Die Angst vor Homosexuellen-Lobby und Sexualkundeunterricht treibt Polens Regierung um

Gegen Sexualkundeunterricht: Jaroslaw Kaczynski, der Chef der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). (Bild: Michal Ryniak / Reuters)
Seit der oppositionelle Warschauer Bürgermeister eine LGBT-Charta unterzeichnet hat, haben sich in Polen die Wellen der Entrüstung nicht mehr gelegt. Die rechtsnationale Kaczynski-Regierung hat inzwischen die Themen Homosexualität und Sexualkundeunterricht zu einem Kernthema der politischen Auseinandersetzung gemacht. Im Herbst stehen Parlamentswahlen an.

Paul Flückiger | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein bescheidener Akt im Warschauer Rathaus, der zuerst fast nur von interessierten Kreisen beachtet wurde. Mitte Februar unterzeichnete der neue Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski von der liberalen Bürgerplattform (PO) die sogenannte LGBT-Charta. Der zweifache Familienvater bedankte sich damit auch für die Unterstützung homosexueller Kreise bei den Lokalwahlen vom Oktober 2018. Die Charta sieht die Schaffung einer Stelle eines LGBT-Verantwortlichen im Rathaus, mehr Mitspracherecht bei der städtischen Kulturförderung, ein eigenes Kulturzentrum und die Eröffnung einer Notaufnahmestelle für Homosexuelle vor. Dazu versprach Trzaskowski, Schritte einzuleiten, damit auf dem Gebiet der Stadt Warschau künftig in den Schulen ein Sexualkundeunterricht gemäss den Normen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2010 garantiert werden könne.

weiterlesen

Protestbrief gegen die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions”

Foto: Pixabay.com / Engin_Akyurt
Die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions” wird am 4. April 2019 im Museum für Angewandte Kunst eröffnet. Die Ausstellung in Frankfurt ist die erste Station in Europa.

Richard-Dawkins-Foundation

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Matthias Wagner K,

wir sind eine Gruppe unterschiedlicher Frauen und Männer mit und ohne Migrationserfahrung, mit Wurzeln in verschiedenen Teilen der Welt. Wir alle treten ein für eine offene Gesellschaft, in der Herkunft keine Rolle spielt. Wir treten nicht nur dafür ein, sondern wir leben das auch, z. T. aufgrund unseres eigenen oder familiären Migrationshintergrunds oder in bi-nationalen Partnerschaften. Eine offene Gesellschaft kann unseres Erachtens nur funktionieren, wenn das Verbindende und nicht das Trennende im Vordergrund steht. Das schließt Religionen aus, denn zumindest die monotheistischen Religionen erheben den Anspruch, jeweils den wahren Gott zu haben und den einzig wahren Glauben zu repräsentieren. Von daher sollte unserer Ansicht nach Religion Privatsache sein und im gesellschaftlichen Zusammenleben keine – schon gar nicht die wichtigste Rolle spielen. Was die Hinwendung zur Religion in letzter Konsequenz bedeutet, vor allem wenn sie zur Quelle staatlichen Handelns und des Rechts wird, haben einige von uns am eigenen Leib erfahren und mussten deshalb ihre Heimat, ihre Familien, ihre Liebsten, Freunde, Kolleginnen, schlicht alles, was ihnen wichtig war, verlassen. Eine offene Gesellschaft kann unseres Erachtens nur funktionieren, wenn Extremismus und totalitäre Ideologien konsequent bekämpft werden. Womit wir beim Thema „Contemporary Muslim Fashion“ wären. Was uns als „muslim“ verkauft wird, sind die Insignien des islamischen Fundamentalismus, die nicht nur MuslimInnen vom Rest der westlichen Gesellschaften trennen, sondern auch Musliminnen von Muslimen. Denn genau das ist der Sinn von Hijab, Niqab, Burka und Co: Die Frauen zu uniformieren, sie unsichtbar und unhörbar zu machen, sie aus der Männergesellschaft zu verbannen. Sie zu gesichts- und seelenlosen dienstbaren Geistern zu machen, die still und leise im Hintergrund wirken.

Deshalb protestieren wir gegen diese Ausstellung!

