Mormonen: „Homoehe“ nicht mehr Abfall vom Glauben

Konferenz der Mormonen Church of Jesus Christ of Latter-day Saints mit Präsident Russell M. Nelson (Mi.) in Salt Lake City im Oktober 2018 APA/AP/Rick Bowmer
Die Mormonen in den USA (Church of Jesus Christ of Latter-day Saints) haben laut US-Medien überraschend erklärt, dass sie gleichgeschlechtliche Ehen nicht mehr als Abfall vom Glauben bewerten.

religion.ORF.at

Damit sinke für homosexuelle Paare die Gefahr der Exkommunikation aus der erzkonservativen Glaubensgemeinschaft, berichtete der Sender CNN am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf Kirchenexpertinnen und -experten. Kinder homosexueller Paare sollen künftig in der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ in den USA getauft werden dürfen.

Weiterhin „ernstes Vergehen“

Grundsätzlich würden gleichgeschlechtliche Ehen weiterhin als ein „ernstes Vergehen“ gewertet, zitierten US-Medien Dallin Oaks, der zur Kirchenleitung gehört, bei einer Tagung in Salt Lake City. An den Lehren über die Ehe ändere sich nichts.

weiterlesen

„Ein Popstar des 19. Jahrhunderts“: Haeckel-Ausstellung in Jena

Kuratorin Teresa Thieme verweist auf ein Familienfoto von Ernst Haeckel mit seinen Kindern Walter, Elisabeth und Emma im Salzbergwerk Berchtesgaden. Foto: Ulrike Merkel
Jenaer Schau ermöglicht sehr persönliche Einblicke in das Leben des bedeutenden Evolutionsbiologen Ernst Haeckel

Ulrike Merkel | Thüringer Allgemeine

Im Juni 1862 schreibt Ernst Haeckel einen euphorischen Brief an seine Verlobte Anna Sethe . Darin bejubelt er seine Berufung zum Professor für Zoologie in Jena . Denn die Anstellung ermöglicht es den beiden, endlich zu heiraten. Im August wird tatsächlich Hochzeit gefeiert, doch nur 18 Monate später stirbt Haeckels große Liebe – vermutlich an den Folgen einer Blinddarmentzündung. „Ernst Haeckel verwindet den Verlust sein ganzes Leben lang nicht. Er stand damals kurz vor dem Selbstmord“, sagt Teresa Thieme , Kuratorin für Stadtgeschichte. Gemeinsam mit Wissenschaftlern und Mitarbeitern des Stadtmuseums hat sie die Ausstellung „Haeckel on stage in Jena“ (zu deutsch: „Haeckel auf der Bühne in Jena“) anlässlich von dessen 100. Todestag kuratiert.

„Wir wurden schon gefragt, was wir uns bei dem Titel gedacht hätten“, sagt Teresa Thieme . Er sei aber bewusst gewählt worden. „Ernst Haeckel war ein Popstar des 19. Jahrhunderts.“ Seinetwegen seien seinerzeit die Studentenzahlen der Universität Jena markant angestiegen. Seine Schüler kamen aus ganz Europa , vor allem aus Russland . Seine in zig Sprachen übersetzten Bücher und unzählige Forschungsreisen begründeten seinen Ruf als „deutscher Darwin“.

weiterlesen

BUND-Chef: Kirche muss Menschen auf Grenzen der Erde hinweisen – „Treuhänder der Erde“

Ohne kirchliches Engagement ist diese Aufgabe in unserer kommerzbestimmten Zeit nicht zu lösen“ © Porapak Apichodilok (Pexels)
Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, sieht Christen als prädestiniert für den Umweltschutz. Sie müssten sich persönlich dafür einsetzen, dass Nachhaltigkeitsziele eingehalten würden.

DOMRADIO.DE

Das sagte Weiger am Freitag in Augsburg bei der Frühjahrsvollversammlung des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. Christen sollten „Treuhänder der Erde“ sein und deren Grenzen beachten. Die Kirche müsse den Mut aufbringen, auf diese Grenzen hinzuweisen. „Ohne kirchliches Engagement ist diese Aufgabe in unserer kommerzbestimmten Zeit nicht zu lösen.“

Die Bischöfe sollten etwa ausbeuterische Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft in Hirtenworten anprangern, forderte Weiger. Ferner solle die Politik die Menschen „handlungsfähig“ machen. Er müsse nachhaltiges Leben ermöglichen – zum Beispiel dadurch, dass auf dem Land mehr als bloß einmal am Tag ein Bus fahre.

weiterlesen

Gentest sagt Depressionsrisiko für Kinder und Jugendliche voraus

Am Genprofil lässt sich ablesen, wie hoch das Depressionsrisiko eines Menschen ist. Es verrät auch, in welchem Alter… © pixabay
Erstmals hat eine Studie anhand eines genetischen Profils das Erkrankungsrisiko für eine Depression bei Kindern und Jugendlichen vorausgesagt. Wissenschaftler unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München haben in einer multizentrischen Studie über 2000 Kinder und Jugendliche genetisch, mit Fragebögen und klinischen Interviews untersucht.

