffens.

Er schwärmt darin von einem Land, dem es gut gehe, weil es die Prinzipien des Zusammenlebens, die kommunal gälten, auch national hochhalte: Norwegen. Über die Schweiz spricht er leider nie, doch die Lektüre lohnt sich gerade auch für Schweizer. Schliesslich müssen sie sich – nicht zuletzt in der Debatte um das Verhältnis zur EU – darauf besinnen, was ihr Land einzigartig und erfolgreich macht.

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Seit 7 Jahren gefangen und gefoltert: So kämpft die Familie von Raif Badawi um sein Leben

Ensaf Haidar (34), Najwa Badawi (15) und Tirad Badawi (14) in Genf. bild: watson
Ensaf Haidar kämpft seit sieben Jahren für die Freilassung ihres Mannes Raif Badawi. Der laizistische Blogger ist seit 2012 in Saudi-Arabien inhaftiert – wegen Beleidigung des Islam. Wir haben seine Frau in Genf getroffen.

Angelina Graf, Viktoria Weber, William Stern | watson.ch

Ensaf Haidar hat ihren Mann seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. Seit sieben Jahren ist das einzige Lebenszeichen ihres Mannes seine Stimme am Telefon. Ob er jemals freikommt, weiss sie nicht.

Ensaf Haidar ist die Frau von Raif Badawi, des wohl bekanntesten politischen Gefangenen in Saudi-Arabien. Watson hat Haidar am Rande des Geneva Summit for Human Rights and Democracy getroffen.

Der 35-jährige Blogger Raif Badawi wurde 2012 in Jeddah verhaftet, offiziell, weil er religionskritische Inhalte auf seiner Webseite postete – eine Kardinalsünde im salafistischen Königreich.

In zwei Schauprozessen verurteilten die saudischen Machthaber Badawi zu 10 Jahren Haft und insgesamt 1000 Stockhieben. Im Januar 2015 wurde Badawi öffentlich mit 50 Hieben ausgepeitscht, der Rest der Strafe wurde ausgesetzt – aus gesundheitlichen Gründen, wie Riad verlauten liess.

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Kommission soll Missbrauchsfälle in pfälzischer Kirche aufarbeiten: „Wir wissen nicht, wie viele Menschen sich melden“

Synode der EKD © Norbert Neetz (epd)
Im November legte die Evangelische Kirche in Deutschland einen Elf-Punkte-Plan zur Aufklärung und Prävention von sexualisierter Gewalt vor. Die Evangelischen Kirche der Pfalz setzt nun eine unabhängige Kommission ein.

DOMRADIO.DE

Eine zweiköpfige unabhängige Kommission soll mögliche Fälle von sexuellem Missbrauch im Bereich der Evangelischen Kirche der Pfalz aufarbeiten.

Damit setze die Landeskirche einen Beschluss der Landessynode vom vergangenen November um, sagte die landeskirchliche Missbrauchsbeauftragte Bettina Wilhelm dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Speyer. Bisher seien in der Landeskirche in den vergangenen Jahrzehnten vier Fälle sexuellen Missbrauchs angezeigt und aufgearbeitet worden, aktuelle seien nicht bekannt.

Ehrenamtliche Kommission als externe Ansprechpartner

Der Kommission gehören der Leitenden Rechtsdirektorin Wilhelm zufolge Anja Schraut, Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Zweibrücken, und die evangelische Theologin, Germanistin und Gestalttherapeutin Ilse Seifert aus Bad Dürkheim an.