Nun werden Sie argumentieren: Aber diese Form der muslimischen Kleidung spielt in der Ausstellung doch eine untergeordnete Rolle. Stimmt. Anhand der Liste der Ausstellerinnen von San Francisco haben wir uns mit den Designerinnen beschäftigt und haben sehr schnell festgestellt: Die Ausstellung präsentiert keine muslimische Mode, sondern arabische, die zum größten Teil weniger, sogar überhaupt nicht, religiös, sondern kulturell geprägt ist. Mit dem Ausstellungstitel wird diese kulturell bedingte Mode kurzerhand islamisiert. Eine der Designerinnen beispielsweise widmet ihre Kollektion den Nomadinnen, die die Zelte für ihre Gemeinschaft weben. Um dieser schweren Handarbeit und dem handwerklichen Können Respekt zu zollen, hat sie ihre Kleider der Machart dieser Zelte nachempfunden. Diese künstlerische Hommage an die Weberinnen hat aber nichts mit deren Glauben zu tun, sondern mit der Kultur und den knallharten Lebensbedingungen. Die Nomadinnen werden allein schon witterungsbedingt Kopfschutz tragen, aber die Kollektion ist definitiv nicht „muslim“. Eine andere Designerin entwirft junge, praktische Mode, die ein durchaus modisch bewusstes junges westliches Publikum völlig unabhängig von religiöser Identität anspricht. Der Stil ließe sich als bequem beschreiben und hat ebenfalls nichts mit “ muslim“ fashion zu tun. Unter diese Arbeiten dann Sport-Hijab, Burka, Abaya etc. zu mischen, ist raffiniert: Völlig selbstverständlich wird der Fundamentalismus in unseren Alltag integriert und wir werden so Stück für Stück daran gewöhnt. So wird die Unterwerfung der Frauen – zunächst der muslimischen – Schritt für Schritt zur Normalität in Europa, auch in Deutschland. Und unserer Kritik soll so der Wind aus den Segeln genommen werden.

weiterlesen

Koch: Sorge über wachsende Zahl an Kirchenaustritten

Bild: © Jens Schulze/epd/KNA
Auch wegen des Missbrauchsskandals hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Kirchenaustritte drastisch zugenommen. Darüber zeigt sich Kardinal Koch sehr besorgt und fordert „absolute Priorität“ für die Opfer.

katholisch.de

Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch hat sich besorgt über die Zahl der Kirchenaustritte geäußert. Im Vordergrund stehe jedoch „trotz allem die Seelsorge, nicht die ‚Zählsorge'“, sagte er dem Schweizer „Migros-Magazin“. Grundsätzlich habe die Skepsis gegenüber Institutionen zugenommen. „Wenn man aus dem Staat austreten könnte, würden das vermutlich viele tun“, so der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates. In vielen europäischen Ländern sind die Kirchenaustritte im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. So hatte sich 2018 diese Zahl in den zehn größten deutschen Städten um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Mit Blick auf den Umgang mit Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche hob er die „absolute Priorität der Opfer“ hervor: „Auf sie muss man hören, ihnen muss man helfen“. Für die Täter dürfe es Null Toleranz geben, zudem müsse aktive Präventionsarbeit geleistet werden.

weiterlesen

Das UFO-Forschungsprogramm des Pentagon

Grafik: TP
Der ehemalige Senator von Nevada, Harry Reid, drängt erneut darauf, UFO-Studien des Pentagon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen

Michael Landwehr | TELEPOLIS

Worum geht es?

Am 16. Dezember 2017 erschienen zunächst in der New York Times und kurz darauf auch im Magazin Politico und der Washington Post Berichte über ein UFO-Forschungsprogramm des Pentagon, das Advanced Aerospace Threat Identification Program oder kurz AATIP. Bis heute sind diese Berichte Gegenstand von Spekulationen, umfangreichen Recherchen und unzähligen Anfragen zur Freigabe von Informationen über das amerikanische Informationsfreiheitsgesetz (FOIA – Freedom of Information Act).

Das Programm lief von 2007 bis 2012 und war mit einem Budget von rund 22 Millionen USD ausgestattet. Initiiert wurde es neben Harry Reid von den inzwischen verstorbenen Senatoren Daniel Inouye (Hawaii) und Ted Stevens (Alaska), zwei Weltkriegs-Veteranen, die ähnlich besorgt um die nationale Sicherheit der USA waren wie Reid: „Es wurden große Fortschritte bei der Identifizierung mehrerer hochsensibler, unkonventioneller Ereignisse im Bereich der Luft- und Raumfahrt erzielt“, schrieb Harry Reid in einem Brief an den damaligen stellvertretenden Verteidigungsminister William Lynn III.