Max-Planck-Gesellschaft

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Depression heute eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, die bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen und zu schweren psychosozialen Beeinträchtigungen sowie Selbstmord führen kann. Weltweit leiden über 300 Millionen Menschen an einer Depression. Trotz vieler Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland werden weniger als 50 Prozent der behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen angemessen behandelt. Oft wird die Erkrankung zu spät entdeckt.

Als Ursachen werden genetische, neurobiologische, soziale und psychologische Faktoren gesehen, die sich gegenseitig verstärken können. Obwohl die Erkrankung in jedem Alter auftreten kann, beginnt sie häufig schon im Kindes- und Jugendalter. Um möglichst frühzeitig wirksame und zielgerichtete Hilfen zur Vorbeugung der Depression entwickeln zu können, ist die Identifizierung von Risikofaktoren zentral, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Das internationale Forschungsteam, zu dem auch die Emory Universität, Atlanta (USA) sowie die Universitäten von Coimbra (Portugal) und Helsinki (Finnland) gehören, hat nun erstmals mittels eines genetischen Profils vorausgesagt, ob ein erhöhtes genetisches Risiko für eine Depression bei einem Kind oder Jugendlichen vorliegt.

weiterlesen

Fassaden-Demokratie – Demokratie-Fassade

Grafik: TP
Die Repräsentative Demokratie, wie sie vor 230 Jahren entstanden ist, wird durch die modernen Medien ausgehebelt

Rob Kenius | TELEPOLIS

Machtstrukturen und politischen Vorgänge werden immer undurchsichtiger. Besonders hervorstechend ist zur Zeit die Situation in Algerien und Venezuela. Algerien ist nicht irgendein Land, sondern, was vielen nicht bewusst ist, Algerien ist das größte Land Afrikas mit einer für arabische, moslemische und auch afrikanische Verhältnisse besonders demokratisch gesinnten Bevölkerung. Das resultiert aus dem Befreiungskampf gegen die französische Kolonialmacht. Trotzdem sind die Machtverhältnisse inzwischen völlig undurchsichtig, auch aus der Sicht der Progressiven und der Gebildeten im Land.

Man spricht nicht mehr von der Regierung, dem Präsidenten oder sonst einer demokratisch legitimierten Institution, sondern man sagt nur noch „Die Macht“, wobei niemand genau weiß, wer das ist, wie sie verteilt ist und wie sie genau operiert. Die Verfassung ist demokratisch, doch „Die Macht“ hat mit Demokratie wenig bis nichts am Hut.

Indem man den halbtoten Präsidenten Bouteflika zum fünften mal zur Wahl stellte, wurde deutlich, dass dieser Mann nur das wichtigste Element einer demokratischen Fassade war. Algerien ist das Musterbeispiel einer Fassaden-Demokratie. Das Fatale daran ist, sowohl die demokratische Fassade als auch „Die Macht“ können in jedem Augenblick zusammenbrechen.

Der Deutsche Biedermann schaut gut situiert aus doppelter Distanz auf so einen Staat, hoffentlich nicht mit der Haltung, die Goethe schon in der Figur des Herrn Wagner persifliert hat. Wir wollen im Gegenteil unsere eigene Demokratie kritisch betrachten; denn die Lage in Berlin ist nicht unähnlich. Mit dem Mittel der Urnenwahl können wir die Politik der Regierung nicht mehr beeinflussen. Viele sprechen auch hier mit Recht von einer Fassaden-Demokratie.

