Gentest sagt Depressionsrisiko für Kinder und Jugendliche voraus


Am Genprofil lässt sich ablesen, wie hoch das Depressionsrisiko eines Menschen ist. Es verrät auch, in welchem Alter… © pixabay
Erstmals hat eine Studie anhand eines genetischen Profils das Erkrankungsrisiko für eine Depression bei Kindern und Jugendlichen vorausgesagt. Wissenschaftler unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München haben in einer multizentrischen Studie über 2000 Kinder und Jugendliche genetisch, mit Fragebögen und klinischen Interviews untersucht.

Max-Planck-Gesellschaft

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Depression heute eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, die bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen und zu schweren psychosozialen Beeinträchtigungen sowie Selbstmord führen kann. Weltweit leiden über 300 Millionen Menschen an einer Depression. Trotz vieler Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland werden weniger als 50 Prozent der behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen angemessen behandelt. Oft wird die Erkrankung zu spät entdeckt.

Als Ursachen werden genetische, neurobiologische, soziale und psychologische Faktoren gesehen, die sich gegenseitig verstärken können. Obwohl die Erkrankung in jedem Alter auftreten kann, beginnt sie häufig schon im Kindes- und Jugendalter. Um möglichst frühzeitig wirksame und zielgerichtete Hilfen zur Vorbeugung der Depression entwickeln zu können, ist die Identifizierung von Risikofaktoren zentral, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Das internationale Forschungsteam, zu dem auch die Emory Universität, Atlanta (USA) sowie die Universitäten von Coimbra (Portugal) und Helsinki (Finnland) gehören, hat nun erstmals mittels eines genetischen Profils vorausgesagt, ob ein erhöhtes genetisches Risiko für eine Depression bei einem Kind oder Jugendlichen vorliegt.

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