Ein Großteil der 22 Millionen USD ging an die Bigelow Aerospace. Das Luft- und Raumfahrt-Unternehmen des exzentrischen Milliardärs Robert Bigelow, der ein persönliches Interesse an der Erforschung des UFO-Phänomens hat, arbeitet zusammen mit der NASA an aufblasbaren Weltraummodulen. Im Rahmen von AATIP vergab die Bigelow Aerospace Aufträge an Subunternehmer und beschäftigte selber ein multidisziplinäres Team von Wissenschaftler.

weiterlesen

Welt-Getreideernte deckt Verbrauch nicht

In vielen Teilen der Welt ist die Weizenernte 2018 wegen Trockenheit schlecht ausgefallen. (Andreas Gora / imago)
Eine Ursache des aktuellen Rückgangs ist die letztjährige Dürre in weiten Teilen Europas, die einen Rückgang der Weizenernte in der EU und Russland zur Folge hatte.

Neue Zürcher Zeitung

Zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt wird die weltweite Getreideernte nicht reichen, um den Bedarf zu decken. Das erwarten sowohl die Uno-Welternährungsorganisation (FAO) in Rom als auch der Internationale Getreiderat (IGC) in London. Im Agrarjahr 2018/19 werden demnach knapp 30 Millionen Tonnen mehr verbraucht, als geerntet werden, schätzt die FAO in ihrer jüngsten Prognose. Die erwartete Gesamternte rund um den Globus beziffern die Uno-Experten auf fast 2,66 Milliarden Tonnen.

Das letzte globale Getreidedefizit gab es im Agrarjahr 2012/13, als die US-Farmer unter den Folgen einer mehrjährigen Dürre litten. Der Getreiderat – ein Zusammenschluss der wichtigsten Getreide produzierenden Staaten – gibt eine ähnliche Prognose ab.

weiterlesen

Why Your Brain Hates Slowpokes

Image credit: Photo by Peter Marlow/Magnum Photos/NAUTILUS
The high speed of society has jammed your internal clock.

By Chelsea Wald | NAUTILUS

Not long ago I diagnosed myself with the recently identified condition of sidewalk rage. It’s most pronounced when it comes to a certain friend who is a slow walker. Last month, as we sashayed our way to dinner, I found myself biting my tongue, thinking, I have to stop going places with her if I ever want to … get there!

You too can measure yourself on the “Pedestrian Aggressiveness Syndrome Scale,” a tool developed by University of Hawaii psychologist Leon James. While walking in a crowd, do you find yourself “acting in a hostile manner (staring, presenting a mean face, moving closer or faster than expected)” and “enjoying thoughts of violence?”

Slowness rage is not confined to the sidewalk, of course. Slow drivers, slow Internet, slow grocery lines—they all drive us crazy. Even the opening of this article may be going on a little too long for you. So I’ll get to the point. Slow things drive us crazy because the fast pace of society has warped our sense of timing. Things that our great-great-grandparents would have found miraculously efficient now drive us around the bend. Patience is a virtue that’s been vanquished in the Twitter age.

Once upon a time, cognitive scientists tell us, patience and impatience had an evolutionary purpose. They constituted a yin and yang balance, a finely tuned internal timer that tells when we’ve waited too long for something and should move on. When that timer went buzz, it was time to stop foraging at an unproductive patch or abandon a failing hunt.

We now insist that Web pages load in a quarter of a second, when we had no problem with two seconds in 2009 and four seconds in 2006.

“Why are we impatient? It’s a heritage from our evolution,” says Marc Wittmann, a psychologist at the Institute for Frontier Areas of Psychology and Mental Health in Freiburg, Germany. Impatience made sure we didn’t die from spending too long on a single unrewarding activity. It gave us the impulse to act.

read more

„Den Kopf frei haben“

Bild: Bess-Hamiti/Pixabay
Gegen die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ in Frankfurt regt sich Widerstand; vor allem seitens iranisch-stämmiger Feministinnen

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Am vergangenen Donnerstag eröffnete die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ im Frankfurter Museum Angewandte Kunst. Bereits im vergangenen Jahr präsentierten Dutzende Modemacherinnen eine Schau ihrer Kollektionen im „de Young Museum“ in San Francisco. Nun hat sie rüber gemacht über den großen Teich und bereits im Vorfeld für reichlich Wirbel gesorgt.