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Briten in Deutschland: Visumsfrei trotz Brexit

„Britische Bürgerinnen und Bürger, die schon in Deutschland leben, brauchen vor allem Rechtssicherheit“, sagt Grünen-Politiker Franziska Brantner. (Foto: Getty Images)
  • Auch nach einem ungeregelten Brexit will die Bundesregierung in Deutschland lebenden britischen Staatsbürgern den Aufenthalt garantieren.
  • Nach einer Übergangsfrist brauchen sie aber grundsätzlich einen Aufenthaltstitel. Die Ausländerbehörden sollen sie rechtzeitig darüber informieren.
  • Kurze Reisen nach Deutschland sollen für die Bürger Großbritanniens vorerst weiter visumsfrei möglich sein, für längere Aufenthalte gibt es noch keine Planungen.

Von Jens Schneider | Süddeutsche Zeitung

Die Bundesregierung will in Deutschland lebenden britischen Staatsbürgern auch für den Fall eines ungeordneten Brexits einen gesicherten Aufenthalt garantieren. Das Bundesinnenministerium bereitet dafür entsprechende Regelungen vor. In einem fünfseitigen Rundschreiben an die Länder vom 28. März, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, hat das Ministerium jetzt seine Pläne skizziert und die Länder gebeten, die Ausländerbehörden entsprechend vorzubereiten. Sollte es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU kommen, müssten britische Staatsangehörige demnach künftig grundsätzlich einen Aufenthaltstitel beantragen.

Zunächst wolle die Bundesregierung bei einem solchen Szenario den aufenthaltsrechtlichen Status der britischen Staatsangehörigen aber für einen Übergangszeitraum wie bisher gewährleisten, heißt es in dem Schreiben. Auf die Ausländerbehörden komme dann die Aufgabe zu, innerhalb des Übergangszeitraums die entsprechenden Aufenthaltstitel auszustellen.

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Michael Shermer im Interview

Über Religion, Leben nach dem Tod, Skeptizismus & die Zukunft der Menschheit

Von acTVism | Richard-Dawkins-Foundation

In diesem Interview mit Dr. Michael Shermer, Bestsellerautor und Gründer des Skeptic Magazine, sprechen wir über Religion, das Leben nach dem Tod und die Wissenschaft. Darüber hinaus untersuchen wir den Skeptizismus – die Rolle, die er für den Einzelnen spielen sollte, seine Grenzen und warum er für die Gesellschaft wichtig ist. Schließlich diskutieren wir, warum die Linke so zögerlich ist, wenn es darum geht, Religion konstruktiv zu kritisieren, und warum Wissenschaftspädagogen es vermeiden, die Entwicklung des kritischen Denkens mit der Wirtschaft und der Zukunft der Menschheit in Verbindung zu bringen.

Um die vollständige Abschrift zu diesem Video zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Video mit deutschem Voiceover.

Michael Shermer ist Buchautor, Gründer und Herausgeber des „Sceptic Magazine“ und schreibt für die Zeitschrift „Scientific American“. Im November 2018 erschien die deutsche Ausgabe von „The Moral Arc“: Der moralische Fortschritt

Whirling ‚Cannonball‘ Pulsar Flees Supernova Site at Epic Speed

The pulsar J0002+6216 streaks away from the bubble-like supernova remnant CTB 1. This composite image combines radio, visible light and infrared data. CTB 1, if viewed in the night sky, would appear to be the size of a full moon.
A supernova explosion flung out a super-dense, whirling stellar core, sending it streaking across space at almost 2.5 million mph (4 million km/h) with a glowing trail 13 light-years long in its wake.

By Sarah Lewin | SPACE.com

Researchers tracked the stellar core, called a pulsar, using NASA’s Fermi Gamma-Ray Space Telescope and the National Science Foundation’s Very Large Array (VLA) astronomical observatory. The pulsar is about 6,500 light-years from Earth and was first discovered in 2017 by a citizen science project, Einstein@Home. It is moving fast enough to travel from Earth to the moon in just 6 minutes — 5 times faster than the average pulsar moves, and faster than 99 percent of pulsar speeds previously documented by researchers. Scientists described the pulsar as a cosmic „cannonball“  in a NASA statement.