Das zentrale Element unserer demokratischen Fassade ist Frau Angela Merkel, die uns voraussichtlich 16 Jahre regieren wird, genau wie ihr Vor-Vorgänger Helmut Kohl. Die stille Hoffnung, es auf 20 Jahre zu bringen, wird sich wohl nicht erfüllen, aber sie hat wie eine römischen Adoptiv-Kaiserin, schon ihre Nachfolgerin bestimmt. Die Fassade mit Kaiserin Angela als Herrscherin Supermild hat viele Jahre gut gehalten, ihre Beliebtheit kann Demokratie ersetzen. Doch die Fassade hat tiefe Risse bekommen, sie ist brüchig geworden denn die Demokratie ist in der Ära Merkel mehrfach beschädigt worden:

weiterlesen

Verfassungsrichter sieht Staat-Kirchen-Verhältnis gefährdet

BVerfG Verhandlung 1989 (CC-by-sa/3.0/de from Dt. Bundesachiv)
Durch die jüngsten Konflikte von EU-Recht und nationalem Recht sieht Bundesverfassungsrichter Peter Müller das deutsche Modell einer Neutralität von Staat und Kirche in Gefahr.

evangelisch.de

Der Bundesverfassungsrichter Peter Müller hat das deutsche Staat-Kirchen-Verhältnis als „gefährdet“ bezeichnet. Schuld daran sei die „immer stärkere Durchdringung nationalen Rechts durch europäisches Recht“, sagte Müller in seiner Festrede beim Jahresempfang der evangelischen Kirchengemeinde Starnberg. Er persönlich sei jedoch der Auffassung, dass das deutsche Konzept der „wohlwollenden Neutralität von Staat und Kirche“ der Gesellschaft in den letzten 70 Jahren seit Inkrafttreten des Grundgesetzes gut getan habe.

Die Gründungsväter und -mütter des Grundgesetzes hätten sich 1949 vor dem Hintergrund der Erfahrung mit dem Nationalsozialismus bewusst für einen Kompromiss entschlossen: „Es gibt keine strikte Trennung von Staat und Kirche, aber es gibt auch keine Staatskirche“, erklärte Müller. Der Staat sei zur Neutralität verpflichtet, gleichzeitig solle er Freiräume für Religion schaffen und fördern. Diese „Janusköpfigkeit“ komme durch die Artikel 4 und 140 zum Ausdruck, die die individuelle Religionsfreiheit und das Staat-Kirche-Verhältnis regelten.

weiterlesen

The Mystery of Time’s Arrow

Image credit: NAUTILUS
This simple model of the universe shows how one natural law points toward order.

By Julian Barbour | NAUTILUS

As conscious beings, we are constantly aware of the relentless march of time. You can make an egg into an omelet, but you can’t turn an omelet back into an egg. Dropped glasses shatter and do not reassemble themselves. Above all, we age and become decrepit; there is no return to youth.

But this is a great scientific mystery. There is nothing in the form of the laws of nature at the fundamental microscopic level that distinguishes a direction of time. They are time-symmetric. But the behavior of macroscopic objects around us is subject to the famous second law of thermodynamics, according to which disorder (as measured by entropy) always increases with time. This puts a direction, or arrow, of time into phenomena. The classical studies by Maxwell and Boltzmann in the second half of the 19th century assumed the existence of atoms and showed, on the basis of reasonable laws, that non-uniform distributions of atoms would always have a tendency to be washed out into a state with a uniform temperature distribution.

This initial work took no account of gravity. Gravity presents many puzzles because it gives rise to “anti-thermodynamic” behavior: Under its influence, uniformly distributed matter tends to break up into clusters. As of now, no one knows how to describe this behavior using an entropy-type concept. This is all the more puzzling because Einstein’s wonderful theory of gravity—his general theory of relativity—does show that when black holes form they do have thermodynamic properties and possess a colossal entropy. What no one has been able to do is define gravitational entropy for the rest of the universe.

The most popular ideas, initiated by the great gravitational theorist Roger Penrose, attempt to define this gravitational entropy for the rest of the universe in terms of the degree of non-uniformity of the gravitational field. Cosmological observations indicate that the early universe began in an exceptionally uniform state, which, if Penrose is right, corresponds to a very low entropy. Since then entropy has greatly increased, above all through the formation of black holes. But this in turn raises a question: Given time-symmetric laws and the fact that high-entropy states are vastly more probable than low-entropy states, what explains the exceptionally low entropy of the universe’s initial state?

read more

CO2-Emissionen: Weniger, aber nicht wenig genug

Bild: byrev
Umweltbundesamt legt Klima-Bilanz 2018 vor. Emissionen gehen erstmals seit Jahren weiter zurück

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Das Umweltbundesamt (UBA) hat Anfang der Woche seine Bilanz für den deutschen Treibhausgas-Ausstoß vorgelegt. Demnach sind die Emissionen im vergangenen Jahr erstmalig nach zehn Jahren Stagnation weiter zurückgegangen und zwar um 4,2 Prozent auf 868,7 Millionen Tonnen.