Zunächst protestierte eine Gruppe namens Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung, die größtenteils aus iranisch-stämmigen Feministinnen besteht, mit einem offenen Brief gegen die Ausstellung. Es folgte ein Protestbrief von mehr als 100 Unterzeichnenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an den Museumsleiter (das Schreiben liegt Telepolis vor) sowie eine Pressemitteilung des Zentralrats der Ex-Muslime, der eine mehrtägige Protestaktionen vor dem Museum plant.

Kritisiert wird vor allem die unreflektierte und unkritische Darstellung der Verschleierung als stylische Attitüde. Hijab, Niqab und zunehmend auch Burka sorgen auch jenseits der Ausstellung für heftige Debatten, in die die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) mit der Unterschriften-Aktion „den Kopf frei haben“ eingriff, in der ein Verschleierungsverbot für Schülerinnen gefordert wird.

Im Gegenzug trat das Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik BW auf den Plan, die sich in einer Stellungnahme gegen die TdF-Aktion vehement für das Recht auf Verhüllung von Schulmädchen einsetzen.

Mode aus dem arabischen Raum wird islamisiert

Anders als der Titel der Ausstellung und deren Bebilderung auf der Webseite des Museums vermuten lassen, wird keine „muslimische“, also dezidiert religiöse Mode, präsentiert, sondern arabische, die zum größten Teil weniger, sogar überhaupt nicht, religiös, sondern kulturell geprägt ist. Mit dem Ausstellungstitel wird diese kulturell bedingte Mode kurzerhand islamisiert.

Beispielsweise die Kollektion der Designerin Wadha Al Hajri aus Qatar ist eine Hommage an die Beduininnen, denen sie künstlerisch ein Denkmal setzt. Sie setzt auf „minimalistische Kollektionen, die Tradition und Moderne mit maskuliner und femininer Schneiderkunst verbinden“. 2013 war sie die erste Designerin, die im „Museum für moderne Kunst“ in Doha ausstellen durfte. Dort erregte sie das Interesse des Chefredakteurs der Vogue Italy und präsentierte alsbald ihre Mode in Mailand.

Ihre Herbst-Winter-Kollektion 2014/15 war „inspiriert von traditionellen Beduinen-Zelten, bei deren Herstellung Frauen ein große Rolle spielen“. Die Kollektion sei inspiriert von der minimalistischen Struktur, den kräftigen Farben und dem Material, aus dem Beduinen-Zelte hergestellt werden, sagte sie in einem Interview mit der Vogue Italy.

weiterlesen

Sekten-Info warnt vor „Lebenshilfegurus“ und dem „spirituellen Supermarkt“

Die Sektenberatungsstelle Essen erhält zunehmend Hilfeanfragen zu Lebenshilfe- und Coaching-Angeboten – oft aus dem Bereich Esoterik Quelle: picture alliance / imageBROKER
Mehr Erfolg, mehr Glück, ein besseres Leben: Manche Seminare versprechen viel, kosten noch mehr und bringen am Ende Verdruss. Die Sekten-Beratungsstelle NRW warnt jetzt vor unseriösen Angeboten.

DIE WELT

Die Sektenberatungsstelle NRW hat vor unseriösen Coaching-Angeboten gewarnt. „Viele sind nicht wissenschaftlich fundiert“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Sekten-Info NRW, Sabine Riede. Von den insgesamt 930 Anfragen und Beratungsfällen im Jahr 2018 sei es allein in 39 Fällen um Coaching-Angebote gegangen. Die Beratungsstelle riet zu einer kritischen Sicht auf das jeweilige Seminarangebot und dessen Anbieter. So sollten im Anmeldeprospekt die Ziele des Seminars, die angewandten Methoden und die Ausbildung des Seminarleiters benannt sein.