„Thanks to its narrow dart-like tail and a fortuitous viewing angle, we can trace this pulsar straight back to its birthplace,“ Frank Schinzel, a researcher at the National Radio Astronomy Observatory in New Mexico, said in the statement. „Further study of this object will help us better understand how these explosions are able to ‚kick‘ neutron stars to such high speed.“

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Debatte um Organspende: Freiwillig oder „doppelte Schranke“

Bild: tagesschau.de
Die Politik will die Zahl der Organspender erhöhen – doch wie? Im Bundestag zeichnet sich ein grundlegener Konflikt ab. Den Abgeordneten liegen zwei Vorschläge vor, die nicht gegensätzlicher sein könnten.

tagesschau.de

In der Debatte darüber, wie die Zahl der Organspender in Deutschland erhöht werden könnte, werden zwei Vorschläge aus dem Bundestag konkreter. Eine Gruppe von Abgeordneten um die Grünen-Chefin Annalena Baerbock betont die Freiwilligkeit der Spenden und wirbt für regelmäßige Befragungen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt dagegen zusammen mit anderen Abgeordneten auf die Widerspruchslösung.

Zu der Gruppe um Baerbock gehören insgesamt zehn Parlamentarier von Union, SPD, FDP, Linken und Grünen, unter ihnen die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Diese Abgeordneten wollen Organspenden nach dem Tod als bewusste und freiwillige Entscheidung behalten und stärken, wie es in einer Stellungnahmen heißt.

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Hallucinogen Therapy Is Coming

Illustration by Amanda Baeza
How shrooms can spring people from fears and destructive habits.

By Moises Velasquez-Manoff | NAUTILUS

Three years later Daniel Kreitman still chokes up when he talks about what he saw, and how it changed him. Kreitman, an upholsterer by trade, had taken psilocybin, a hallucinogen derived from mushrooms, in a trial at Johns Hopkins University School of Medicine for nicotine addiction. He was 52, and he’d smoked between one and two packs a day for nearly 40 years. After his first psilocybin session, his urge to smoke was gone. During his third and final session, he had the vision that helped him quit for good.

He saw lakes, roads, and mountains, and a broad-shouldered man at the helm of a ship, lassoing birds. Was it his dead father? He wasn’t sure. But he remembers giggling and feeling good. Music was playing in his headphones. During Aaron Copland’s Appalachian Spring he had the sensation of physically touching the music, which was smooth and bright yellow in his mind’s eye. As the music progressed, he traveled, flowing outward toward an immense space that never ended. He may have wept for joy—he’s not sure—but the beauty of the vision overwhelmed him. “I was seeing forever,” he told me.

Kreitman was brought up Jewish, but doesn’t consider himself to be particularly religious. Yet he falls back on religious language to explain the experience. “I think I saw God at one point,” he said, his voice cracking with emotion. The day after the session, in his journal, he wrote: “The question is, if I saw God and infinity, what’s next? How does that change me and my life?”

When I spoke with him this August, Kreitman had an answer: He hadn’t had a cigarette for three years. He’d previously tried nicotine gum and patches, to no avail. He always returned to the habit, falling into the easy rhythms of smoking on the way to work and on the way home. It was taking a toll on his health, though. He was chronically short of breath and although they didn’t nag, his wife and children were concerned for his health. Since that session three years ago, however, cravings have barely registered. “It’s kind of crazy,” he told me. “I don’t feel like I’m fighting this addiction. It’s like it’s not even me.”

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Kommentar: Selbstbeweihräuchernde Partei Deutschlands

Grafik: TP
Die SPD bejubelt ihren Neuanfang und die Abkehr von HartzIV. Warum eigentlich?

Alexander und Bettina Hammer | TELEPOLIS

Vor etwas mehr als zwei Jahren, am1.03.2017, trat Hannelore Kraft am politischen Aschermittwoch in Schwerte auf. Sie war nicht allein, an ihrer Seite war der Mann, der der SPD zu neuem Glanz verhelfen sollte, der den „kleinen Mann als den Menschen wiederentdeckte, der der SPD am Herzen liegen sollte, und zu dessen Ehren „When the Saints are Marching in gespielt wurde: Martin Schulz.