Der Wert stellt eine detaillierte Schätzung da, die auf der Fortschreibung der Entwicklung 2017 und Statistiken über den Energieverbrauch beruht. Er beinhaltet neben dem CO2 (760 Millionen Tonnen) auch die sonstigen Treibhausgase wie unter anderem Methan und Lachgas, die entsprechend ihrer Klimawirksamkeit in CO2-Mengen, sogenannte CO2-Äquivalente, umgerechnet werden.

Methan und Co. sind im vergangenen Jahr allerdings konstant geblieben, berichten die UBA-Statistiker. Der Rückgang geht allein auf auf das Konto des CO2, also auf das Minus beim Verbrauch fossiler Energieträger. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ging der Verbrauch von Steinkohle 2018 um elf Prozent, von Mineralölprodukten um fünf, von Braunkohle um 2,9 und von Erdgas um 1,6 Prozent zurück.

Ursache waren hierfür nach Angaben des UBA zum einen der wachsende Anteil der erneuerbaren Energieträger in der Stromproduktion, die einen Anteil von 37,8 Prozent am Brutto- oder 40,7 Prozent am Nettostromverbrauch zur Verfügung stellten. Der wachsende Beitrag der Erneuerbaren dürfte 2018 auch deshalb mehr zu Tragen gekommen sein, weil der Nettostromexport erstmalig seit 2011 nicht mehr weiter wuchs, sondern sogar leicht zurück ging. Die Kohle- und Atomkraftwerke konnten also weniger als bisher auf Auslandsmärkte ausweichen und mussten mehr drosseln.

weiterlesen

Nur noch ein Viertel der Berliner ist in der Kirche

Berliner Dom, Bild: bb
Nur noch ein Viertel der Berliner gehört der Kirche an. Jährlich treten viele aus, auch, um Geld zu sparen.

Yannick Höppner | Berliner Morgenpost

Es klappt nicht alles an diesem Sonntag. Zweimal kommt der Organist in der Luisenkirche am Gierkeplatz in Charlottenburg durcheinander. Pfarrerin Aline Seel füllt die Aussetzer mit ein paar charmanten Worten. Irgendwie habe es ja auch etwas Schönes, sagt sie. Die Welt dort draußen sei schließlich auch nicht perfekt. So wie die der drei Obdachlosen, die vor dem Gotteshaus betteln und nicht mit hineingekommen sind. Dabei wäre noch Platz. Rund 60 Menschen sitzen verteilt in den Reihen vor dem Altar, um Seels Predigt zu hören und dem Gottesdienst beizuwohnen.

weiterlesen

Ein Weißer Zwerg als Planetenzerstörer

Versteckt im Staubring des Weißen Zwergs SDSS J122859.93+104032.9 kreist der Überrest eines Planeten – ein Teil von dessen eisenreichem Kern. © University of Warwick/ Mark Garlick
Vorschau auf das Ende der Welt: Astronomen haben den Überrest eines zerstörten Planeten bei einem Weißen Zwerg entdeckt. Der Brocken kreist versteckt in der Trümmerscheibe des Sternenrests. Er ist ihm so nahe, dass die Schwerkraft ihn eigentlich längst hätte zerreißen müssen. Die Forscher vermuten daher, dass es sich um das Fragment eines eisenhaltigen Planetenkerns handelt – das Relikt eines einst vom Weißen Zwerg zerrissenen Planeten. Dieses Schicksal könnte auch unserer Erde in rund sechs Milliarden Jahren blühen.

scinexx

In rund fünf Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne zum Roten Riesen aufblähen und dabei Merkur, Venus und Erde verschlingen. Dann kollabiert unser aufgeblähter Stern und wird zum Weißen Zwerg – einem enorm dichten Sternenrest. Seine große Schwerkraft wird alle Reste der inneren Planeten zerreißen und auf seine Oberfläche stürzen lassen – so die gängige Theorie.

weiterlesen

Erzapostel beurlaubt Pfarrvikar aus dem Kreisdekanat Euskirchen: Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Erzbischöfliches Generalvikariat Köln © Alexander Foxius (DR)
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat einen Pfarrvikar aus dem Kreisdekanat Euskirchen mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Vorfälle sollen sich in den 1990er Jahren ereignet haben.