Bei strengen Verhaltensregeln für die Kurse sollten die Teilnehmer darauf achten, dass keine persönlichen Rechte beschnitten werden – etwa bei der Frage, was man essen darf. Hellhörig sollten Seminarteilnehmer auch werden, wenn etwa Uhren abgegeben werden sollen, ein Schweigegebot verhängt werde oder der Seminarleiter behaupte, den einzig richtigen Weg zu einer Problemlösung zu kennen. „Grundsätzlich gilt: Vertrauen Sie Ihrem Gefühl“, hieß es weiter.

weiterlesen

Terrakotta-Armee: Doch kein Rostschutz

Eine Beigabengrube, in der Grabanlage des ersten Kaisers von China, Qin Shihuangdi. Die Halle ist riesig. Bild: BB
Theorie widerlegt: Die gut erhaltenen Waffen der berühmten Terrakotta-Krieger wurden wohl doch nicht gezielt vor dem Verfall geschützt. Denn tatsächlich weisen nur wenige dieser Bronzewerke Spuren von Chrom auf – einem Stoff, der zuvor als Rückstand eines Korrosionsschutzmittels gedeutet wurde. Statt um ein Antirostmittel handelt es sich wohl schlicht um eine Kontamination.

scinexx

Die Terrakotta-Armee des chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi ist einzigartig und weltberühmt. 7.000 bis 8.000 Soldatenfiguren aus Ton ließ der Kaiser vor mehr als 2.000 Jahren für sein Grabmal fertigen. Die Generäle, Bogenschützen, Infanteristen, Offiziere und Wagenlenker beeindrucken durch ihre erstaunlich echte Mimik und waren einst vermutlich sogar bunt bemalt. Daneben gibt es Streitwagen mit naturgetreu nachgebildeten Rössern, Werkzeuge und Waffen.

Die Kriegerriege gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt auch Archäologen immer wieder aufs Neue. Vor allem der gute Erhaltungszustand der Schwerter, Pfeile und Speerspitzen aus Bronze hat in der Vergangenheit unter den Fachleuten für Erstaunen und Rätselraten gesorgt: Die Zeit scheint an diesen Artefakten seltsamerweise fast spurlos vorübergegangen zu sein.

weiterlesen

Düstere Aussichten: Ostdeutsche packen nicht mehr die Koffer – sie sterben weg

Bei der Beschäftigung hat Ostdeutschland zum Westen mittlerweile aufgeholt. Doch der wirtschaftliche Erfolg ist stark gefährdet. Laut einer Studie kommen einer ganzen Region zunehmend die Menschen abhanden.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

«Die Deutschen sterben aus», hiess es vor einigen Jahren. Die Geburtenrate lag bei 1,4 Kindern pro Frau und damit weit unter der nötigen Zahl von gut 2, um die Bevölkerung konstant zu halten. Mittlerweile ist die Ziffer wieder auf 1,6 gestiegen. Dieses Plus hat mit der Zuwanderung junger Frauen zu tun, aber auch unter den Einheimischen hat sich die Rate wieder etwas erholt. Die Bevölkerung in Deutschland werde jedenfalls bis zum Jahr 2035 nur geringfügig von heute 83 auf dannzumal 82,3 Mio. Menschen sinken, schätzt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in einer Studie, die am Freitag vorgestellt wurde. Doch unter der Oberfläche «gärt» es. Während einige Schwarmstädte boomen, verliert die Peripherie immer mehr Menschen. Und noch etwas zeigt sich: Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer ist bei der Demografie ein starker Ost-West-Unterschied sichtbar.

weiterlesen

Rettungsschiff „Alan Kurdi“: Deutschland will Flüchtlinge aufnehmen

Bild: tagesschau.de
Seit Mittwoch harren 64 Flüchtlinge im Mittelmeer auf dem Rettungsboot „Alan Kurdi“ von der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye aus. Deutschland will einige der Migranten aufnehmen – richtet aber auch einen Appell an die EU-Staaten.

tagesschau.de

Das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ rettete am Mittwoch 64 Migranten, die vor der libyschen Küste in einem Schlauchboot auf der Flucht waren. Dem Rettungsboot der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye wurde seitdem eine Einfahrt in einen sicheren Hafen verwehrt. Italien begründete dies damit, dass das Rettungsschiff unter deutscher Flagge fahre und somit die Bundesregierung verantwortlich sei. Auch Malta wollte das Schiff nicht anlegen lassen.