Die SPD befand sich zu jener Zeit in einer Art Rausch. Martin Schulz, der EU-Abgeordnete, war nach Deutschland gekommen und lieferte den Medien wie auch der SPD markige Sprüche und Gefühlvolles im Wechsel. „Wir treten an, um die stärkste Partei in Deutschland zu werden. Ich trete an, um Bundeskanzler zu werden. rief er selbstbewusst und seine Partei fühlte, wie es in der FAZ hieß, wieder Euphorie.

Martin Schulz wurde als der große HartzIV-Reformator gefeiert, als Hoffnung für SPD und Deutschland, doch allzu schnell war der Schulz-Zug wieder auf ein Abstellgleis gefahren, Martin Schulz geriet zum größten Teil in Vergessenheit, die SPD, die anfangs eine Große Koalition ausgeschlossen und verkündet hatte, sie würde in die Opposition gehen, entschloss sich anders.

Déjà Vu

Wer die SPD momentan beobachtet, fühlt sich an die Zeit des Schulz-Zuges erinnert, an feiernde Genossen und wiederentdeckte soziale Profile. Diesmal ist es nicht Martin Schulz, der im Zentrum der Euphorie steht, sondern Andrea Nahles. Ihre Vorschläge zur „Abkehr von HartzIV werden als großer Befreiungsschlag angesehen, als Linksruck und Neuausrichtung. Doch während bei Martin Schulz seine mangelnde Erfahrung im Bereich der deutschen Sozialpolitik noch als Grund für seine nur unausgegorenen und größtenteils auf Arbeitslosengeld I ausgerichteten gelten konnte, ist dies bei Andrea Nahles nicht der Fall.

Von 2013 bis 2017 war sie Bundesministerin für Arbeit und Soziales und hätte, wäre ihr das Arbeitslosengeld II solch ein Dorn im Auge, hier bereits den Hebel ansetzen können um es den Beziehern dieser Transferleistung leichter zu machen. Das Gegenteil war der Fall. Ihre diversen Aktivitäten in Bezug auf ALG II waren geprägt von einer Art Verschiebebahnhof der Gelder, von der Konzentration auf die Langzeitarbeitslosen und auf die Förderung, die Andrea Nahles immer wieder in den Vordergrund rückte als sei diese Aufgabe eine, die erst jetzt Eingang in ALG I und II finden sollte.

Dass ALG II unter der Prämisse „Fordern und Fördern stand, dass daraus aber längst nur noch ein „Fordern und Fordern wurde, bleibt dabei elegant außen vor. Die Förderung in regelmäßigen Abständen wieder als „next big thing herauszustellen, zeugt von einer gewissen Chuzpe, aber auch von der Ratlosigkeit nicht nur bei Andrea Nahles.

Andrea Nahles und ALG II – die große Seifenblase

Die Kritik an Andrea Nahles klingt wie eine der „üblichen SPD-Kritiken“, fußt jedoch auf nachvollziehbaren Fakten. Ihre einzelnen Verbesserungsvorschläge hinsichtlich ALG II können daher einzeln auf das, was Frau Nahles bisher diesbezüglich getan hat, abgekopft werden. Dieser Betrachtung liegt das Dokument „Arbeit – Solidarität – Menschlichkeit 2 Ein neuer Sozialstaat für eine neue Zeit – Teil I: Arbeit“ zugrunde.

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Zwischen Gottesfurcht und Fleischeslust – „Herrgottsb’scheißerle“

Bild: http://www.hitradio-rtl.de
Maultaschen gelten als traditionelles Fastengericht. Wer die gefüllte Nudelteigtasche erfunden hat, liegt ebenso im Verborgenen wie das in der Füllung versteckte Fleisch. Die schwäbische Leibspeise wird traditionell gleich an allen drei Tagen vor Ostern serviert – in der Brühe, geschmälzt und gebraten.

