„Tempolimit? Die Kirche setzt ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel“


Umstrittene Tempolimit-Petition der Kirche: Der Leipziger Unternehmer Friedhelm Wachs hält die Aktion für einen großen Fehler. Quelle: dpa/Kempner
Erfolgreiche Petition: Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland hat mehr als die nötigen 50 000 Unterschriften für ein Autobahn-Tempolimit gesammelt. Der Leipziger Unternehmer Friedhelm Wachs* hält dagegen: Den Erfolg wird sie teuer bezahlen. Ein Gastkommentar.

Von Friedhelm Wachs | Leipziger Volkszeitung

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) hat sich politisch versucht und dabei viel aufs Spiel gesetzt. Besonders ihre Unabhängigkeit und ihre Glaubwürdigkeit. Das wird sie in Zukunft teuer bezahlen. Denn von nun an kann mit gleicher Begründung selbst der ADAC die Streichung der Kirchensteuer per Petition betreiben. Er würde dabei deutlich mehr Stimmen bekommen als die EKM für Ihre Gesetzesinitiative, die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf Tempo 130 zu beschränken.

Nur schmerzhafte Erfahrung gewonnen

Was hat die EKM mit ihrer Initiative zur Geschwindigkeitsbegrenzung nun gewonnen? Erfahrung. Schmerzhafte.Haarscharf ist sie wenige Stunden vor Ablauf der auf 4 Wochen gesetzten Petitionsfrist an einem Riesendesaster vorbeigeschrammt. Hoffen wir jedenfalls. Denn erst da waren die nötigen 50 000 Unterschriften beieinander. Wenn zu viele Fake Unterschriften dabei sind, könnte das Projekt also noch scheitern und die Blamage komplett machen.

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