Deutschland erklärte sich nun bereit, einen Teil der Geflüchteten aufzunehmen. Allerdings fühle sich die Bundesregierung nicht alleine für das Schicksal der 64 Migranten zuständig, sagte Innenminister Horst Seehofer in Berlin. Auch andere EU-Staaten müssten Menschen von dem Schiff aufnehmen. „Es muss eine Gemeinschaftsaktion sein“, betonte Seehofer.

weiterlesen

Papst will Salvini nicht treffen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Grund dafür sei die rigorose Politik Salvinis gegen illegale Einwanderung, berichten italienische Medien.

kath.net

Papst Franziskus hat sich Medienberichten zufolge geweigert, den italienischen Innenminister Matteo Salvini zu treffen. Ausschlaggebend soll der harte Kurs des Politikers der Lega Nord gegenüber illegalen Einwanderern sein.

Laut Il Giorno und Il Mio Giornale soll Franziskus Bitten Salvinis um eine Privataudienz mehrmals abgelehnt haben. Der Papst habe ihm mitteilen lassen, dass dies mit der Entscheidung zusammenhänge, illegalen Migranten die Einreise in italienische Häfen zu verweigern.

weiterlesen

Um Geheimnisse der Klimageschichte zu lüften, suchen Forscher das älteste Eis der Erde

Mit den Radarantennen auf diesem Fahrzeug untersuchten im Dezember 2018 norwegische Forscher antarktisches Gletschereis. (Bild: Norwegian Polar Institute)
Mit Radar, Simulationen und anderen Methoden waren europäische Wissenschafter auf der Suche nach dem idealen Ort für ihre Eisbohrung. Jetzt haben sie ihn gefunden.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Aussergewöhnlich altes Gletschereis wollen Wissenschafter in den kommenden Jahren aus der Antarktis holen. Mithilfe des europäischen Vorhabens «Beyond Epica – Oldest Ice» soll ein Eisbohrkern geborgen werden, der einen Rückblick auf mehr als 1,5 Millionen Jahre gestattet. Den Altersrekord für Eisbohrkerne mit ununterbrochener Chronologie hat bis anhin die Bohrung von Epica («European Project for Ice Coring in Antarctica») inne, die im Jahr 2004 zu Ende ging. Der damals geborgene Kern eröffnete eine Retrospektive auf über 700 000 Jahre.

Für die neue Bohrung in Betracht kamen mehrere Stellen im Inneren der Antarktis – nahe Dome Fuji, Dome Argus, dem Südpol, Dome Concordia und Little Dome C (siehe Karte). Unter einem «Dome» versteht man eine Erhöhung innerhalb eines Eisschilds, die seitlich nur ganz sanft abfällt. Entschieden haben sich die Forscher für einen Ort in der Umgebung von Little Dome C, der nur ungefähr 50 Kilometer von der Stelle der Epica-Bohrung entfernt ist. Am 9. April, an der Jahrestagung der European Geosciences Union in Wien, geben sie die präzisen Koordinaten bekannt.

weiterlesen

Theologen: Kirche hat Forschung jahrzehntelang ignoriert

Bild: © dpa/Rolf Vennenbernd
Der Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche bis ins Mark. In Lingen haben die deutschen Bischöfe einen „synodalen Weg“ beschlossen, um mit Reformen aus der Krise zu kommen. Dazu haben sich jetzt eine Reihe von Theologen geäußert.

Von Gottfried Bohl  | katholisch.de

Braucht es eine neue Theologie nach dem Missbrauchsskandal? Diese Frage lässt die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag) von etlichen deutschsprachigen Theologen beantworten. Allesamt Wissenschaftler, die tatsächliche und spürbare Veränderungen fordern.

Anders als etwa der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der in einem Grundsatzbeitrag für die „Tagespost“ argumentiert hatte, das Heil der Kirche liege vor allem in der Rückbesinnung auf Christus und seine Lehre. Sie könne sich, egal wie groß medialer Druck und öffentliche Erwartungen auch sein mögen, „keine Veränderungen ihrer Lehre abtrotzen lassen, wenn diese dem Geist des Evangeliums widersprechen“.

weiterlesen