Von Christine Süß-Demuth | evangelisch.de

Die Maultasche soll während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erfunden worden sein: Eines Tages, so die Legende, fiel dem Maulbronner Laienbruder Jakob auf dem Heimweg vom Reisigsammeln der Sack eine flüchtenden Diebs vor die Füße. Darin entdeckte er ein schönes Stück Fleisch. Weil Fastenzeit war und die Mönche des Zisterzienserklosters kein Fleisch essen durften, hackte er es klein und mischte es unter das Gemüse des Gründonnerstagsmahls. Doch ihn packte das schlechte Gewissen und so wickelte der Laienmönch die Fleisch-Gemüse-Mischung kurzerhand in kleine Taschen aus Nudelteig. „So konnte er das Fleisch vor den Augen Gottes und seiner Mitbrüder verbergen – und servierte das herzhafte Mahl als Fastenspeise“, heißt es dazu auf der Internetseite des Klosters Maulbronn, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Im Volksmund werden die rechteckigen, rund 100 Gramm schweren Nudeltaschen auch „Herrgottsb’scheißerle“ genannt.

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Christliche Hardliner sind in Europa im Aufschwung, auch dank Hilfe aus den USA und Russland

Die christlichen Hardliner, die sich in Verona zum Weltfamilienkongress getroffen haben, sind weltweit vernetzt. In einzelnen Ländern finden sie Unterstützung bei populistischen Regierungen.

Andrea Spalinger | Neue Zürcher Zeitung

Viele belächeln christliche Hardliner, welche die in den letzten Jahrzehnten erkämpften Frauen- und Minderheitenrechte infrage stellen, als weltfremde Ewiggestrige. Laut Neil Datta vom Brüsseler Think-Tank European Parliamentary Forum on Population and Development (EPF) sind diese jedoch zu einer ernstzunehmenden Gefahr für Europa geworden. Im Gegensatz zu früher seien solche Gruppen heute sehr professionell organisiert und grenzüberschreitend vernetzt, betont er.

Zu den traditionellen Kampffeldern reaktionärer religiöser Organisationen gehören Abtreibung, Verhütung, Sterbehilfe, Gender-Education und die Rechte von Homosexuellen. Frauen sollten aus Sicht dieser Kreise zudem in erster Linie wieder Kinder gebären und sich um die Familie kümmern. Gesetze, welche die Position der Frau nach einer Scheidung oder im Fall von häuslicher Gewalt stärken, sind in ihrer verqueren Interpretation männerfeindlich und deshalb abzulehnen.

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Theologin: Laien und Kleriker gab es in Anfangszeit nicht

Bild: © KNA
Das neue Testament ermutige die Kirche zu transparenten, partizipativen und demokratischen Strukturen, sagt die Eichstätter Neutestamentlerin Sabine Bieberstein. Das könne auch Konsquenzen für Gemeindestrukturen und -leitungen haben.

katholisch.de

Die Eichstätter Professorin für Exegese des Neuen Testaments, Sabine Bieberstein, hat daran erinnert, dass das Neue Testament die Kirche zu transparenten, partizipativen und demokratischen Strukturen ermutigt. Eine Unterteilung zwischen Laien und Klerikern habe es in der Anfangszeit der Christen nicht gegeben, sagte die Theologin am Samstag in Gremsdorf beim Tag der Räte des Erzbistums Bamberg. Stattdessen seien verschiedene Modelle von Gemeindestrukturen üblich gewesen, etwa ein Ältestenrat, ein Leiter als Aufseher oder auch ein Gremium von Witwen. Von dieser Vielfältigkeit sollte sich die Kirche auch heute inspirieren lassen.

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