DOMRADIO.DE

Es geht um angebliche Vorfälle aus den 1990er Jahren, die im Jahr 2010 durch die Betroffenen bei der Kriminalpolizei angezeigt worden waren. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurden jedoch später nach § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt. Der Beschuldigte hat die Vorwürfe gegen ihn bestritten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Im Zuge der kircheninternen Aufarbeitung der so genannten möglichen Altfälle parallel zur unabhängigen Untersuchung, die derzeit auf Anweisung des Kölner Erzbischofs stattfindet, ist auch dieser Fall zunächst intern nochmals untersucht worden.

weiterlesen

Erdogans Abwehreinheit gegen liberale Muslime in Berlin

Die Seta-Stiftung mit Sitz in Berlin richtet sich an türkeistämmige Jugendliche in Deutschland.Foto: Paul Zinken/dpa
Die Seta-Stiftung in Berlin steht Präsident Erdogan und der AKP nahe. Der Thinktank versucht junge Muslime auf Linie zu halten.

Von Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Die Türkei versucht ihren Einfluss auf Türken in Deutschland zunehmend auch über einen Thinktank auszubauen, der der Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdoğan und der Regierung in Ankara besonders nahesteht. Die Stiftung für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Forschung (Seta), nach eigenen Angaben führend in der Türkei, hat ihr Büro erst vor zwei Jahren mit nur einem Mitarbeiter eröffnet. Inzwischen führt der Thinktank auf seiner Website vier Mitarbeiter für sein Berliner Büro auf.

Die Stiftung will ausdrücklich Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen und politische Debatten beeinflussen. Einer der vier Mitarbeiter ist der frühere Journalist Tarek Baé. Am Donnerstagabend war er für eine Veranstaltung des Ditib-Landesjugendverbandes Berlin in der Sehitlik-Moschee angekündigt. Er sollte vor Jugendlichen über das Verhältnis der Muslime zu den Medien nach den Attentaten im neuseeländischen Christchurch sprechen. Zuvor war er in gleicher Mission bei zahlreichen Ditib- und Milli-Görüs-Verbänden unterwegs.

weiterlesen

Mörder in den USA bleiben nicht mehr unbehelligt, wenn Verwandte genetische Ahnenforschung betreiben

Mit einem Schuss durch die Fensterscheibe tötete der Täter sein Opfer. (Bild: Reuters)
Der Fall des Golden-State-Killers in den USA war ein Dammbruch. Seither wird eine öffentliche Gen-Datenbank systematisch dazu genutzt, alte Mordfälle aufzuklären. In der Schweiz ist dies derzeit nicht möglich, aber eine Gesetzesrevision steht an.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Der Golden-State-Killer war ein Sadist und agierte sehr gerissen. Er wählte seine Opfer sorgfältig aus, spionierte ihnen wochenlang nach, und es gelang ihm, dabei nicht aufzufallen. Ohne erwischt zu werden, beging er dreizehn Morde und mindestens fünfzig Vergewaltigungen zwischen 1974 und 1986 im kalifornischen Contra Costa County. Erst als die Polizei 2017 eine Datenbank zur Ahnenforschung und das Know-how einer Hobby-Genealogin hinzuzog, flog der Verbrecher auf.

Die Ahnenforscherin und Molekularbiologin Barbara Rae-Venter war versiert im Umgang mit genetischen Daten, die Privatpersonen auf eine Plattform hochladen, um Verwandte zu suchen. Sie suchte in dieser Datenbank mit der am Tatort gefundenen DNA nach Verwandten des Täters und fand einige Cousins. Nachdem die Ermittler den Stammbaum der Familie rekonstruiert hatten, kamen sie auf den mutmasslichen Täter: Joseph DeAngelo, ein ehemaliger Polizist.

weiterlesen

Apostel Bode: Frauendiakonat wird Thema des „synodalen Wegs“

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Nicht nur Zölibat und Sexualmoral werden Thema des synodalen Wegs. „Wir kommen an der Frauenfrage nicht vorbei“, sagt Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode. Der Gefahr einer Spaltung ist er sich dabei bewusst. Doch gelte die nicht nur mit Blick auf die Bischöfe.

katholisch.de

Die Zulassung von Frauen zum Diakonat wird nach den Worten des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode ein Thema des „synodalen Wegs“ sein. Das sagte Bode bei einem Symposium vor 140 Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus dem In- und Ausland am Freitag in München. „Wir kommen an der Frauenfrage nicht vorbei“, fügte er hinzu. Er habe den Eindruck, dass Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz „und der größere Teil der Bischöfe“ das wirklich wolle.

Bode räumte in diesem Zusammenhang die Gefahr einer Spaltung ein. Dies gelte aber nicht nur für die Bischöfe, sondern auch für das „Volk Gottes, wenn nichts geschieht“. Mit Blick auf seine voraussichtlich noch sieben Jahre währende Amtszeit als Bischof habe er eine Weile geglaubt, um das Thema herumzukommen.

weiterlesen